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Urlaub in der Türkei bedeutet für viele nur Mittelmeerküste. Dabei verbergen sich im Norden Gebirgszüge mit beeindruckenden Pässen, verwegenen Motorradstrecken und herrlichen Küsten.

Anreise:Der direkte Landweg führt über Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien und misst von München bis zur türkischen Grenze rund 1900 Kilometer. Für Rumänien und Bulgarien werden Transit-Visa benötigt. Die Straßen in diesen beiden Ländern sind teils in sehr schlechtem Zustand. Komfortabler ist die Anreise per Fähre von Venedig nach Izmir. Sie verkehrt einmal wöchentlich, benötigt rund zweieinhalb Tage und kostet pro Person und Motorrad in der Vierbettkabine mit Vollpension ab 500 Mark. Infos beim ADAC oder direkt bei Reca Handels GmbH und Reiseagentur, Telefon 07031/86 60 10.Papiere:Für die Einreise ist ein Reisepass nötig, in dem das eingeführte Fahrzeug vermerkt wird. Das dazu an der Grenze ausgehändigte Papier mit den Fahrzeugdaten muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Neben nationalem Führerschein und Kraftfahrzeugschein darf die grüne Versicherungskarte nicht vergessen werden. Lassen Sie sich von der Versicherungsgesellschaft deren Gültigkeit auch für den asiatischen Teil der Türkei bestätigen.Gastronomie:Der Hunger lässt sich im »Restorant« oder im »Lokanta« stillen. Sie unterscheiden sich durch höhere Preise im »Restorant« und einfachere Einrichtung im »Lokanta«. Dort gibt´s als Serviette halt nur ein Blatt Papier. Schmecken tut«s überall gleich gut. Bestimmte Gerichte wie Köfte (Hackfleischklöschen), Gulasch vom Rind, Lamm, Hammel oder gefüllte Auberginen werden in einer Vitrine im Lokal warmgehalten und sind so zu fast jeder Tageszeit zu bekommen. Wegen mangelnder Sprachkenntnisse braucht man sich nicht sorgen: Die Küchen-Crew öffnet zur Auswahl gerne sämtliche Töpfe. Die Preise sind wirklich niedrigst. Ein Essen im »Lokanta« inclusive der obligatorischen Cola, kostet vier bis acht Mark. Übernachten:»Otel« und »Pansyon« sind die üblichen Bezeichnungen für Unterkünfte. Im Durchschnitt liegen die Preise für einfache Zimmer bei zehn bis zwanzig Mark. Hotels kosten ab 30 Mark pro Person im Doppelzimmer. Der Preis lässt selten auf die Qualität schließen, deshalb das Zimmer auf jeden Fall vorher begutachen. Entlang der Küste gibt es ein paar Campingplätze, die zwar sehr günstig sind, aber auch entsprechend spartanische Einrichtungen aufweisen. In den Bergen sind Unterkünfte selten, dafür gibt es genügend Platz zum wilden Zelten. Reisezeit:Ab Mitte Mai bietet die Schwarzmeerküste die angenehmsten Temperaturen zum Motorradfahren. Zum Baden ist es dann aber noch zu kalt. Während dieser Zeit kann es zwar noch häufig regnen, aber auf einer Seite des Küstengebirges scheint fast immer die Sonne. Der 2600 Meter hohe Ovitdagi-Pass kann allerdings im Mai wegen Schnee noch gesperrt sein. Während der Hochsommer mit extremer Hitze eher abschreckt, folgen von Mitte September bis Mitte Oktober wieder beste Bedingungen. Strecke/Tanken:Alle Hauptstraßen sind asphaltiert und in relativ gutem Zustand. Der Ovitdagi-Passübergang ist zwar auf einem kurzen Stück nicht asphaltiert, kann aber problemlos mit jedem Motorrad befahren werden. Die Nebenstrecke von Pazaryolu nach Bayburt besteht aus einer holprigen Piste, die vor allem bei Regen nach einer Enduro verlangt. Das Tankstellennetz ist für eine normale Tankgröße ausreichend dicht. Auch bleifreies Benzin wird immer öfter angeboten, aber in der Nordtürkei nicht an jeder Station.Literatur:Über die Türkei gibt es viele Reiseführer, die türkische Schwarzmeerküste wird aber von den meisten nur knapp erwähnt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ein gutes Stimmungsbild beschreibt der APA-Guide »Türkei« für 44,80 Mark. Ziemlich ausführlich ist der gleichnamige Baedeker Reiseführer zum Preis von 49,80 Mark. Zur Einstimmung zu Hause eignet sich das Geo Special Türkei für 14,80 Mark. Wo«s lang geht, zeigt die RV-Länderkarte im Maßstab 1:800 000.Adressen: Informationen gibt es von der Informationsabteilung des türkischen Generalkonsulats, Baseler Str. 37, 60329 Frankfurt a.M., Telefon 069/23 30 81, Fax 23 27 51.Gefahrene Strecke: zirka 2900 Kilometer.Zeitaufwand: 2 bis 3 Wochen.

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