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Die Islamische Republik Pakistan ist wenige Jahrzehnte alt, die Kultur des Landes etwa 5000 Jahre. Über zwei Dutzend Sprachen und Kulturen sowie die Landschaft zwischen den kargen Wüsten Beluchistans und dem ewigen Eis am Nanga Parbat formen ein Land der Kontraste.

Anreise: Die Anreise auf dem Landweg erfolgt über die Türkei und den Iran. Wegen der anhaltenden Kurdenkonflikte im Osten der Türkei sollte man auf der Hauptstrecke über Sivas und Erzurum bleiben. Durch den Iran empfiehlt sich die Strecke über Täbriz, Teheran, Qom, Yazd, Kerman und Zahedan. Die Straßen sind hervorragend. Für die erforderlichen Tankstops genügt eine Reichweite von zirka 300 Kilometern. Im Ganzen beträgt die Anreise etwa 7000 Kilometer und ist bequem in 14 Tagen zu bewältigen. In Pakistan ist die Benzinversorgung entlang der Hauptstrecken gut und etwa alle 200 Kilometer eine Zapfsäule zu finden. Abseits der befahrenen Routen sollte man sich vorsichtshalber erkundigen. Eine Reichweite von 500 Kilometern war in unserem Falle immer ausreichend.Wer zurück lieber fliegen möchte, kann von Islamabad, Lahore und Karachi mehrmals wöchentlich nach Hause reisen. Bei der P.I.A. (Pakistan International Airline) kostet das Ticket nach Frankfurt pro Person etwa 600,- Mark einfach. Zwischen 1200.- und 1500.- Mark verlangen Speditionsunternehmen vor Ort für den Rücktransport der Maschine per Luftfracht nach Deutschland. Wer die obligatorische Holzkiste selbst in Auftrag gibt und das Motorrad persönlich zum Frachtschalter bringt, kann bis zu 400.- DM sparen. Allgemeines: Nach offiziellen Angaben wird empfohlen, die beiden südlichen Provinzen Sind und Baluchistan wegen der Gefahr eines bewaffneten Raubüberfalls zu meiden. Von einem Besuch in Karachi wird, wegen der anhaltenden Unruhen, dringend abgeraten. Die Strecken entlang der afghanisch - pakistanischen Grenze sind für Touristen gesperrt. Ohne Gefahr sind die Provinz Punjab und die nördlichen Regionen zu bereisen. Nach unseren eigenen Erfahrungen waren allerdings sämtliche befahrenen Strecken unbedenklich. Auch Touristen aus Karachi bestätigten die offiziellen Warnungen nicht.Dokumente: Ein dreimonatiges Visum gibt es bei der Pakistanischen Botschaft, Rheinallee 24, 53173 Bonn. Wer einen Abstecher nach China plant, sollte nicht vergessen, ein Visum mit mehrfacher Einreise zu beantragen. Der internationale Führerschein ist Pflicht. Für das Motorrad verlangt Pakistan ein Carnet, das bei deutschen Automobilclubs gegen eine Kaution von 6000.- Mark erhältlich ist.Reisezeit: Im südlichen Tiefland klettert das Thermometer während der Sommermonate auf über 50 Grad. Zu dieser Zeit ist es in den nördlichen Gebirgen gerade angenehm. Umgekehrt fallen hier die Temperaturen im Winter auf bis zu minus 25 Grad, während dann im Süden plus 20 Grad herrschen. Den besten Kompromiß bilden Frühjahr und Herbst. Übernachten: Billige Hotels und Unterkünfte gibt es beinahe in jedem Dorf. Ein Zelt ist in Pakistan nicht notwendig. Übernachten im Freien ist zwar erfahrungsgemäß überall möglich und unbedenklich, nur ein ungestörtes Plätzchen findet sich bei der enormen Bevölkerungsdichte entlang der Straßen schwer.Motorräder: Die neue Kawasaki KLR 650 hat sich als Allrounder ohne technische Veränderungen bestens bewährt. Asphalt- Kilometerfressen bewältigte sie ebenso souverän wie Flußdurchquerungen und Sand- oder Geröllpassagen. Leider gibt es derzeit noch keinen ausreichend großen Tank für Fernreisen im Handel. So wurden zusätzliche 15 Liter Sprit in Kanistern in den Alukoffern von Hein Gericke verstaut.Die montierten Hepco & Becker Träger hielten der Pistenbeanspruchung an beiden Maschinen nicht stand und brachen.Literatur: Aktuell und äußerst informativ sind die englischsprachigen Reiseführer »Pakistan« und »Karakoram Highway - the high road to China« aus dem Lonely Planet Verlag für je 31,80 Mark. Deutschsprachig verhilft der Apa guide »Pakistan« für 44 Mark zu einem ersten Eindruck vom Land. Landkarten gibt es von Nelles Maps (»Pakistan«, 1: 500 000) und von World Cart (»Afghanistan, Pakistan, 1:2 Mio). Aber vorsicht - die Angaben zu Entfernung und Streckenbeschaffenheit stimmen nicht immer.

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