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Mittelamerika ist als Reiseziel nicht unkompliziert. Während Yucatán und Belize schon seit Jahrzehnten mit Karibikstränden, jahrtausenderalter Maya-Kultur und Costa Rica mit großem Naturreichtum lockt, waren die übrigen Länder allzulange in politische Probleme verstrickt, um eine touristische Grundlage zu schaffen. Aber wer sich mit diesen Widrigkeiten auseinandersetzt, wird mit einer hochspannenden Tour belohnt.

Anreise Diese Tour kann nur mit dem eigenen Motorrad gefahren werden. Weder gibt es in den Regionen reisetaugliche Maschinen zu mieten, noch würden diese über die zahlreichen Grenzen gelassen (siehe Formalitäten). Als optimaler Transporteur erwies sich die Fluggesellschaft LTU, die Verbindungen nach Cancún im Norden und San José im Süden unterhält und einen Gabelflug arrangieren konnte. Die Motorräder müssen dazu drei Tage vor Abflug zum Flughafen (mehrere deutsche Städte) gebracht werden, reisen auf dem Hinweg fast immer im gleichen Flieger mit. Und sind, da lediglich die Batterie abgeklemmt wird und der Tank viertels gefüllt sein darf, am Ziel schnell startklar. Das Personenticket kostete zum Reisezeitpunkt rund 1600 Mark, die Motorräder xxxx Mark. Die Formalitäten übernimmt wahlweise die Spedition. Nähere Informationen im Reisebüro, im Internet unter www.ltu.de, den LTU Cargo-Büros in Düsseldorf, Frankfurt oder München sowie den Agenturen Fly & Bike (Telefon 089/66002160) und GS-Sportreisen (Telefon 089/27818484, internet www.gs-sportreisen.de). Reisezeit und Ausrüstung Für eine Route durch ganz Mittelamerika ist nur ein Monat ideal: der Januar. Dann herrschen angenehmen Reisetemperaturen und man fährt bei (Nord-Südkurs) den unterschiedlichen Regenperioden der diversen Länder optimal davon. Dennoch sollte unbedingt Regenkleidung an Bord sein sowie ein dicker Pulli, da es in den Bergregionen mitunter recht kalt werden kann.Route und BenzinversorgungDie Wahl der Route orientierte sich an den Faktoren Pistenzustand, landschaftliche oder kulturelle Attraktivität und Sicherheit. Über den Pistenzustand gaben Landkarten und Reiseführer einen Anhaltspunkt. Beispielsweise, wie lange der Bus unterwegs ist. Wenn der neuen Stunden für 60 Kilometer braucht, ist die Piste eher schlecht. Das Thema Sicherheit gehört leider zwingend dazu, da vor manchen Routen wegen Überfällen gewarnt wird (siehe Sicherheit). Tankstellen sind in den Landkarten verzeichnet und im dicht besiedelten Mittelamerika genügend vorhanden. SicherheitAuch wenn wir kaum negative Erfahrungen gemacht haben, sollten die vom Auswärtigen Amt und im Handbuch als gefährlich gekennzeichneten Strecken ernst genommen werden. Durch die noch nicht lange zurückliegenden Bürgerkriege sind viele Waffen im Umlauf und kommen bei Raubüberfällen (auch auf Touristen) zum Einsatz. Das gilt grob für die Nordküste von Honduras, diverse Hochland-Regionen in Guatemala (rund um Tikal, Cobán und den Atitlánsee) sowie die alten Rebellenhochburgen im Nordosten Nicaraguas. Vor Reiseantritt bei den genannten Informationsstellen den neuesten Stand erfragen. Grundsätzlich gefährlich sind außerdem Nachtfahrten.Formalitäten Zur Einreise reichen überall Reisepass, Führerschein und Kfz-Schein aus. Die jeweils internationale Ausführung sollte dabei sein, wurde aber nie verlangt. (Unbedingt Kopien von allem anlegen.) Die deutschen Motorradversicherungen/Grüne Karte gelten in Übersee nicht. Empfohlen wird daher der Abschluss einer Reise-Kfz-Versicherung. Kann entweder unterwegs oder in Deutschland (außer für Mexiko) bei American International Underwriters,Telefon 06122/15646, Fax 8993, oder Tour Insure Telefon 040/251721-50, Fax –21, abgeschlossen werden. Pro Monat kostet eine 650er ab 420 Mark (mit Vollkasko rund 765 Mark). Sechs Grenzübergänge kosten Zeit, Geduld und Geld. Im Schnitt müssen zwei bis drei Stunden pro Grenzübertritt einkalkuliert werden. Die Kosten sind völlig unterschiedlich und reichen von xx US-Dollar in Mexiko bis zu sagenhaften xxxx in Costa Rica (Ein- und Ausreise). Insgesamt haben wir pro Person mit Bike in vier Wochen xxx Mark an die Zöllner abgedrückt, von denen sicher nicht alle legal waren. Aber es gab nirgendwo wirkliche Probleme, sondern unser Durchreiseanliegen wurde überall völlig selbstverständlich gewährt. FinanzenBasiswährung ist in allen Ländern der US-Dollar, mit dem zur Not auch immer gezahlt werden kann. Im normalen Zahlungsverkehr ist aber stets die einheimische Währung üblich, die an den Grenzen an- und verkauft wird. Die Kurse der dortigen Geldwechsler sind meist akzeptabel, und übriggebliebene Währung kann nur bei ihnen zurückgetauscht werden.Travellercheques in US-Dollar und Kreditkarten werden in Banken und größeren Hotels meist problemlos akzeptiert, auf dem Land dagegen kaum. Entsprechend kommt man nicht umhin, eine gewisse Menge Bargeld bei sich zu tragen, sollte dies aus den erwähnten Risiken aber gut verstecken (zum Beispiel in direkt am Körper getragenen Geldgürteln).Übernachten/Camping: Übernachtungsmöglichkeiten sind in entlegeneren Regionen nicht immer leicht zu finden. Als unentbehrlicher Helfer erwies sich dabei das empfohlene Mittelamerika-Handbuch, das uns mit seinen Quartiertipps manche nervenaufreibende Suche erspart hat. Die Preise beginnen bei rund 35 Mark für einfache Zimmer und enden bei 150 Mark in nobleren Hotels. Tipps: die Dschungellodge in Tikal für 150 und das Hotel Tezuluthán in Salama/Guatemala für 35 Mark. Zelten ist schwierig, da Campingplätze rar und meist unattraktiv sind. Zwei besonders schöne: in Belize an der Verbindungsstraße zwischen San Ignacio und dem Grenzübergang nach Guatemala; in Costa Rica am Nordostufer des Arenalsees Organisierte Touren Wer einmal Mittelamerika-Luft schnuppern will, kann beim MOTORRAD ACTION TEAM ab 2002 eine Tour durch Guatemala und Honduras buchen, die Teile der hier beschriebenen Route streift. Die Details werden gerade ausgearbeitet, unter Telefon 0711/182-1977 ist schon Näheres zu erfahren. Literatur Beim Reiseführer gibt’s nur eine Wahl: Das Mittelamerika-Handbuch aus dem Gisela Waltther-Verlag für 49,80 Mark – eine deutsche Lonely Planet-Übersetzung, auf dessen 830 Seiten wirklich ALLES steht, was man wissen muss. Streckeninfos, Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Hotels etcetera. Mexiko fehlt darin leider, sodass wir auf das Yucatan-Kapitel von Stefan Loose »Mexiko« für 44 Mark verweisen. Die besten Karten kommen vom Verlag »International Travel Maps«, der sowohl die Übersichtskarte »Centralamerika« in 1:1,8 Mio sowie Einzelblätter für jedes Land in 1:350 000 - 800 000 anbietet.Information Über Formalitäten, Sicherheit und Gesundheitsfragen weiß das Auswärtige Amt Bescheid, Telefon 01888170, internet www.auswaertiges-amt.de . Alle Fragen zum Thema Impfen und Prophylaxen beantworten neben dem Hausarzt vor allem die Tropeninstitute. Zum Beispiel in München, Telefon 089/333369, sowie der Internetdienst xxxxxxxxxx. Zum Thema Fahrzeug ist die Auslandsabteilung des ADAC gut informiert, Telefon 089/7676-6331. Touristische Informationen gibt’s bei der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika unter Telefon 06298/929277. Ansonsten: Siehe Literatur.Gefahrene Strecke: 4000 KilometerZeitaufwand: Vier Wochen

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