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Mit 1240192 Quadratkilometern ist Mali dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland und mit gut 13 Millionen Einwohnern entlang der Flüsse im Süden eines der am dünnsten besiedelten Länder Afrikas. Das tausendjährige Timbuktu, die Moschee von Djenné, das Grab der Askia oder das Dogonland bilden ein üppiges Erbe.

Anreise
Wir haben die Anreise mit einem Frachtschiff der Grimaldi-Linie von Antwerpen nach Lomé in Togo bewältigt. Die Vorzüge: Zum einen findet man so genügend Zeit, Abstand vom Alltag zu gewinnen und sich auf die kommende Reise einzustellen. Zum anderen muss das Motorrad nicht Wochen vorher in einer Kiste verpackt vorausgeschickt werden, und man kann sicher sein, mit ihm gemeinsam im richtigen Hafen einzutreffen. Auch der Preis ist mit 1000 Euro für eine Person mit Motorrad okay. Nachteil ist die mehrwöchige Anreisedauer, zumal Frachter keine genauen Fahrpläne haben und sich Abfahrtszeiten auch um Tage verschieben können. Auf einem Frachtschiff geht es ungezwungen zu, ohne Animationsprogramm oder Kleiderordnung. Kapitän und Offiziere haben außerhalb der Häfen immer Zeit für ein Gespräch und freuen sich über Abwechslung im Seemannsalltag. Von der Teeküche bis zur Kommandobrücke waren alle Räumlichkeiten jederzeit für uns zugänglich. Außer den Mahlzeiten gibt es keine Abwechslung, entsprechend sollte man sich zur Gestaltung der Tage mit Büchern oder Spielen ausstatten. In den Häfen entscheidet der Kapitän, ob und wie lange Landgang möglich ist. Weitere Informationen gibt es unter www.grimaldi-freightercruises.com oder www.internaves.de.

Papiere/Gesundheit
Erforderlich sind ein Visum der malischen Botschaft in Berlin, ein gültiger Reisepass mit genügend freien Seiten sowie internationaler Führer- und Fahrzeugschein. Ein Carnet de Passages wird für Mali nicht verlangt, lediglich für eine Ausreise via Senegal (bei Fahrzeugen, die älter als fünf Jahre sind). Eine Kfz-Haftpflichtversicherung («Carte brune«) muss an der Grenze abgeschlossen werden und gilt auch für viele andere Länder Westafrikas. Der hier bereiste Süden Malis ist sicherheitstechnisch unproblematisch. Das Aus-wärtige Amt in Berlin warnt dagegen vor den nördlichen Saharagebieten des Landes (www.auswaertiges-amt.de). Medizinisch ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben und muss im Impfausweis nachgewiesen werden. Zusätzlich sind Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut ratsam. Über Malariaprophylaxe muss jeder selbst entscheiden, vorbeugende Maßnahmen wie langärmelige Kleidung und Moskitonetz sind in jedem Fall anzuraten. Weitere Informationen erteilen die Tropeninstitute. Eine Auslands-Krankenversicherung ist ebenso wichtig wie eine gut ausgestattete Reiseapotheke, die für Notfälle auch sterilisierte Spritzen, Kanülen et cetera enthalten sollte. (siehe auch MOTORRAD 12/2007 zum Thema »Gesund unterwegs«).

Finanzen
Währungseinheit ist wie in vielen Ländern West-afrikas der Franc CFA, der im festen Wechselkurs zum Euro steht. EC-Geldautomaten sucht man ebenso vergebens wie Kreditkartenzahlung. Auch Travellerschecks können nur selten eingetauscht werden. Es gilt: Nur Bares ist Wahres. Wir hatten unsere Geld-bestände in verschiedenen Depots am Körper, im Gepäck und am Motorrad versteckt.

Essen und Übernachten
Hotels mit europäischem Standard sind in Mali selten und teuer. Einfache Zimmer mit Toiletten-spülung/Dusche aus dem Wasserkanister findet man dagegen in allen größeren Orten ab etwa sieben Euro. Einen Campingplatz gibt es nur in Bamako, oftmals kann man jedoch auf der Dachterrasse vieler Hotels das Zelt aufschlagen. Wild zelten ist im Prinzip fast überall möglich, dann muss man aber mit Besuchern rechnen. Das Lebensmittelangebot ist eingeschränkt, und kleine Dörfer haben oft keinen Laden. Meist finden sich aber Garküchen, die ein einfaches Reisgericht oder frittierte Yams anbieten. In größeren Orten gibt‘s frisches Obst, Gemüse und Fisch auf dem Markt.

Motorradfahren
Die asphaltierte Hauptstraße von Bamako nach Gao kann man mit einer Straßenmaschine befahren, für alle anderen Strecken ist jedoch eine robuste Enduro und eine Reichweite von 400 Kilometern angesagt. Benzin kostet zirka 0,90 Euro. Die einheimischen Mopedwerkstätten machen ihre mangelnde Ausstattung mit umso größerem Improvisationstalent wett. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, sollte seine Maschine gut vorbereiten, Werkzeug sowie alle gängigen Ersatzteile dabei haben und sich möglichst nicht nur bei Reifenpannen selbst helfen können.

Literatur
An Reiseführern bieten sich »Westafrika Band 1, Sahelländer« von Reise Know-How sowie die englischsprachigen Bände »Africa on a Shoestring« von Lonely Planet und der Bradt Travel Guide »Mali« an. Unverzichtbar ist trotz ihrer Fehler die Michelinkarte 953 »Nordwestafrika« in 1:4 Mio. Ansonsten gibt es von Reise Know-How und IGN jeweils »Mali« in 1:2 Mio (Teilblätter in 1:200000) sowie bei Expeditions-ausrüstern russische Generalstabskarten in 1:500000.

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