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Eine Tour am Hochrhein ist wegen der Nähe zur Schweiz und zu Frankreich und den dort zusammentreffenden Kulturen bereits eine spannende Sache. Baut man dann noch ein paar Ausflüge in den fast schon alpinen Südschwarzwald ein, bietet die Tour die perfekte Basis für ein langes Wochenende.

Anreise: Basel erreicht man ganz einfach über die A 5 Frankfurt – Karlsruhe – Basel. Von dort geht es ganz nach Lust und Laune entweder am Schweizer oder deutschen Rheinufer in Richtung Schaffhausen beziehungsweise Stein am Rhein. Für die Einreise in die Schweiz - auf der Tour wird die Grenze mehrfach überschritten - braucht man außer dem Personalausweis und den Fahrzeugpapieren auch die Internationale Grüne Versicherungskarte. Eine Autobahnvignette muß nicht unbedingt erworben werden, weil die Tour ausschließlich über Landstraßen gefahren werden kann. Allerdings wird bei der Anfahrt über die Autobahn die Vignettengebühr automatisch fällig. Wer wenige hundert Meter vor der Grenze an der Abfahrt Weil die Autobahn verläßt und von dort nach Basel einreist (ist ausgeschildert), kann sich die 40 Franken sparen. Wer die Tour am Bodensee beginnen möchte, fährt über Stuttgart auf der A 81 bis zum Autobahnende nach Singen. Von dort sind es nur wenige Kilometer bis nach Stein am Rhein. Reisezeit: Eine Tour entlang des Hochrheins ist während der ganzen Motorradsaison verlockend. Besonders reizvoll aber im dort oft richtig warmen Hochsommer und dem meist sehr angenehmen Altweibersommer.Unterkünfte: Entlang des Hochrheins gibt es zahlreiche Hotels und Gasthöfe. Für ein Doppelzimmer mit Übernachtung sollte man mindestens 120 Mark einkalkulieren, in der Schweiz den gleichen Betrag in Franken (zirka 150 Mark). Günstiger sind Übernachtungen auf den schön am Rheinufer gelegenen Campingplätzen (in der Karte eingezeichnet).Reisen mit Kindern: Auch wenn man zum ersten Mal oder nur einmal im Jahr mit Kindern auf dem Motorrad fährt, ist eine komplette Sicherheitsausrüstung oberstes Gebot. Je nach Alter und Größe passen den Kids oft schon kleine Frauengrößen, so daß man sich gegebenfalls Motorradjacke, -hose und -stiefel bei einer Freundin ausleihen kann. Keine Kompromisse darf man beim Helm eingehen. Der braucht die exakte Kopfgröße, sollte bequem sitzen und nicht rutschen. Auch wenn er vielleicht schon im nächsten Jahr nicht mehr paßt, darf man hier nicht sparen. Nierengurt und Handschuhe nicht vergessen. Spezielle Motorradbekleidung für Kinder (Textil und Leder) wird inzwischen von vielen Herstellern angeboten. Eine ausführliche Übersicht gab´s in MOTORRAD 13/97.Bevor man zu einer größeren Tour aufbricht - und 200 Kilometer sind für Kinder eine größere Tour - sollte man gemeinsam kleinere Ausfahrten machen und dann mal einen Tagesausflug unternehmen. Auf zahlreiche Pausen achten, schon nach einer halben Stunde kann die Aufmerksamkeit der Kids nachlassen. Die Kinder sollten bequem sitzen, die Füße müssen die Fußrasten erreichen (eventuell höhersetzen) und sie müssen sich festhalten können. Weniger empfehlenswert ist ein spezieller Kindersitz, da er - ganz abgesehen von der Zulassung - das Kind bei einem Sturz am Motorrad festhält. Dringend abzuraten ist von Beschleunigungsdemonstrationen und Kurvenkratzereien. Das beeindruckt nur in den seltensten Fällen, sondern erschreckt auch größere Kinder. Die Lust am Mitfahren ist dann schnell dahin.Literatur: Ein eigenen Reiseführer zum Hochrhein gibt es unseres Wissens nicht. Hinweise findet man in Werken über den südlichen Schwarzwald oder die nördliche Schweiz (Basel und Aargau). Ein guter Ersatz ist »Die Freizeitkarte Schwarzwald Süd« aus dem Marco Polo Verlag für 9.80 Mark, die außer dem kleinen Maßstab von 1:100 000 zahlreiche Beschreibungen und Hinweise auf Sehenswertes bringt. Auch Zelt- und Campingplätze sind hier verzeichnet.Gefahrene Strecke: zirka 200 KilometerZeitaufwand: Wochenendtour

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