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Der "Maghreb al-Aksa", der "Ferne Westen", wie Araber Nordwestafrika nennen, lockt mit der gesamten Palette an On- und Offroad-Strecken, tollen Landschaften und den Reizen einer orientalischer Kultur.

Anreise
Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach Marokko zu gelangen: per Achse, mit Auto und Anhänger oder dem Autoreisezug bis Narbonne/Südfrankreich (www.db.autozug.de, ab 220 Euro einfach). Wer mit dem Bike anreisen möchte, sollte für die rund 2500 Kilometer bis Südspanien (und wieder zurück) genügend Zeit einplanen. Fährverbindungen nach Marokko gibt es aber auch von Genua (Italien) und Sète (Südfrankreich). Ansonsten: Almeria, Malaga, Algeciras und Tarifa (Südspanien). Infos und Preise unter www.aferry.de, marokkotours.de, marrakech-info.com/marokko/faehren-europa-marokko.htm.

Reisezeit
Ideal sind Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (September bis November). Dann herrschen im ganzen Land angenehme Klimaverhältnisse. In den Bergen ist der Schnee schon geschmolzen und die Wüste noch nicht zu heiß. Im Winter (Dezember bis Februar) empfiehlt sich der Süden für Motorradfahrer. Zwar fällt im Hohen Atlas ab Dezember der erste Schnee, der sich bis ins Frühjahr halten kann und viele Pässe unpassierbar macht. Das Gebirge kann aber entlang der Atlantikküste oder im äußersten Osten Marokkos umfahren werden.

Dokumente
Erforderlich ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie eine grüne Versicherungskarte. Da einige Versicherer Marokko (MA) nicht einschließen, muss entweder zu Hause eine zeitlich begrenzte Zusatzversicherung (zirka 30 Euro) oder an der Grenze eine Kurzzeit-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Nationaler Führer- und Fahrzeugschein reichen aus. Währung ist der Dir-ham, und für einen Euro gibt es 11,60 davon. Travellerschecks und Bares wechseln fast alle Banken, Cash über Kredit- und meist auch EC-Karten gibt es bei Banken in größeren Orten. Als Direktzahlungsmittel werden Kreditkarten nur in großen Hotels und Touristenhochburgen akzeptiert.

Übernachten
In den Touristenzentren finden sich genügend Hotels jeder Preiskategorie. Abseits davon muss mit eher einfachen Verhältnissen gerechnet werden. Besonders gut gefallen hat uns die Auberge Baddou (www.auberge-baddou.com) in Tamtattouchte am oberen Ende der Todra-Schlucht. Der nette Besitzer Moha Abaz kocht vorzüglich und bietet sehr saubere Zimmer und Gemeinschaftsduschen. Auch Campingplätze gibt‘s zahlreich, doch Ausstattung und Zustand der sanitären Anlagen variieren stark. So liegt beispielsweise zwischen Azrou und Ifrane bei der Abzweigung zur großen Zeder ein prima Platz unter Kirschbäumen. Oder an der Ortsausfahrt in Nekob Richtung Zagora links der sehr liebevoll gestaltete, grüne Zeltplatz Ouadjou (www.ouadjou.com). Beide haben freundliche Betreiber und sind sehr empfehlenswert. Wild campen ist grundsätzlich möglich, aber man sollte ein geschütztes Plätzchen suchen, um ungestört zu bleiben.

Gastronomie
Die marokkanische Küche offenbart ihre Variationsbreite nicht an allen Orten. Dafür bekommt man in fast jedem Restaurant das Nationalgericht Couscous (Hartweizengrieß) mit Gemüse und Fleisch sowie ein schmackhaftes Tajine (geschmortes Fleisch mit Gemüse) zu güns-tigen Preisen. Die hygienischen Verhältnisse entsprechen (noch) nicht europäischem Standard, insbesondere bei Salaten, Obst und offenem Wasser ist Vorsicht angeraten.

Motorradfahren
Marokko hat das dichteste Teerstraßennetz Nordafrikas. Die Hauptverbindungsstraßen sind durchweg in gutem Zustand, Nebenstrecken dagegen oft schlecht. Ein dichtes Tankstellennetz ist ebenso vorhanden wie bleifreies Benzin in guter Qualität. Selbst bei Pistenfahrten genügt eine Reichweite von 350 Kilometern. In Sachen Untergrund (von sandig bis felsig) und Schwierigkeitsgraden bieten die zahllosen Pisten in der Wüste und im Atlasgebirge das ganze Spektrum.

Sicherheit
Das Auswärtige Amt (www.aus-waertiges-amt.de) rät wegen der derzeitigen Anschlagsgefahr zu erhöhter Aufmerksamkeit in Touristengebieten und in der Nähe religiöser Kultstätten. Erhöhte Vorsicht ist wegen Drogenhändlern auch im Rif-Gebirge zwischen Chefchaouen, Ketama und Fès geboten. Rauschgiftbesitz wird rigoros verfolgt und mit hohen Strafen geahndet.

Literatur
Von Erika und Astrid Därr stammt das Standardwerk „Marokko – Vom Rif zum Anti-Atlas“ aus der Reihe Reise Know-How für 25 Euro. Der 2007 aktualisierte Band hilft mit vielen Routenbeschreibungen und zahlreichen GPS-Punkten bei der Planung und vor Ort. Gute Orientierung bietet das Michelin-Blatt Nr. 742 „Marokko“ in 1:1000000.


Marokko
Hauptstadt: Rabat
Fläche: 458730 km²
Staatsform: Parlamentarische Monarchie
Einwohnerzahl: 29824000

Reisedauer: 14 Tage
Gefahrene Strecke: 3500 Kilometer

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