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Reisen in den Staaten der GUS sind noch immer nicht ganz unproblematisch: Neben der unruhigen politischen Lage bergen die großen Entfernungen im nahezu unerschlossenen Sibirien und im Sommer die nach Regenfällen teilweise unpassierbaren Straßen bestimmte Risiken. Die Gastfreundschaft ist dagegen grenzenlos.

Anreise:Wer von Europa aus nach Sibirien fahren will, kann entweder über den weiten Landweg anreisen oder sein Motorrad per Eisenbahn zum Beispiel nach Nowosibirsk transportieren lassen. Die Stuttgarter Spedition Militzer & Münch hat sich auf Transporte in die GUS sowie in die Nachbarstaaten spezialisiert und hilft vor Ort mit den Formalitäten. Infos unter Telefon 0711/136880. Per Luftfracht lassen sich Motorräder an praktisch jeden Ort transportieren. Ein guter Ansprechpartner ist die Münchner Spedition Hellmann, Telefon 089/97594765 (Herr Siegl).Dokumente:Die Visabestimmungen ändern sich leider ständig. Aktuelle Infos gibt es bei der russischen Botschaft, Telefon 030/2291129. Um letztlich ein Visum zu erhalten, muss der Botschaft neben dem Pass und drei Lichtbildern eine Hotelreservierung oder eine Einladung aus Russland vorgelegt werden. Hilfe bei der Visabeschaffung bietet beispielsweise der Berliner Reiseveranstalter Lernidee Erlebnisreisen an, Telefon 030/786000; www.lernidee.de. Literatur: Wer eine Reise durch Russland plant, kommt kaum um die englisch sprachige Ausgabe »Russia, Ukraine & Belarus« von Lonely Planet (www.loneleyplanet.com) herum. Das Buch kostet 27,95 Euro und liefert zuverlässige Infos über fast jeden Winkel des Landes. Als Übersichtskarte empfiehlt sich die »GUS«-Karte von Marco Polo im Maßstab von 1:2000000. Wer es detaillierter mag, sollte sich die Karten des russischen Militärs anschauen, die es in den Maßstäben ab 1:100000 gibt. Ab 15,95 Euro pro Blatt erhältlich beim Expeditionsausrüsten Därr in München, Telefon 089/282032; www.daerr.deVersorgung:Je weiter man in Richtung Sibirien gelangt, desto dünner wird die Infrastruktur des riesigen Landes. Benzin für eine Reichweite von etwa 600 bis 700 Kilometern an Bord zu haben ist ebenso ratsam wie Lebensmittel- und Trinkwasservorräte für eine Tage. Trifft man in den Weiten des Landes jedoch auf Menschen, lässt sich vieles organisieren. Neben dem Rubel ist der US-Dollar (nur kleine Scheine) die wichtigste Währung in Russland. Eine Flasche Wodka hilft auch schon mal weiter.Das Projekt:Als Rob, 48, und Dafne de Jong, 35, 1996 von ihrer Heimatstadt Rotterdam zu ihrer »Ride on World Tour« aufbrachen, wussten sie nicht, dass sie insgesamt fünf Jahre unterwegs sein würden – sie hatten ganz einfach die Entfernungen unterschätzt. Die anfangs geplante Route war schon nach wenigen Monaten Makulatur. Einmal unterwegs, wurden ständig neue Reisepläne erdacht und Ziele ausgemacht. Politische Unruhen oder neue Bekanntschaften waren ebenfalls mehr als einmal Anlass, die Route zu ändern. Schnell war den beiden klar, dass ihnen diese »spontane« Art des Reisens ohnehin besser gefällt – sie haben sich so frei wie nie zuvor in ihrem Leben gefühlt. Am Ende ihrer Weltumrundung haben die beiden Abenteurer 63 Länder auf fünf Kontinenten durchquert. Finanziert wurde dieses Unternehmen durch diverse Jobs sowie den Verkauf von Reisegeschichten an Motorradzeitschriften in aller Welt.Im Verlauf ihrer Marathon-Tour haben Rob und Dafne in fast allen Ländern zahlreiche Kinderheime besucht, um neben ihrem Reisevorhaben ein weiteres Projekt zu verwirklichen: Kinder malen die Welt aus ihren Augen – für andere Kinder. So haben unzählige Bilder im Beiwagen die Welt umrundet, um – nach den Wünschen von Rob und Dafne – ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Jetzt planen die beiden Gespann-Fans ein Buch und eine Ausstellung über ihre Reise. Eine Diaschau ist bereits fertig gestellt. Weitere Infos unter: www.rideonwt@yahoo.com.Zeitaufwand: vier MonateGefahrene Strecke: 12000 Kilometer

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