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Viel hat die Schweiz der Welt gegeben. Käse, Uhren, Schokolade, Friedrich Dürrenmatt und Heidi. Den Motorradfahrern schenkte sie verwegene Kurven. Also nichts wie hin!

Reisedauer: 4 Tage
Gefahrene Strecke: 800 Kilometer

Anreise
Appenzell und die südlich angrenzenden Regionen lassen sich entweder über die A 81 Richtung Singen/Konstanz und St. Gallen/Herisau/Gossau oder über die A 7 Richtung Memmingen/Bregenz und St. Margarethen erreichen.

Verkehr
Die feinen Sträßchen der Ostschweiz verführen zu flotter Gangart, doch die Ordnungshüter kennen keine Gnade und fordern saftige Bußgelder ein (zwölf km/h zu viel kosten beispielsweise 158 Euro). Die Benutzung der Schweizer Autobahnen setzt den Erwerb und das Aufkleben einer Vignette voraus, die derzeit 25 Euro kostet, bei Internet-Anbietern, beim ADAC, an Grenzen, Tank- sowie Raststätten erhältlich und ein Jahr gültig ist. Wer ohne Vignette erwischt wird, zahlt etwa 100 Franken Buße plus die Kosten für eine Vignette.

Unterkunft
Das Angebot an Hotels und Pensionen ist groß, vernünftige Doppelzimmer unter 60 Franken sind jedoch schwer zu finden. Ab etwa 80 Franken wird das Angebot interessant. Wir machten gute Erfahrungen mit dem Hotel zur Krone, Dorfplatz 6, CH-9056 Gais, Telefon 0041/71/7900690, www.krone-gais.ch, schmackhaftes Essen, nette Wirtsleute (DZ 80 Franken). Das Gleiche gilt für das abgeschieden inmitten ursprünglicher Natur gelegene Berghotel Obersee, Telefon 0041/55/6121073 (DZ 80 Franken). Auch Campingfreunde werden fündig. Etwa im Landgasthof und Camping Eischen, Kau, CH-9050-Appenzell, Telefon 0041/71/7875030. Weitere Infos unter www.rentocamp.at/campingplaetze-ostschweiz.htm oder www.camping-guide.ch.

Geld
Die eidgenössische Währung ist bekanntermaßen der stabile Schweizer Franken. Zurzeit erhält man für einen Euro etwa 1,62 Franken. Dem Euro sind die Schweizer nicht abgeneigt, sie akzeptieren ihn in touristisch stärker frequentierten Gebieten, ein kleinerer Frankenbetrag schadet aber nicht, denn Automaten sind nicht auf Euro-Zahlungen eingerichtet.

Appenzeller Käse
Der Appenzeller wird in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden hergestellt. Der Laib wiegt zwischen sechs und acht Kilogramm und hat einen Durchmesser von 30 bis 33 Zentimetern. Appenzeller ist erkennbar an seiner gelb- bis rötlichbraunen Rinde und der regelmäßigen, mittelgroßen Lochung. Die heranreifenden Laibe müssen regelmäßig gewendet und mit Salzwasser gewaschen werden. Seine charakteristische Würze erhält der Käse durch die Pflege mit der Kräutersulz, einer streng gehüteten, jahrhundertealten Rezeptur. Einblick in die Käserkunst erhält man in der Schaukäserei Stein. Hier schaut man direkt in den 6000-Liter Kessel, in dem die Milch aufbereitet und die Käseharfe durch die eingedickte Masse gezogen wird. Geöffnet von April bis Oktober täglich von 8.30 bis 18.30 Uhr und von November bis März täglich von 8.30 bis 17.30 Uhr. Käseverkauf und Restaurant sind anbei. Weitere Käsesorten aus Appenzell sind Säntis Bergkäse, Gaiser Bergkäse, Kümmelkäse, Rahm Bergkäse, Alpstein Senne-Mutschli, Alpstein Bergkäse, Kräuter Bergkäse, Gaiser Berg-raclette und St. Galler Klosterkäse. Appenzeller Schaukäserei, CH-9063 Stein, Telefon 0041/71/3685070 oder www.schaukaeserei.ch, Berg-Käserei Gais, Andreas Hinterberger, Zwislenstraße 40, CH-9056 Gais, Telefon 0041/71/7933733, www.bergkaeserei.ch.

Literatur, Karten
Die Kantone Appenzell und Glarus werden in den meisten Reiseführern nur kurz abgehandelt. Etwas mehr erfährt man im sehr guten Reisehandbuch Schweiz von Eva Meret Neuenschwander und Jürg Schneider, erschienen im Reise Know-How-Verlag für 22,50 Euro. Als Karte empfiehlt sich die Michelin 551 Regional im Maßstab 1:200000 für 7,50 Euro. Ihre Stärken liegen in guter Darstellung, ihre Schwächen im Material, das selbst bei zarter Handhabung nach zirka zehnmaligem Falten schon brüchig wird.


Kommentar
Kein Zweifel, die Schweiz ist ein effizientes Gebilde. Sie lebt in strikter Neutralität, auch was moralische Fragen angeht. Waffenlieferungen an jeden, Aufnahme von Steuerflüchtlingen, diskriminierungsfreies Horten von Diktatoren-Geldern, kein Problem. Seit sich die Urkantone 1291 auf der Rütli-Wiese am Vierwaldstätter See Treue schworen, machten die Eidgenossen immer das Gegenteil der umliegenden Völker. Heutzutage entziehen sie sich der EU. Vielleicht ist der zukünftige Rohstoff der Schweiz ihre Pionierhaftigkeit.

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