Gepäcksysteme für Cruiser (Archivversion) PROBLEM-ZONE

Bevor man auf einem Cruiser hinaus in die weite Welt ziehen will, sollte man sich Gedanken
darüber machen, wie man auf dieser Gattung Motorrad am besten seine sieben Sachen unterbringt.
MOTORRAD stellt ein paar Möglichkeiten vor.

Eine Urlaubsreise kann sich für Cruiser-Piloten aus einem ganz banalen Grund rasch zu einer echten Herausforderung entwickeln. Wohin nur mit all dem Gepäck? Anders als Reiseenduros oder Tourer verfügen die meisten Cruiser nicht
einmal über einen Gepäckträger. Und da bei nahezu allen Modellen der Tank gleichzeitig als Instrumentenkonsole dient,
fällt auch noch die Auflagefläche für einen Tankrucksack weg.
Kreditkarte, Zahnbürste, zwei Unterhosen, zwei T-Shirts, Badelatschen und eine Jacke für den Abend, so werden sicherlich
einige Cruiser-Piloten argumentieren, genügen uns, egal, ob Nordkap oder Andalusien das Ziel ist. Koffer oder gar ein Top-
case am Fahrzeug? So undenkbar wie die Hochzeit des Papstes. Andere sehen das pragmatischer. Drei Wochen in der gleichen Jeans und nur ein Hemd zum Wechseln? Nee, besser nicht. Bleibt also nur der Gang zum Zubehörhandel, der von der einfachen Satteltasche bis zum High-End-Koffersystem einiges
an Möglichkeiten zur Gepäckunterbringung auf nahezu allen gängigen Cruiser-Modellen bereit hält.
Die günstigste und einfachste Variante: klassische Satteltaschen aus Leder oder Kunststoff, die über einen verstellbaren Mittelsteg miteinander verbunden sind und im Prinzip in Cowboy-Manier
nur über den Sozius-Sitz (besser: unter den Sitz!) oder das Rahmenheck »gehängt« werden müssen. Sonderangebote sind bereits ab 25 Euro zu erhalten, hochwertigere und deutlich robustere Produkte aus bis zu fünf Millimeter dickem Rindleder kosten dagegen zwischen 80 und 150 Euro. Das Packvolumen der meisten Modelle ist allerdings gering: Es variiert in der Regel zwischen acht und 15 Litern.
Des weiteren bedarf es eines Satteltaschenhalters, der ebenfalls
im Zubehörhandel für nahezu jeden Cruiser angeboten wird. Ohne ihn sollte man keinen Meter fahren: Er verhindert unerwünschten Kontakt mit Reifen, Speichen oder Kette. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, ersteht selbst bei wasserdichten Taschen Regenhauben, die die Innereien zusätzlich gegen Nässe und das Leder zudem gegen Verschmutzung schützen.
Größer, komfortabler und dementsprechend teurer: ein herkömmliches Koffersystem – in diesem Fall natürlich mit stilechten Ledertaschen –, das sich per Schnellverschluss an passenden, vorher montierten Trägern befestigen lässt. Solche Koffer bieten ein Packvolumen von bis zu 30 Litern und sind – anders als
einfache Satteltaschen – abschließbar. Formteile im Inneren der Taschen sorgen dafür, dass das Leder seine Stabilität behält.
Ebenfalls für nahezu alle gängigen Cruiser-Modelle erhältlich: unterschiedlich große Gepäckträger, die auf neudeutsch Solo- oder Rear-Racks heißen, je nachdem, ob man allein oder mit einem Beifahrer auf Reisen gehen will. Manche dieser Systeme kommen sogar mit einer recht bequemen Rückenlehne für den Fahrer daher. Zu hohe Ansprüche an die Zuladung sollte man allerdings nicht stellen – viel mehr als eine mittelgroße Gepäckrolle findet auf diesen Trägern kaum Platz. Damit muss man
wohl oder übel leben. Cruiser sind bauartbedingt nun mal keine Lastesel. Allenfalls Lasteselchen.

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