Infos (Archivversion)

The making ofEins sollte von vornherein ausgeschlossen werden: Menschen, die ihre Hilfsbereitschaft anbieten, weil sie auf Medienpräsenz spekulieren. Aus diesem Grund hat Redakteur Rolf Henniges vor Ort um seine Jobs gefeilscht, ohne dass Fotograf Klaus H. Daams sichtbar war. Erst als der Job sicher war oder man Henniges definitiv abweisen wollte, outete er sich und setzte Daams telefonisch in Kenntnis. Mit Erlaubnis des »Arbeitgebers« wurde die Szene nachgestellt und die Arbeit abgelichtet. Das MotorradBasismodell der Reise war ein MZ 125 SX mit einem wassergekühlten Einzylinder-Viertaktmotor. 15 PS stark, Federweg vorn und hinten 220 Millimeter. Fahrbereit betrug das Gewicht der 125er inklusiv Ausrüstung und fünf Litern Wasser 162 Kilogramm. Für den Trip wurde die Maschine mit einem Kofferträger samt Aluminiumboxen von der Firma Touratech (Telefon 07728/92790) ausgerüstet. Ein Schaffell auf der Sitzbank verbesserte den Sitzkomfort. Bestens bewährt hat sich der Tankrucksack von Touratech mit großem abnehmbaren Kartenfach sowie eine von oben zu öffnende, wasserdichte Packrolle der Firma Ortlieb (Telefon 09872/8000). Aufgrund des vielen Gepäcks und der aerodynamisch ungünstigen Koffer erhöhte sich der Verbrauch der 125er um 0,5 Liter auf 4,4 Liter/100 km. PacktippNeben den üblichen Reiseutensilien waren nachfolgend aufgeführte Gegenstände besonders hilfreich: Mehrzweck-Sprühöl, zwei paar Arbeitshandschuhe (Leder und Gummi), fünf-Liter-Wasserkanister, umfangreiches Werkzeug und eine Thermoskanne. Als Notration für den Fall, zwei Tage lang keinen Job zu bekommen, führte der Autor 800 Gramm isotonisches Getränkepulver (ergibt acht Liter) und drei Powerriegel mit sich. FazitDie Hilfsbereitschaft in Deutschland ist groß. Dass es tendenziell im Osten einfacher war, Jobs zu finden als im Westen, lag vermutlich an Redakteur Henniges, der zunehmend routinierter wurde. Trotzdem ist es, vor allem unter wahlpolitischem Hintergrund, ein Irrglaube, Arbeitslosigkeit existiere nur als Panikmache. Die vorliegende Reise beweist lediglich, dass viele Menschen trotz Materialismus, gesellschaftlicher Abkapselung und persönlichem Desaster offen sind für Begegnungen. Es ist heute immer noch möglich, wie das fahrende Volk in früheren Epochen zu reisen. Eine Reisekrankenversicherung sollte auf jeden Fall im Gepäck sein.Zum Weiterlesen:Deutschland umsonstVon Michael HolzachVerlag Hoffmann und Campe, 9,95 EuroOhne Geld um die Welt Von Matteo Pennacchi Ulstein Verlag, 6,95 EuroIch radl um die WeltVon Heinz HelfgenBielefelder Verlag, 19,95 EuroAbgefahrenVon Claudia Metz und Klaus SchubertKiepenheuer und Wiesch Verlag, 11,90 EuroSich einfach auf den Weg machenVon Manfred KöhlerVerlag Schwarzkopf 10,90 Euro

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote