Die Motorräder – echte Leidenschaft (Archivversion)

A Keine Frage – hier waren
echte Fans unterwegs und gleich drei exotische Cagiva Elefants am Start: zwei 750er (1994), eine 900er (1996). Außerdem eine toppräparierte BMW von 1987 sowie eine 2003er-KTM 950. Die bayrische Alterspräsidentin war 2004 rahmen- und fahrwerksseitig (300 mm Federweg vorn, 260 hinten) von HPN für harte Offroad-Einsätze umgerüstet worden. Eine Q-Tech-Doppelzündung sorgte motorseitig für gute 80-Oktan-Akzeptanz, ein 43-Liter-Tank für Reichweite und ein verstärkter BMW-Träger plus Touratech-Zega-Cases für den
Gepäcktransport. Insgesamt das unproblematischste Motorrad der Tour. Etwas schwächer schnitt die fast serienmäßige KTM ab, deren verstellbare Zündkurve ebenfalls die Spritprobleme egalisierte. Dafür kämpfte sie als einzige wassergekühlte Maschine gelegentlich mit kochendem Kühler. Außerdem kollabierten ihre Gabelsimmerringe am harten Lehm.
Schwere Schläge musste dagegen die tapfere Italo-Fraktion einstecken. Während die Ducati-
Motoren zwar mit dem Fuselsprit haderten, in allen sonstigen Antriebsbelangen aber souverän
rasselten, bildeten die Fahrwerke der leichten (190 Kilo) Cagivas mit ihren 19-Zoll-Vorderrädern das Handicap. Kurze Federwege (208 mm vorne, 190 hinten) sowie teilweise Gabelundichtigkeiten
leiteten die Schläge kaum gedämpft an Rahmen, Auspuff, Verkleidung und Gepäckträger weiter. Was mehrfach Schweißeinsätze erforderte und bei der 900er mit vierfachem Rahmenbruch endete. Unterdimensionierte Leitungsquerschnitte sorgten zusätzlich für präkäre Dauerkokeleien im E-Werk und Nervenverlust der Piloten. Dennoch – der redaktionelle Tapferkeitspokal geht an sie! Reifenseitig dickes Lob an den Conti TKC 80, der alle fünf mobilisierte.

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