Infos (Archivversion) Das flache Land im nordwestlichen Zipfel Deutschlands lockt nicht nur mit großen Schiffen. Motorradwanderer können sich genussvoll immer am Deich entlang treiben lassen.

Schiffsüberführungen
Seit rund 20 Jahren hat sich die 1795 gegründete Meyer-Werft in Papenburg auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen spezialisiert. Etwa alle sechs Monate verlässt ein Ozeanriese eine der beiden Trockendockhallen, die zu den größten der Welt gehören. Sofern das Wetter mitspielt, können sich Schnellentschlossene die Überführung der 252 Meter langen »Aida Bella« bereits in wenigen Tagen am 29. März ansehen. Im Herbst 2008 wird die »Celebrity Solstice« in Richtung Nordsee auslaufen. Der 315 Meter lange Luxuscruiser befindet sich seit März 2007 im Bau. Ein genauer Terminplan kann unter www.meyerwerft.de abgerufen werden.

Anreise
Aus Richtung Süden reist man über die Autobahn A 31 an, von Osten geht es auf A 1 und A 28 bis zum Dreieck Leer auf die A 31. Von der Anschlussstelle Papenburg aus führt der Weg direkt zur Meyer-Werft. Alternativ zur Autobahn-Route kann man sich ab Oldenburg auf der B 401, die am Küstenkanal nach Papenburg führt, auf die Schiffspassage einstimmen.

Tourentipp
Von Papenburg aus geht es links der Ems durch das Rheiderland über Weener und Jemgum in das pittoreske Fischerdörfchen Ditzum an der Emsmündung. Von dort führt der Weg nach Bunde, in Nieuweschans überquert man die Grenze in die Niederlande. Ein Erlebnis ist die Fahrt durch die unendlichen Weiten des Marschlandes bis nach Termunten am Dollart. Über die Hafenstadt Delfzijl fährt man weiter nach Eemshaven, einen in den 1970er Jahren künstlich errichteten Seehafen. Immer lohnenswert: ein Abstecher auf die Nordseeinsel Borkum (Fähr­infos: www.ag-ems.de). Auf der Eems-Dollart-Route lässt man sich in die Provinzhauptstadt Groningen treiben. Empfehlenswert ist der Groninger Markt, der sich jeden Samstag mit zahlreichen Fisch-, Blumen-, Käse- und Trödlerständen durch die Innenstadt zieht. Weiter geht es zur legendären Rennstrecke nach Assen (www.tt-assen.com). Über die N 33 fährt man ostwärts in Richtung Veendam nach Winschoten und Vlagtwedde. Nach einem Abstecher zur Festung Bourtange (www.bourtange.nl) geht es wieder nach Deutschland. Zwischen Dörpen und Lathen passiert man die Magnetschwebebahn-Versuchsstrecke des 500 km/h schnellen Transrapids. Über die Westerwolde-Hümmling-Route führt der Weg nach Sögel zum Schloss Clemenswerth und über die Hügellandschaft des Hümmlings mit dem 73 Meter hohen Windberg führt der Weg zurück nach Papenburg.

Gastronomie
Durch die Nähe zur Nordsee lassen sich unterwegs immer wieder leckere Fischgerichte genießen. Besonders köstlich zubereitet werden diese im »Alten Haus am Siel« direkt am Ditzumer Hafen. Empfehlenswerte Fast-Food-Varianten gibt es im Fischimbiss am Hafen von Termunten und an den Fischständen auf dem Groninger Markt. Wer’s pikant mag, sollte unbedingt die niederländische Spezialität Kibbeling – im Backteig frittierter Seehecht oder Kabeljau – mit Knoblauchdip probieren. In Sögel macht man Pause in den »Hümmlinger Teestuben« (Loruper Weg 2), wo selbstgebackener Kuchen und der traditionelle Buchweizenpfannkuchen locken. Bester Anlaufpunkt für die Unterkunft in Hotels, Pensionen oder Privatquartieren der Region: die Papenburger Tourist Information (Telefon 04961/83960, www.papenburg-tourismus.de). Hier können übrigens auch
Besichtigungstermine auf der Werft gebucht werden.

Karten und Navigation
Eine gute Grundlage für die Tour durch das deutsch-niederländische Grenz­gebiet ist die MOTORRAD-Generalkarte Nr. 4 » Bremer­haven – Emden – Osnabrück«. Für die Navigation durch die Marsch am Dollart zwischen Nieuweschans und Delfzijl ist ein offroadtaugliches Navigationsgerät empfehlenswert. Bei dieser Tour hat sich der Garmin Zumo 400 bewährt.

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