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Wenn einem hierzulande noch nasskalter Wind um die Ohren pfeift, wärmt sich Griechenlands Inselwelt bereits unter mediterraner Sonne. Es ist eine Welt für sich, in der fast jede Insel mit ihrem eigenen Charakter überrascht. Vulkanismus auf Nissiros, Kletterfelsen auf Kalymnos oder die wilde Landschaft auf Karpathos. Selbst auf Rhodos sind abseits des Massentourismus jede Menge schöner Ecken zu finden.

Reisedauer: 8 Tage; Gefahrene Strecke: rund 740 Kilometer

Anreise
Die bereisten Inseln liegen in der entferntesten Ecke des östlichen Mittelmeers. Wer mit dem eigenen Motorrad anreist, nimmt eine der Fähren von Italien nach Griechenland (zum Beispiel die Fähre Venedig–Patras, in der ein Kabinenplatz mit Motorradtransport etwa 320 Euro kostet) und kann dann vom Hafen in Piräus mit einer weiteren Fähre entweder direkt nach Rhodos übersetzen oder über Kreta nach Karpathos beziehungsweise über Kos nach Kalymnos oder Nissiros. Während der Hauptsaison ist das Buchen der Fähre ratsam. Infos zu den Fährverbindungen gibt es im Internet unter www.greece-ferries.com, oder übersichtlicher auf den Internetseiten der jeweiligen Fährlinien: www.anek.gr, www.minoan.gr, www.superfast.com.

Innergriechische Fähren
Das innergriechische Fährsystem funktioniert wie ein Bussystem. Die großen Inseln sind mittels Direktfähren mit dem Haupthafen in Piräus verbunden. Die kleinen Inseln werden von Linienschiffen abgefahren, die eine Insel nach der anderen anlaufen. Die besten Fährverbindungen innerhalb des südlichen Dodekanes hat Rhodos. Karpathos wird regelmäßig ab Kreta oder Rhodos angesteuert. Nissiros und Kalymnos sind von der Insel Kos aus sehr gut zu erreichen. Die innergriechischen Fährverbindungen können auf der Internetseite www.gtp.gr recherchiert werden.

Reisezeit
Entweder im Frühjahr, von Ende April bis Mitte/Ende Juni, oder im Spätsommer, wenn die Saison gelaufen ist. Dazwischen ist es zum Motorradfahren sehr heiß, die Strände und Unterkünfte sind voll und die Preise an der Oberkante. Rhodos erlebt den ersten Urlauberansturm bereits in den Osterferien. Am engsten wird es in den ersten zwei Augustwochen. Dann sind viele ausgewanderte Griechen auf Heimaturlaub, da am 15. August das zweitwichtigste religiöse Fest Griechenlands gefeiert wird. Danach flauen die Touristenströme schlagartig ab.

Übernachten
Während der Saison ist das Angebot auf allen vier Inseln gut. Außerhalb der Hauptsaison hat so manche Unterkunft geschlossen. Ein Zimmer zum Übernachten findet sich aber normalerweise immer. Die Preise variieren je nach Lage und Ausstattung recht stark. Einfache Unterkünfte sind je nach Saison bereits ab 20 Euro zu finden. Vor allem außerhalb der Hauptsaison sind die Preise in gewissen Grenzen verhandelbar.

Straßen
Die Spezies Schotterstraße wurde auf griechischen Inseln in den letzten Jahren deutlich dezimiert. Trotzdem sind noch genügend Exemplare zu finden, um mit einer eingestaubten Enduro aus dem Urlaub heimzukehren. Die schönste Piste unter den gefahrenen Strecken ist die Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Inselteil auf Karpathos. Aber auch hier wird seit längerem mittels EU-Geldern an der Ausrottung gearbeitet. Wer sie noch erleben will, sollte bald losfahren.

Sehenswert
Nissiros: das aktive Vulkangebiet und das Vulkanmuseum in Nikia. Rhodos: der Großmeisterpalast und die Altstadt von Rhodos Stadt (UNESCO-Weltkulturerbe); die Mauerreste des antiken Kamiros; das Schmetterlingstal (Petaloudes), Schmetterlinge flattern hier leider nur in der heißesten Jahreszeit von Ende Juni bis Anfang August. Kalymnos: das Sea World Museum.

Unternehmungen
Kalymnos hat sich während der letzten zehn Jahre zu einem Treffpunkt der Sportkletterer entwickelt. Es gibt inzwischen viele ausgezeichnete und gesicherte Kletterrouten. Die Surfer treffen sich auf Rhodos an der Halbinsel Prasonisi bei Kattavia, an der äußersten Südspitze der Insel. Der Surfspot liegt weit weg von den Touristenzentren (was aber nicht heißt, dass hier nichts los sei). Hier gibt es sowohl Surfbretter zu mieten als auch den passenden Kurs dazu.

Literatur
Speziell auf Karpathos und seine Nachbarinseln abgestimmt ist das Reisehandbuch Karpathos aus dem Michael Müller Verlag für 15,90 Euro. Motorradgerecht handlich ist der Marco Polo Reiseführer Rhodos zum Preis von 9,95 Euro. Er beinhaltet auch gleich eine brauchbare Straßenkarte. Genauso der Rhodos-Band aus der Reihe Merian live!, der zusätzlich konkrete Tourenvorschläge umfasst (9,50 Euro).

Karten
Für Rhodos die Allianz-Freizeitkarte Rhodos 1:100000 (6,95 Euro). Für Nissiros und Kalymnos genügt die auf der jeweiligen Insel erhältliche Touristenkarte. Eine sehr gute Karte für Karpathos: Karpathos/Kasos, 1:60000, Road Editions Griechenland, für 7,50 Euro.

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