Europäische Union (Archivversion)

Die EU setzt sich aus 27 Mitgliedsstaaten mit insgesamt rund 490 Millionen Einwohnern zu­sammen. Wahlspruch: In varietate concordia (in Vielfalt geeint). Sitz des Europäischen Rates ist Brüssel, die Präsidentschaft wechselt halbjähr­lich; 2007 stellen Deutschland und Portugal die Rats-vorsitzenden. Die europäische Einigung stützt sich auf drei Motive: Kriegsverhütung durch Zusammenschluss potenzieller Gegner, Wirtschaftswachstum durch gemeinsame Märkte und Zölle (größter Wirtschaftsblock der Erde, 25 Prozent des welt­-weiten Bruttosozialprodukts) sowie Selbstbehauptung gegenüber den Supermächten USA und UdSSR. Mit Einführung des Euro 2002 wurde neben Dollar und Yen eine neue globale Leitwährung etabliert. Ziel ist die Entwicklung Europas zum »wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen« (Lissabon-Strategie). Des Weiteren be­müht man sich um eine einheitliche Außen- und Sicherheitspolitik, Zuwanderungsfragen zu koordi-nieren sowie den Umweltschutz zu fördern.
Vorläufer der 1992 mit dem Vertrag von Maastricht geschaffenen EU waren die EG, Sammelbezeichnung für die EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl), die EAG (Europäische Atomgemeinschaft, 1957) sowie die EWG (Europäische Wirtschafts-gemeinschaft, 1957). Die Gemeinschaft der sechs Gründungsmitglieder wurde zwischen 1973 und 1995 mehrfach erweitert. Durch das Schengener Abkommen fielen 1995 die (meisten) Binnen-grenzen. Mit der Osterweiterung traten 2004 die Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien sowie Malta und Zypern (der griechische Südteil) der EU bei. Dieses Jahr folgten Rumänien und Bulgarien. Aktuelle Beitrittskandidaten sind Kroatien, Mazedonien und die Türkei. Als potenzielle EU-Kandidaten gelten außerdem Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro. Offen ist eine gemeinsame Verfassung, da das Ratifi-zierungsverfahren nach den 2005 gescheiterten Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden ausgesetzt wurde. Erster Visionär eines geeinten Europas war 1950 der französische Außenminister Robert Schuman.

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