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Anreise
Eine interessante Alternative zur Anreise über Polen sind die Fähren über die Ostsee, eventuell sogar gekoppelt mit dem Autozug (www.dbautozug.de) zum Fährhafen. Verbindungen bestehen zum Beispiel von Rostock nach Ventspils in Lettland (Info: www.scandlines.de, Telefon 01805/116688), von Lübeck nach Riga oder von Kiel und von Sassnitz nach Klaipeda in Litauen (Info: www.baltikum24.de, Telefon 040/3802060).

Papiere/Finanzen
Alle drei baltischen Staaten und Polen sind zum 21. Dezember 2007 dem Schengener Abkommen beigetreten, eine Grenzkontrolle zwischen diesen EU-Staaten findet nicht mehr statt. Personalausweis, grüne Versicherungskarte, Fahrzeugpapiere und Führerschein reichen für EU-Bürger aus. Wer mit einem geliehenen Fahrzeug unterwegs ist, benötigt eine Vollmacht des Eigentümers. Bei Verlust können Kopien nicht schaden. In den bereisten Ländern gibt es vier verschiedene Währungen. Wechselstuben (Kontor) finden sich an jedem Grenzübergang. Auch in Banken und etlichen größeren Postämtern kann man Devisen tauschen. Viele Supermärkte verfügen über Geldautomaten, Kreditkartenzahlung mit Visa- oder Mastercard ist ebenfalls möglich. Größere Geschäfte und (für Motorradfahrer wichtig) erstaunlich viele Tankstellen sind auf bargeldlose Zahlung eingerichtet.

Unterkunft und verpflegung
In den größeren Städten gibt es Hotels jeder Preiskategorie, in ländlichen Gebieten stehen Zimmer immer dort zur Verfügung, wo ein wenig Tourismus herrscht. Die Campingplätze sind oft noch weit vom westlichen Standard entfernt und haben in der Regel auch Hütten zu vermieten. Ein eigener Schlafsack leistet überall gute Dienste. In Polen ist wildes Zelten nicht erlaubt, allerdings gibt es nach Absprache mit dem Besitzer immer Möglichkeiten auf Privatgrund. Weiter bieten sich die sogenannten Biwak-Plätze (»Pole Biwakowe«) an. Das sind umzäunte Wiesen, die über rudimentäre Sanitär-Einrichtungen verfügen und vor allem bei einheimischen Jugendlichen beliebt sind, weil sie sehr wenig kosten. In den drei baltischen Staaten ist wildes Zelten hingegen gestattet, nur in den Nationalparks gibt es Einschränkungen, die man beachten sollte. Was die Verpflegung angeht, entspricht das Nahrungsmittel-Angebot an Auswahl und Qualität in den großen Städten dem vom Wes-ten gewohnten Standard. Auf dem Land entdeckt man oft versteckte kleine Lebensmittelläden mit eingeschränkterem Sortiment. Dorfkneipen bieten deftige, aber schmackhafte Hausmannskost an.

Sicherheit
Die in Deutschland herrschenden Vorurteile sind nach unseren Erfahrungen unbegründet. Die Kriminalität ist nicht größer als im westlichen Europa. Auch in Südfrankreich, Spanien oder ­Italien und in Touristenmetropolen generell muss man wachsam sein. Auf bewachten Parkplätzen kann man sein Motorrad beruhigt abstellen. Wer im Freien kampiert, sollte auf Zecken achten. Eine Impfung gegen FSME (virale Frühsommer-Meningoenzephalitis) sollte spätestens drei Wochen vor Reiseantritt abgeschlossen sein. Auch Insektenschutzmittel können dazu beitragen, Zeckenbisse zu verhindern.

Motorradfahren
Polen und das Baltikum können mit jedem Motor-rad bereist werden. Wer abseits der Hauptrouten unterwegs sein will, trifft oft noch auf kilometer-lange Schotterpisten und sollte trotz flächendeckender Versorgung mit (bleifreiem) Benzin rechtzeitig tanken. Verbindungsstraßen zwischen Dörfern können auch Erd- oder Waldwege sein. Die asphal­-tierten Straßen sind im Baltikum generell in wesentlich besserem Zustand als in Polen, wo zum Teil heftige Schlaglöcher die Federelemente von Motorrädern bis an die Grenzen fordern können. Verkehrstechnische Besonderheit: In den baltischen Staaten gelten vor Ampeln andere Regeln als in Deutschland. Die Ampeln leuchten in vier Phasen: Grün, blinkendes Grün, Gelb und Rot. Bereits bei blinkendem Grün muss man anhalten, denn Kreuzungen dürfen bei Gelb auf keinen Fall mehr überquert werden. Motorradwerkstätten sind rar und zumeist nur in den Hauptstädten des Baltikums zu finden. In Polen ist das Werkstätten-Netz deut­-lich dichter. Polizeikontrollen und Radarmessungen haben wir nur auf den Hauptrouten bemerkt. Eine Auslandskrankenversicherung und ein Schutzbrief sind empfehlenswert.

Verständigung
Die Kommunikation in englischer Sprache ist im Baltikum problemlos, in Polen schwierig. Dafür finden sich dort mehr Einheimische mit Deutsch-Kenntnissen. Die Bevölkerung in allen Ländern erschien uns freundlich, offen und hilfsbereit.

Literatur/Karten
Reiseführer von Reise Know How (Polens Süden, Polens Norden, 19,90 Euro) leisteten uns gute Dienste in Polen. Lust auf das Baltikum macht ­das gleichnamige ADAC-Reisemagazin (7,80 Euro, www.adac.de/reisemagazin). Hintergrund-Infor-mationen liefert der Baedeker-Band »Baltikum« inklusive Reisekarte (1:750000, 25,95 Euro). Karten (Michelin oder ADAC) gibt es für Polen und Balti-kum in verschiedenen Maßstäben. Auf der Garmin Map Source Version 9 findet man auch die kleinsten Wege in Polen. Für das Baltikum stehen nur die Hauptstädte hausnummerngenau zur Verfügung.

Adressen
Für die Reiseplanung bietet www.baltikuminfo.de wichtige Hinweise über Verkehrsregeln, Unterkünfte und Fährverbindungen. Ein Muss in Riga: das Motormuseum als erstes Oldtimermuseum der ehemaligen UdSSR. Infos: www.muzeji.lv und Telefon 00371/70971-70/71.

Reisen
Organisierte Reisen bietet das MOTORRAD action team: Acht Tage durch Masuren für 690 Euro (Termine 19.07.–27.07.08, 02.08–10.08.08 und 16.08.–24.08.08). Zwölf Tage Baltikum kosten 2620 Euro. Termin: 11.08.–23.08.08. Infos: www.actionteam.de, Telefon 0711/182-1977.

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