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Diese wenig bekannte Route über den Ostalpenhauptkamm ans Mittelmeer ist nicht nur für Endurofahrer hochspannend. Mit guten Karten an Bord – mindestens Maßstab 1:200000 – findet sich fast überall auch eine alternative Passage für Straßenmotorräder.

Anreise
Wer die Tour in Kärnten beginnen möchte, fährt am schnellsten über die A 8 München-Salzburg und via Tauerntunnel weiter auf der A 10 bis Villach/Spital (Maut für Autobahn und Tauerntunnel knapp 20 Euro). Von dort gelangt man über die Bundesstraßen 100 und 87 ins Gailtal, dem Ausgangspunkt der Tour. Viel attraktiver ist allerdings – sofern die Zeit da und die Wintersperre aufgehoben ist – der Weg über die Tauern statt drunter durch. Zum Beispiel von Salzburg via Saalfelden oder Bischofshofen über die Großglockner-Hochalpen­straße (ebenfalls mautpflichtig: 18 Euro) bis Lienz.

Die Strecke
Alle größeren Straßen dieser Tour sind in recht gutem Zustand. Abseits der viel befahrenen Routen variiert der Asphalt jedoch stark. Die Palette reicht von unerwartet gut bis zu kaum mehr vorhanden. Speziell in den verlassenen Gebieten der Grenzregionen sowie im Hinterland können Sporttourer schon mal an ihre Grenzen stoßen. Die erwähnten Offroad-Strecken sind für geübte Fahrer auch mit Großenduros kein Problem. Vorausgesetzt, die Reifen haben genügend Profil. Ansonsten sind diese Strecken wie gemacht für ge-ländegängige Enduromaschinen,und alle beschriebenen Wege sind legal befahrbar. Gerade deswegen sollte man aber das Motto »Reisen statt Rasen« befolgen, damit dies auch künftig so bleibt. Das Netz der Tankstellen ist meist gewohnt dicht, der Benzinvorrat sollte allerdings eine Reichweite von zumindest 200 Kilometern ermöglichen. Motorradwerkstätten werden seltener, je weiter man nach Süden kommt, im Hinterland ist man sprichwörtlich auf sich allein gestellt.

Länder und Reisezeit
Bis auf Kroatien sind alle Länder Mitglied in der EU und damit von Grenzkontrollen befreit. Nur für die Einreise nach Kroatien benötigt man einen Personalausweis, besser noch einen Reisepass. Offizielle Währung der Kroaten ist die Kuna, der Euro wird lediglich in größeren Touristenorten akzeptiert. Unterkünfte und Zeltplätze finden sich außerhalb der Hauptsaison in allen Ländern problemlos. Theoretisch kann man von Mai bis Oktober auf Tour gehen, wobei es sich empfiehlt, die Hitze- und Ferienmonate zu meiden. Obwohl die Tour also über einen relativ großen Zeitraum hin gewählt werden kann, sollte sich der konkrete Zeitpunkt primär an einer stabilen Ge­samtwetterlage über den Ostalpen orientieren.

Literatur
Das Wichtigste bei dieser Route sind gute Karten. Mit den folgenden lässt sich ganz sicher die Adria erreichen: »Kärnten u. Nördliche Adria« und »Slowenien«, beide von Freytag & Berndt und in 1:200000. ÖAMTC Straßen-karte »Slowenien, Kroatien«, Kümmerly & Frey, 1:500000. Zusätzliche Wanderkarten: »Julische Alpen«, 1:50000 (ISBN 3850847357) und »Naturarena Kärnten« (ISBN 3850847233) von Freytag & Berndt sowie die Smand Wanderkarte, Blatt 17, »Srednji Velebit« in 1:30000, (ISBN 9539721768).

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