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Außer Tunesien ist Marokko das letzte nordafrikanische Land, das noch indivduell und relativ sicher bereist werden kann. Zudem bietet seine land­-schaftliche wie urbane Vielfalt auch Afrikaneulingen wenig Hürden und viel Abenteuer.

ANreise
Für Marokko gibt es mehrere Anreisemöglichkeiten. Fährschiffe legen zwischen dem südfranzösi­­schen Sète (mit 36 Stunden längste Überfahrt, ab etwa 270 Euro für eine Person mit Motorrad) und dem spanischen Algeciras (rund zwei Stunden, etwa 75 Euro) an mehreren spanischen Häfen ab. Wer die lange Autobahnanreise im Winter scheut (bis Sète ab Karlsruhe 890 Kilometer, bis Algeciras 2300), kann auch mit dem Autoreisezug bis Narbonne fahren. Bis Sète sind es dann nur noch 70 Kilometer. Eine Person mit Motorrad zahlt im Liegewagen ab 260 Euro einfach. Details unter www.db.autozug.de. Infos zu Fähren finden sich in den Internetportalen www.aferry.de, www.marokkotours.de und www.yalla-off-road.de. Noch komfortabler reist, wer samt Bike nach Agadir fliegt. Infos dazu unter www.bikeworld-travel.de.
EINREISE
Benötigt wird ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie eine grüne, Marokko einschließende Versicherungskarte. Achtung – einige Gesellschaften haben Marokko gestrichen. In solchen Fällen Kurzzeit-Haftpflichtversicherung an der Grenze abschließen. Deutscher Führer- und Fahrzeugschein reichen aus. Wichtig: Theoretisch muss die Einfuhr von GPS-Geräten beantragt werden. Da aber nur selten kontrolliert wird, reicht es, das Gerät ins Gepäck zu stecken. Später interessiert es niemanden mehr.
REISEZEIT
Von Dezember bis Februar können viele Bergstraßen gesperrt sein. Teilweise herrscht eisige Kälte, und die Tage sind recht kurz. Neben Oktober/November eignen sich März und April wieder optimal. In der Wüste ist es noch nicht zu heiß und in den Bergen der Schnee schon geschmolzen. Während in Deutschland im März oftmals noch Winter herrscht, blühen im Anti-Atlas bereits die Mandel- und im Rif-Gebirge die Kirschbäume.
Übernachten
Hotels oder Campingplätze sind so zahlreich, dass man sich kaum Sorgen um ein Nachtquartier machen muss. Der beste Campingplatz war in unseren Augen »Camping Atlas« am Beginn der Todra-Schlucht. Ein gepflegter Platz, wo es auf Wunsch morgens Frühstück und abends gutes Essen und sogar eine Waschmaschine gibt. Das krasse Gegenstück: »Camping La Palmeraie« in Agzd. Im Reiseführer als sauber und gut empfohlen, erwies er sich als völlig verwahrlost, und die Rechnung stimmte erst nach zähem Verhandeln. Unter den Hotels gefiel uns das CTM Hotel in Marrakech besonders gut. Die DZ sind klein, aber sauber, verfügen über Dusche/ WC und kosten inklusive Frühstück pro Nacht nur 16 Euro (Motor­radgarage: ein Euro Aufpreis). Das Beste ist jedoch die Lage am Djema-el-Fnaa. Die Dachterrasse bietet einen tollen Blick über den Trubel des Zentrums. Eben­-falls freie Sicht, in diesem Fall über den gesamten Erg Chebbi, bietet das Hotel Panorama auf einem Hügel vor Merzouga. Der Preis ist verhandelbar, wir zahlten zu zweit 40 Euro mit Halbpension. In Bou-Thrarar können wir die Gite d‘etappe von El Houssine Azabi empfehlen, eine liebevoll restaurierte alte Kasbah: freundliche Be­treiber, gutes Essen und ein traumhafter Blick von der Terrasse auf ein fruchtbares Tal. Auch hier zahlten wir 40 Euro für Halbpension. Der Besitzer führt außerdem Trekkingtouren in die umliegenden Berge.
SICHERHEIT
Das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) rät wegen Anschlägen zu erhöhter Vorsicht in Touristengebieten und in der Nähe zu Moscheen. Außerdem im Rif-Gebirge zwischen Chefchaouen, Ketama und Fès aufgrund des Cannabis-Anbaus. In der Vergangenheit wurden dort hin und wieder Touristen zum Haschisch-Kauf gedrängt. Und bekamen später prompt massive Probleme mit der Polizei, die Rauschgiftbesitz rigoros verfolgt. Unsere Erfahrung: Es gab zwar die Angebote, doch die Ablehnung wurde stets akzeptiert.
FINANZen/Preise
Einheimische Währung ist der Dirham, und für einen Euro gibt es etwa elf davon. Bargeld wech­selt jede Bank, und in fast allen Städten kann man am Automaten per Kredit- und meist auch per EC-Karte Bares abheben. Mit Karte zu bezahlen ist nur in Luxushotels möglich. Für fünf Euro gibt es ein gutes Essen, für das Doppelte ein ganzes Menü. Campingplätze für zwei Personen mit Motorrad kosteten zwischen zwei und sechs Euro, ein Doppel­zimmer im Hotel zwischen zehn und 20 Euro.
MOTORRAD FAHREN
Marokko ist durch gute Asphaltstraßen erschlossen und kann daher auch mit Straßenmotorrädern erkundet werden. Mehr Möglichkeiten verschafft jedoch eine Enduro, da viele landschaftliche Höhepunkte abseits der Straßen zu entdecken sind. Das Tankstellennetz (auch für bleifrei) ist so dicht, dass 350 Kilometer Reichweite selbst auf den Pisten ausreichen. Das Motorrad möglichst gut vorbereiten, da die Ersatzteilversorgung in Marokko leider schlecht funktioniert. Eventuell Schutzbrief ab­­-schließen. In Agadir gibt es sogar eine Niederlassung des ADAC: Sigrid Graete, Telefon 028/843752.
WEITERe infos
Viele Routenvorschläge und Informationen enthält der Band »Marokko. Vom Rif zum Antiatlas« von Erika und Astrid Därr, Verlag Reise Know-How, für 25 Euro. Allerdings können Streckenbeschreibungen in der Realität abweichen, da einerseits immer mehr asphaltiert wird und zum anderen Unwetter Pisten oft völlig verändern. Gute Karten: die Marokko-Blätter von Michelin oder Reise Know-How.

Zum kostenlosen Download gibt es außerdem eine Karte unter www.Island-olaf.de. Diese ist im Norden und dem Rif nicht sehr exakt, hat dafür im Süden jede kleinste Piste korrekt eingezeichnet. Die Internetseite des marokkanischen Fremdenver­kehrsbüros liefert einige Anregungen, Hoteltipps et cetera: www.tourismus-in-marokko.de. Ein interessantes Forum, das unter anderem von den Autorinnen Erika und Astrid Därr moderiert wird, ist www.forum.marokko.net. Stets aktuell, allerdings englischsprachig: www.horizonsunlimited.com.

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