Haarnadelkurven richtig fahren (Archivversion)

Mit ein paar Tricks lässt sich der lässige Twist um die Serpentinen perfektionieren.

So gilt es in luftigen Höhen einzukalkulieren, dass die Reifentemperatur absinkt und der Gummi dadurch weniger Haftung
aufbaut. Griffig warm heißt: Lauffläche gut
handwarm – etwa 35 Grad – über die gesamte
Reifenbreite. Dazu kommt, dass der Asphalt
vieler Alpenpässe durch die radierenden Reifen der Autos regelrecht glatt poliert wird und
speziell bei Nässe wenig Grip aufweist.
Damit der alpine Kurvenspaß nicht zu kurz kommt, kann der Gegenverkehr bereits vor der Anfahrt zur Serpentine ausgespäht werden. Ein vorausschauender Blick auf die Verkehrslage nach oben oder unten genügt, um die Ideallinie an Kehre 1 und 2 dementsprechend zu wählen. Das heißt: spät einlenken und den Scheitelpunkt erst nach etwa zwei Dritteln des Kurvenradius setzen. Wer zu früh einlenkt (graue Linie), wird auf die Gegenfahrbahn hinausgetragen und
ist am Kurvenausgang gezwungen, einen noch
engeren Bogen zu fahren. Dabei hilft es, die
Maschine im Enduro-Fahrstil (aufrechter Oberkörper, Motorrad über den Lenker nach unten drücken) um die Kehre zu pressen.
Bei Kehre 3 ist jegliche Sicht auf den Gegen-
verkehr verdeckt und zwingt den Fahrer, auf die schwungvolle Ideallinie zu verzichten und stattdessen die Serpentine auf möglichst engstem Radius auf der rechten Fahrbahnseite zu umrunden, da selbst auf den entlegensten Passstraßen mit Lkw- oder Busverkehr zu rechnen ist, der
die komplette Fahrbahnbreite beansprucht.

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