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Wer das Motorrad noch angemeldet hat und ein paar Tage Kurvenspaß genießen möchte, dem sei ein Kurztrip nach Südwesteuropa empfohlen. Dank günstiger Klimaverhältnisse ist oft bereits im südlichen Rhonetal mit angenehmen Temperaturen zu rechnen. Nachstehend alle nötigen Informationen über Motorradtransporte, Schlechtwetterprohylaxe und die besten Strecken.

Anreise: Im Winter gibt es gar keine Alternative - der klimatisch moderateste Weg nach Südfrankreich führt durch das Rhonetal. Dorthin gelangt man am schnellsten über den Grenzübergang Mulhouse bei Basel, die A 36 bis Chalon/Dijon und dann über Lyon entlang der Rhone auf der A 6 bis zur Ausfahrt Montelimar (siehe auch Kasten »Winter-Anreise«). Die Strecke: Ob die beschriebene Route komplett befahrbar ist, läßt sich nicht vorhersagen. Sollte es in der Ardèche-Region noch zu kalt sein oder regnen, empfiehlt es sich, auf der Autobahn A 9 oder den Rue National N 86, 113 und 9 weiterzufahren und direkten Kurs auf die südlichen Pyrenäen zu nehmen. Sie sind eine deutliche Klimascheide, und spätestens danach bietet das Wetter durchgängig gute bis perfekte Bedingungen zum Motorradfahren.Klima: Der Winter in der Provence ist wechselhaft und von unvorhersehbarer Bandbreite. So können warme 15 Grad möglich sein, aber auch Temperaturen um den Gefrierpunkt. In den Gebirgsregionen schneit es dann sogar. Der Einstieg bei Montelimar ist daher der kritische Punkt der Route. Doch auch wer erst weiter südlich in den Sattel steigt, sollte gegen Kälte gut gerüstet sein. Thermo-Unterwäsche, Fleece-Pullover, dicke Handschuhe und sicherheitshalber auch eine Thermokombi zum Drüberziehen gehören ins Gepäck. Grundsätzlich sollte sich die Planung einer Wintertour unbedingt an den Wetterprognosen orientieren. Ein Tiefdruckgebiet mit seiner meist feuchten Kälte ist im Winter auch im milden Süden kein Spaß, während eine Hochdruckwetterlage der Sonne beste Chancen zum Wärmen gibt und trockene Strecken garantiert. Achtung: Bei Frostnächten kann sich vor allem in der Ardèche-Region gefährlich glatter Rauhreif auf der Fahrbahn bilden, der sich im Schatten mitunter bis in den späten Vormittag hält. Übernachten: Die Quartiersuche ist im Winter etwas aufwendiger, da viele Hotels nur im Sommer geöffnet haben. Hier können die Fremdenverkehrsbüros der Länder weiterhelfen, Erkundigungen vor Ort oder in Frankreich das überaus nützliche Verzeichnis von »Logis de France«, einem Verband privater und meist preiswerter, ortstypischer Zwei- bis Drei-Sterne-Gasthöfe mit Restaurants. Darin findet sich fast für jedes Dorf des Landes eine Adresse inklusive Öffnungszeiten. Erhältlich beim Fremdenverkehrsamt für 29 Mark (siehe auch Information und Sicherheit). Sicherheit: Ein Wermutstropfen bei Südfrankreichtouren ist die hohe Zahl von Motorraddiebstählen. Deshalb sollte in Hotel unbedingt nach einer Parkmöglichkeit im Hof oder einer Garage gefragt werden. In vielen Fällen ist eine Unterstellmöglichkeit vorhanden und wird oft sogar von selbst angeboten. Hier sind große Hotelketten wie beispielsweise Climat oder Novotel vorteilhaft, da dort fast immer Tiefgaragenplätze für rund zehn Mark vermietet werden. Infos und Verzeichnisse gibt es über die Fremdenverkehrsämter.Informationen: Alle wichtigen Informationen sowie Hotelverzeichnisse erhält man über die Fremdenverkehrsämter der beiden Länder: Französisches Fremdenverkehrsamt, Postfach 100128 in 60001 Frankfurt/M, Telefon 0190/570025. Spanisches Fremdenverkehrsamt, Postfach 15 19 40, in 80051 München, Telefon 089/5389075, Fax 5328680 (weitere Büros in Frankfurt, Düsseldorf und Berlin). Literatur: Ein übergreifendes Werk über die ganze Strecke gibt es nicht, es müssen die Informationen aus Reiseführern über die einzelnen Länder und Regionen zusammengesucht werden. Wer nicht allzu tief schürfen, sondern sich eher Anregungen für die Reiseroute holen will, ist mit den beiden HB-Bildatlanten Provence und Costa Brava für je 14,80 Mark gut bedient. Wer mehr wissen möchte, greife zu dem Südfrankreich-Band aus dem Michael Müller Verlag für xxx Mark, der viele Informationen und auch Übernachtungstips für das gesamte Streckengebiet in Frankreich gibt. Für den spanischen Teil der Strecke leistet dies das Werk xxxxxxxxxxxx. Karten: In Frankreich kommt das 1:200 000er Michelin-Großblatt 240, Languedoc/Roussillon zum Einsatz, in Spanien das trotz relativ großen Maßstabs 1:400 000 empfehlenswerte Michelin-Blatt 443, Nordost-Spanien.Zeitaufwand: Drei Tage Gefahrene Strecke: zirka 650 Kilometer

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