Großbritannien: Endurotour in Wales (Archivversion)

Wie bei jeder Endurotour
lassen sich auch die einsamen Trails in Wales nicht ohne Vorbereitung bewältigen. Hier
die wichtigsten Tipps für das Fahren im Gelände.

DMOTORRADLeicht und leise – das sind die beiden Hauptkriterien bei der Wahl der Enduro. Leicht bedeutet immer einfach zu fahren. Und da im Gelände Leistung nichts und Kontrolle alles zählt, ist man auf dieser Tour etwa mit einer Suzuki DR 350 wesentlich besser bedient als mit einer BMW R 1150 GS. Letztere kann nach einem Ausrutscher im feuchten Gelände niemand mehr alleine aufrichten. Ein einwandfreier technischer Zustand (Unempfindlichkeit gegen Nässe!) versteht sich abseits aller Hauptrouten von selbst. Eine entscheidende Rolle kommt in Wales den Reifen zu, da der Boden sehr oft matschig-weich bis moorig ist. Um dennoch stets Vorschub zu haben und das Bike sicher dirigieren zu können, sind so genannte FIM-Enduro-Profile (zum Beispiel Pirelli MT 83, Michelin Enduro Competition III oder Bridgestone ED 660, im Bild oben rechts) ideal. Diese sind für den Geländeeinsatz konzipiert, aber noch für die Straße zugelassen. Reinrassige Cross-Profile haben nichts auf den nahezu unberührten Trails zu suchen. Gleiches gilt für Krawall-Schalldämpfer. In Wales wird oft Privatgelände befahren oder ein Hof durchquert. Eine entsprechend rücksichtsvolle Fahrweise sollte deshalb selbstverständlich sein.DORIENTIERUNGElektrisch angetriebene, per Lenkerarmatur bedienbare Roadbooks sind optimal, aber auch einfachere Varianten genügen völlig. Wichtig ist die gute Ablesbarkeit während der Fahrt und die pistentaugliche Montage am Lenker. Außerdem wird ein Tripmaster benötigt. Diese Art Kilometerzähler lässt sich vor- und zurückspulen, so dass an Abzweigungen mögliche Abweichungen zwischen gefahrener und vorgegebener Entfernung korrigiert werden können. Zur Not reicht auch ein digitaler Fahrradtacho, den man an jeder Abzweigung auf Null setzt. Ein Kompass gehört mit ins Gepäck, um sich in den Sumpfgebieten orientieren zu können.DBEKLEIDUNGAufgrund des wechselhaften Wetters sind wasserdichte und atmungsaktive Fahranzüge die beste Wahl. Sehr gute Erfahrungen machten wir mit der ungefütterten Gore-Tex-Kombi »Roof of Africa« von Stadler. Sie hielt dicht, war ausgesprochen atmungsaktiv und verfügte über eine große, verschließbare Belüftung am Rücken. Als Unterbekleidung empfiehlt sich Funktionswäsche aus Synthetikmaterial (im Outdoor-Fachhandel). Einmal nassgeschwitzt, trocknet sie ruck, zuck auch unter einer Gore-Tex-Kombi, da die Fasern selbst keine Feuchtigkeit aufnehmen. Ein echtes Problem in Wales sind die permanent nassen Füße infolge der häufigen Bachdurchquerungen. Damit man wenigstens morgens trockenen Fußes losfahren kann, ist ein zweites Paar Stiefel kein Luxus. Wir testeten zwar auch wasserdichte, atmungsaktive Socken, doch waren diese nur knöchellang und damit zu kurz – das Wasser drang von oben ein. DBORDWERKZEUGIm Gelände sollte man immer mit dem Schlimmsten rechnen und sich freuen, wenn es ausbleibt. Deshalb sind nicht nur Kenntnisse über die Technik der eigenen Maschine wichtig, sondern man muss auch für mögliche Pannen (Plattfuß, abgebrochene Handhebel, defekte Zündkerze, gerissene Kette) mit entsprechendem Werkzeug und Ersatzteilen gerüstet sein (siehe Foto oben). Bei einem Plattfuß unterwegs kann man entweder an Ort und Stelle das Loch flicken (bei Regen schwierig!) oder einen 19-Zoll-Schlauch verwenden. Der passt behelfsmäßig vorne wie hinten und findet neben der Mini-Luftpumpe oder den CO2-Patronen zum Aufpumpen sicher noch einen Platz im Rucksack. Für den Fall, dass ein Schlammloch tiefer als erwartet ist oder die Technik total ausfällt, gehören zwei etwa drei Meter lange Gurte zum Bergen oder Abschleppen ins Gepäck. Profis haben außerdem Reservehandschuhe sowie eine Ersatzbrille dabei.

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