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Die Alpen sind das vielseitigste Motorradrevier Europas. Wer in zwei Wochen dem Bogen der Berge von Nizza bis zum Großglockner folgt, erlebt nicht nur Pässe und Pisten, sondern sammelt ganz nebenbei auch noch über 50000 Höhenmeter.

ANREISEDie schnellsten Wege zur Côte d’Azur, Ausgangspunkt der Tour, führen durch Frankreich über die gebührenpflichtigen Autobahnen E 15 und E 80 bis Nizza oder über die Gotthard-Strecke und die italienischen Maut-Strecken E 35, E 62, E 80 bis zur Riviera und von dort in die Seealpen. Die bequemste Anreise bietet der Autozug, der von Hamburg und Köln bis Fréjus an der Côte d’Azur fährt. Für eine Person und ein Motorrad kostet die einfache Passage ab Köln saisonabhängig ab 386 Mark. Infos bei DB-Autozug, Telefon 0180/5241224, oder im Internet unter www.dbautozug.de. Wer die Rückreise mit dem Autozug antreten möchte, findet Verladestationen in Villach, Bozen und Innsbruck.REISEZEITHauptreisemonat in Frankreich und Italien ist der August. Staus und nervige Zimmer- oder Zeltplatzsuche sind die Folge. Besser geht es im Juni, Juli und September voran. Wobei die hohen Pässe im Juni noch im Winterschlaf liegen können.ENDURO FAHRENFranzosen und Italiener sind sehr tolerant, was das Befahren alter Militärpisten angeht. Allerdings hört auch bei ihnen der Spaß auf, wenn Geländeheizer die Wege als Rennstrecke missbrauchen. Die Folge sind Streckensperrungen mit drastischen Strafen bei Zuwiderhandlung. Noch gibt es einige freie Strecken, die sich perfekt zum Endurowandern eignen. Wie lange sie uns erhalten bleiben, hängt einzig und allein vom Fahrverhalten der Nutzer ab. Also Leute, bitte, nehmt das Gas raus. Hier geht’s ums Naturerlebnis.ÜBERNACHTENDie Alpen bieten alles zwischen Campingplatz und Fünf-Sterne-Hotel. Im August können Zimmerreservierungen in Frankreich und Italien vonnöten sein. Während der übrigen Monaten gibt es kaum Probleme, ein Bett für die Nacht zu finden.SEHENSWERTIn den Alpen reiht sich ein Highlight ans nächste. Wobei Biker die Qual der Wahl haben, sich ganz und gar dem Kurvengenuss hinzugeben, Höhenmeter auf unzähligen Pässen zu sammeln, urige Dörfer und quirlige Städte zu besichtigen oder einfach nur die grandiose Landschaft zu bewundern. Am besten, man mixt sich einen Cocktail mit den Zutaten seiner Wahl.LITERATURHintergrundliteratur, Bildbände und Reiseführer über die Alpen füllen meterlange Regale in den Buchhandlungen. Herausragend in Sachen Navigation ist der »Grosse Alpenstraßenführer« vom Denzel-Verlag, liebevoll »der Denzel« genannt. Der dicke Wälzer kostet 65 Mark und beschreibt so ziemlich alle fahrbaren Straßen im gesamten Alpenraum. Wer den Alpenbogen fahren möchte und dabei auch die kleinen Wege erkunden will, kommt um eine dicke Kartensammlung nicht herum. Für den französischen Teil empfehlen sich die Michelin-Karten 1:200000, Einzelblätter 74, 77, 81 und 84. Für Italien kommen die Generalkarten 1:200000, Einzelblätter 2, 3 und 4 in Frage. In der Schweiz sammelte ich gute Erfahrungen mit der Straßenkarte vom Bundesamt für Landestopographie, Blatt 6010, ebenfalls in 1:200000. Und in Österreich benutzte ich die Michelin-Karte im Maßstab 1:400000.

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