GPS-Neuheiten Übersicht: neues für die Motorrad-Navigation

Immer mehr Zweiradfahrer setzen auf GPS-Navigation. Ein Überblick informiert über die wichtigsten, motorradrelevanten Neuheiten.

Das Navigations-Business gleicht dem schnelllebigen Computer-Markt: Eine Neuheit jagt die nächste. Dabei verliert man nur allzu leicht den Überblick, ob die vermeintlichen Neuerungen tatsächlich einen Fortschritt für den eigenen Anwendungsfall bieten. Bevor man gleich in ein neues Gerät investiert, ein Tipp vorab: Auch im Bereich der Software – speziell auf dem Sektor der digitalen Karten – tut sich eine Menge. Mit einem in der Regel erschwinglichen Update der benutzten Karten für das vorhandene GPS-Gerät lässt sich die Zuverlässigkeit bei der Navigation oftmals spürbar verbessern. So erhöhten die Hersteller die Detailtiefe bereits abgedeckter Kartenregionen und aktualisierten Veränderungen im Straßenverlauf. Außerdem kommen neue Gebiete speziell in Ost-Europa hinzu oder sind jetzt routingfähig, was eine automatische Zielführung durch das GPS-Gerät überhaupt erst ermöglicht. Allerdings lassen sich nicht alle Karten auf das Navigationsgerät übertragen, sondern sind teilweise nur für die Routenplanung zu Hause am PC geeignet. Vor allem in letzterer Kategorie wächst das Angebot enorm, und die Preise für die digitalen Landkarten werden immer attraktiver.
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Garmin Streetpilot 2720

Das neue Garmin-Flaggschiff berücksichtigt bei der Routenberechnung erstmals aktuelle Verkehrsinformationen per optionalem TMC-Empfänger (Traffic Message Channel). Neu ist auch die 3D-Karten-darstellung auf dem 84 x 42 Millimeter großen, sonnenlichttauglichen Display. Die Anzeigenhelligkeit regelt ein Sensor automatisch. Außerdem werden bei Abbiege-
hinweisen die Namen von Straßen oder Plätzen nun per Sprachanweisung genannt. Die Detailkarten von ganz Europa sind bereits installiert, zusätzlich stehen
500 MB für weitere Karten zur Verfügung. Übrigens verwendet Garmin keine rotierenden Festplatten, sondern setzt auf robuste Speicher-Chips.

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Garmin Quest

Der Nachfolger des Allround-Talents hat die gesamten Detailkarten Europas bereits an Bord. Zusätzlich stehen 500 MB Speicherplatz für weitere Karten zur Verfügung. Dabei berechnet der wasserdichte Quest 2 selbsttätig individuell angepasste Routen (zum Beispiel ohne Autobahnen) und bietet jetzt auch die bisher vermissten Features für die Offoad-Navigation (Laden und Verwalten von Tracks). In Kombination mit der Sprachausgabe
der Navigationsanweisungen und bis zu 20 Stunden Akku-Betrieb (Bordnetzanschluss möglich) ist er so fast eine eierlegende Wollmilchsau. Dabei wiegt er inklusive Akku nur 160 Gramm. Display 56 x 38 Millimeter.

Magellan Explorist 210

Mit dem neuen 210er rundet Magellan die kompakte Explorist-Baureihe ab. Neu ist der USB-Anschluss für den Daten-Up- und -Download. Außerdem stehen jetzt 22 MB Speicher für Detailkarten (nicht im Lieferumfang) zur Verfügung, welche die fest installierte Basiskarte ergänzen. Dabei kann der wasserdichte Navi-Zwerg auch Routen selbständig berechnen (Autorouting) und verfügt über einen 14-Kanal-Empfänger.

Magellan Explorist XL

Bemängelte MOTORRAD beim Test des Explorist 500 in Heft 17/2005 noch das kleine Display, so kontern die Amis nun mit dem größten in einem Handgerät eingesetzten, sonnenlichttauglichen Farb-Display mit einer Diagonalen von 89 Millimetern. Dabei ist das Gerät mit 163 x 74 x 34 Millimetern noch handlich (Gewicht 820 Gramm). Der interne Speicher für Detailkarten (Zubehör) fasst 30 MB und lässt sich über wechselbare SD-Speicherkarten (Secure Digital-Card) erweitern. Der SD-Schacht ist übrigens nicht wie beim 500er im Batteriefach versteckt, sondern durch eine Klappe geschützt von der Seite zugänglich. USB-Anschluss, wechselbarer Lithium-Ionen-Akku (alternativ lassen sich auch Mignon-Batterien verwenden) und
der 14-Kanal-Empfänger machen das wasser- und stoßgeschützte Gerät interessant. Die Bedienung, das Menü sowie die Rechnerleistung entsprechen dabei dem Explorist 500. Mit der Kombination von Autorouting-Fähigkeit, voller Offroad-Tauglichkeit und XL-Anzeige zielt der Explorist XL vor allem auf Abenteuerreisende.

Tomtom Rider

Der niederländische Spezialist für PDA-Navigation will jetzt auch im Motorrad-Bereich Fuß fassen – mit einer maßgeschneiderten Komplettlösung. Wasserdichtes Gehäuse, Bedienung über ein berührungssensitives, für den Einsatz mit Handschuhen ausgelegtes Display, entspiegelter Bildschirm mit Sonnenblende sowie fünf Stunden Akku-Laufzeit (Lithium-Ionen-Typ; Anschluss ans Bordnetz möglich) sollen den Einsatz besonders einfach machen. Die gesprochenen Fahranweisungen gelangen drahtlos via mitgeliefertem Bluetooth-Headset in den Helm. Die Detailkarten für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind instal-liert und werden durch eine Karte der europäischen Hauptverkehrsstraßen sinn-voll ergänzt. Wer weitere Detailkarten benötigt, kann diese per Bluetooth-fähigem Handy gegen Gebühr aus dem Internet herunterladen. Auch Wetter- und Ver-kehrsinformationen lassen sich so per Handy in Echtzeit gegen Gebühr anfordern.

Fugawai Global Navigator

Die populäre PC-Planungs-Software Fugawi bietet jetzt die Möglichkeit, jede beliebige Digital-Karte auch als 3D-Ansicht darzustellen. Eine umfassende, sehr hochauflösende Höhendatenbank für Europa verwandelt dazu die Kartendaten in eine realistische Landschaft. »Flughöhe« sowie Tempo einstellen, und schon kann man die am PC geplante Strecke virtuell »abfliegen«. Darüber hinaus wurde die Bedienoberfläche stark überarbeitet. Wer unterwegs gerne mit dem PDA (Taschen-Computer) navigiert, wird sich über den stark erweiterten Funktionsumfang der beiliegenden PDA-Software freuen. Auch die Verwaltung und die Installation digitaler Karten soll nun laut Hersteller erheblich einfacher sein.

Albrecht Rider Bluetooth-Headset

Die Navi-Anweisungen drahtlos per Funk im Helm hören – dieses einfach nachzurüstende, 34 Gramm leichte Headset macht’s möglich. Der weiche, ultraflache Lautsprecher wird einfach per Klett fixiert und das wassergeschützte Gehäuse an die Helmkante geklemmt. Weitere Pluspunkte sind eine automatische Lautstärkenregelung sowie die Möglichkeit, eingehende Handy-Gespräche per Sprachbefehl anzunehmen. Per Zusatzmodul (95 Euro) lassen sich auch Navi-Systeme ohne Bluetooth-Ausgang auf den drahtlosen Komfort aufrüsten.

Alan Map 600

Es muss nicht immer ein teures Farb-Display sein – das günstige Map 600 bietet mit 60 x 38 Millimetern ein ordentliches S/W-Display (160 x 100 Punkte) und neben den für die Offroad-Navigation nötigen Features auch die Möglichkeit, Routen selbsttätig zu berechnen. Beim Verlassen der vorgeschlagenen Route wird automatisch neu berechnet, und dabei kann man die Strecke nach eigenen Vorgaben optimieren (etwa keine Autobahnen). Der 200 Gramm leichte Zwölf-Kanal-Empfänger ist wasserdicht, und als Speichermedium für Detailkarten kommen handelsübliche CF-Karten mit einer Größe bis zu 512 MB zum Einsatz. Im Gerätepreis sind die Detailkarten von Deutschland enthalten, für 149 Euro gibt es den Kartensatz von ganz Europa dazu.

GPS-Ratgeber von Uli Benker

Autor Uli Benker gelingt es, Einsteigern die Faszination der GPS-Navigation anschaulich zu erklären und gleichzeitig ambitionierten Anwendern neue Informationen zu liefern. Zwar richtet sich das Buch an Verwender von Handgeräten, doch auch wer mit der Anschaffung eines GPS-Empfängers für den Motorrad-Einsatz liebäugelt, findet hier kompetenten Rat und Hilfe, um Fehlinvestitionen beim Kauf und unnötigen Frust beim ersten GPS-Einsatz zu vermeiden.

Uli Benker
GPS auf Outdoor-Touren: Praxisbuch und Ratgeber für die GPS-Navigation
Bruckmann Verlag
215 Seiten

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