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Eine Wintertour zum Polarkreis ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer sich aber traut und sein Motorrad entsprechend präpariert, kann Winter in seiner schönsten Form erleben.

Allgemein
Mit dem Motorrad im Winter nach Finnland heißt: Temperaturen bis zu minus 30 Grad und tiefer. Allerdings handelt es sich dann um trockene Kälte mit geringer Luftfeuchtigkeit. Finnland liegt dabei im russischen Klimaeinfluss. Die Straßen sind durchgängig mit Schnee beziehungsweise Eis bedeckt, lassen sich aber meist gut befahren. Bei Neuschnee dagegen kann es vorkommen, dass selbst die Hauptstraßen für kurze Zeit gesperrt werden.

Unterkünfte
Die besten Erfahrungen haben wir mit Jugendherbergen und sogenannten Finnhostels gemacht. Die Preise liegen im Schnitt bei 20 Euro pro Person, Selbstversorgung ist angesagt. Der Standard dieser Herbergen ist sehr hoch, wobei meistens in Zwei- bis Vierbett-Zimmern übernachtet wird. Saubere WCs, Küche und hauseigene Saunen sind obligatorisch in Finnland. Aktuelle Adressen für Übernachtungen auch im Winter findet man unter: Yrjönkatu 38 B15, FI-00100 Helsinki, Telefon +35895657150, info@srm.inet.fi, www.hostellit.fi.
Mit einem gültigen Jugendherbergsausweis erhält man 2,50 Euro Ermäßigung pro Nacht.

Fährverbindungen
Inzwischen gibt es auch im Winter einige Verbin-dungen zwischen Deutschland und Finnland. Dauert die Überfahrt von Travemünde zirka 36 Stunden, schafft man es von Rostock nach Helsinki in 24 Stunden. Dabei liegen die Preise für zwei Personen inklusive Gespann bei rund 500 Euro. Informationen unter www.superfast.com oder www.vikingline.de.

Literatur
Gute Orientierung liefert die Karte des RV Verlags: Finnland, 1:750000, ISBN 3-575-33218-5, für 7,50 Euro. Zwei informative Reiseführer erscheinen bei Marco Polo: Finnland, ISBN 3-8297-0262-0, für 7,95 Euro als idealer Taschenführer, dazu der Baedeker-Führer für 19,95 Euro, sehr ausführlich und mit Straßenkarte, ISBN 3-89525-478-9. Beide ergänzen sich gut und sind unterwegs eine nützliche Hilfe. Alternativ dazu bietet der DuMont Verlag einen hervorragenden Führer für 22,95 Euro, ISBN 3-7701-7624-3.

Motorrad/Winterausstattung
Obwohl die Guzzi 34 Jahre alt ist, sprang sie selbst nach Nächten mit minus 34 Grad problemlos an. An die Moto Guzzi 850 T ist ein Squire-ST2-Seitenwagen angebaut, hinten war ein normaler Enduroreifen aufgezogen (Spikes-Reifen siehe Kasten oben). Eine exakte Einstellung von Zündung und Vergaser sowie Motorenöl im Bereich von 10 W 30 beziehungsweise Kardanöl im Bereich 80 W 90 ist obligatorisch. Für Notfälle sollte man ein Ladegerät dabei haben oder eine Ersatzbatterie im Kofferraum montieren. Zum Einsatz kam diese zum Glück nicht.
Bei der Kleidung haben wir auf die ganze Palette an Winterbekleidung zurückgegriffen. Von Funktionswäsche über Winterstiefel und Handschuhe, die vor allem wasser- und windabweisend sein sollten, bis zu Thermoanzug und Sturmmaske, die auch die Nase schützt. Beim Helm hat sich der Schuberth C2 (Klapphelm) bewährt, da er sich gut anziehen lässt, wenn die Sturmmaske vorm Gesicht sitzt. Das Visier sollte beschlagfrei sein. Für das Gepäck sind Seiten- und Gepäcktaschen erste Wahl, die einen Rollverschluss anstelle eines Schlosses besitzen, da das meist ohnehin nur zufriert. Die Firma Ortlieb bietet Packsäcke, die sogar bei Temperaturen von über minus 30 Grad nicht zer- oder einreißen, wenn sie wie vorgesehen gerollt werden. Sollte jemand bei eisigen Temperaturen draußen schlafen wollen, bietet sich der Lite 2000 von Carinthia an, mit guter Wärmeentwicklung und einer Fleece-Einlage, die sich gleichzeitig als Jugend-herbergs-Schlafsack eignet.

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