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Die beiden großen Flüsse Douro und Tejo gliedern Portugal in einen Nord-, Mittel- und Südteil. Als Alternative zu den beliebten Stränden der Algarve bietet sich das einsame nördliche Hochland Trás-os-Montes an.

Anreise
Von Deutschland aus betrachtet, ist Portugal mehr als nur einen Katzensprung entfernt – von Köln nach Porto etwa sind es 2070 Kilometer. Wer die lange Anreise nicht komplett per Achse zurücklegen möchte, wählt den Autoreisezug bis ins südfranzösi­sche Narbonne. Kosten ab Düsseldorf für eine Per­-son mit Motorrad in der Nebensaison: ab 206 Euro. Abfahrt nachmittags, Ankunft ausgeschlafen an­-derntags 10.08 Uhr. www.db-autozug.de; Service­­telefon 01805/241224 (14 ct/Min). Von Narbonne sind es dann über die Pyrenäen und durch Spanien immer noch rund 1300 Kilometer bis Porto.

Reisezeit
Nordportugals Küstenregion ist wegen des atlan­tischen Klimas mit erträglichen Sommer- sowie milden Wintertemperaturen gesegnet. Im Landesinneren fällt der Unterschied extremer aus, in der knapp 2000 Meter hohen Serra da Estrela sogar so viel Schnee, dass es zum Wintersport langt. Zum Motorradfahren taugen am besten Frühjahr oder Herbst. Nicht zuletzt, weil es dann überall schön leer ist.

Unterkunft
Gut untergebracht ist man in folgenden Quartieren: »Casa da Pedra« bei Amarante (etwa fünf Kilometer nordwestlich Richtung Lufrei), DZ zirka 65 Euro, Tele- fon 00351/255422997, www.casadapedra.com.pt; »Estalagem Sta. Catarina« in Miranda do Douro, DZ zirka 90 Euro, Telefon 00351/273431255, www.estalagemsantacatarina.pt; »Hotel Turismo« in Covilhã, DZ zirka 60 Euro, Telefon 00351/ 275330406, www.imb-hotels.com; Hotel Moliceiro in Aveiro, DZ zirka 95 Euro, Telefon 00351/ 234377400, www.hotelmoliceiro.com. Zwei unterschiedliche Tipps für Porto, beide direkt am Douro in der Altstadt: das luxuriöse Hotel Pestana, DZ ab zirka 130 Euro, Telefon 00351/223402300, www.pestana.com; die einfache Pension Universal, DZ zirka 50 Euro, Telefon 00351/222006758.

Literatur
Jeweils unter dem Titel »Portugal« informieren der Allianz Reiseführer aus dem Baedecker Verlag für 25,95 Euro sowie das Reisehandbuch aus dem Michael Müller Verlag für 22,90 Euro; dem Allianz-Band liegt eine gute Straßenkarte im Maßstab 1:350000 bei, die Konkurrenz bietet die im Vergleich umfangreicheren Tipps zu den Themen Übernachten und Essen. Von Marco Polo kommen ebenfalls unter dem Titel »Portugal« im Set zwei Autokarten (1:300000) plus Reiseguide für günstige 7,50 Euro. Dazu empfiehlt sich zur Übersicht – und für die Fahrt durch Spanien – von Michelin Blatt 734 »Spanien–Portugal« im Maßstab 1:1 Mio. und fürs Landesinnere das Michelin-Blatt 733 »Portugal«, 1:400000, jeweils 7,50 Euro.

Inforamtionen
ICEP, Handels- und Touristikamt Portugal, Telefon 0180/5004930 (12 ct/Min.), www.visitportugal.com.

Fado-Musik
Fado, abgeleitet vom lateinischen fatum (Schicksal), gilt als typische Musik Portugals. In dem von zwei Gitarren begleiteten Gesang geht es meist um unglückliche Liebe, soziale Missstände und bessere Zeiten. Bittersüße Wehmut, die gerne auch als portugiesisches Lebensgefühl verkauft wird und weit mehr als bloße Folklore oder Volksmusik transportiert. Diktator Salazar, Regierungschef von 1933 bis 1968 (demokratische Wende erst 1974 durch die legendäre Nelkenrevolution), hasste Fado wegen dessen fatalistischer Grundhaltung. Die Herkunft des Fado ist unklar: Ob von den maurischen Herrschern geerbt, von afrikanischen Sklaven als Klagelied erfunden und über den Umweg Brasilien importiert oder von heimwehkranken portugiesischen Seefahrern kreiert – sicher ist nur, dass sich diese Musik Anfang des 19. Jahrhunderts in den Armenvierteln Lissabons ausgebreitet hat. Wer heute Fado live erleben möchte, kann dies in speziellen Lokalen vor allem in Lissabon, Coimbra (heiter-politische Stilrichtung) und Porto tun. Dass all das keineswegs von gestern sein muss, beweist Mariza, 1976 in der portugiesischen Ex-Kolonie Mosambik geboren und inzwischen die weltweit erfolgreichste Fado-Sängerin, kunstvoll kurzge-schoren und blondiert.

Knöllchen im Ausland
Noch ist die europaweite Rechtshilfe bei Buß­geldern nicht in Kraft, nach der Bußgelder über 70 Euro in allen EU-Mitgliedsstaaten vollstreckt werden sollen. Wer also das Auslandsknöllchen nicht zahlt, wird später daheim zur Kasse gebeten. Derzeit können Geldbußen nur direkt vor Ort eingezogen werden, per Post nach Hause zugestellte Bescheide sind im Grunde wirkungslos (Ausnahme: Österreich). Wer allerdings auf diese Schreiben nicht reagiert, muss bei einem erneuten Besuch – und einer Personenkontrolle – im jeweiligen Land mit Ärger rechnen. Über den Stand der rechtlichen Dinge informieren www.adac.de und www.bmj.de.

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