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ANREISE
Die ganzjährig verkehrenden Fährschiffe starten vorwiegend in Genua (zehn Stunden) oder Livorno (sechs Stunden) in Richtung Olbia an der Nordostküste oder Porto Torres im Nordwesten. Eine Person inklusive Motorrad (Moby Lines) zahlt hin und zurück auf beiden Routen rund 100 Euro. Außerdem im Rennen: Corsica-Ferries, SNCM, Tirrenia und Grandi Navi Veloci. Gute Übersicht bieten die Internetportale www.ocean24.de, www.ferrylines.de, www seatour24.com. Bis Ende November fährt der DB Autozug noch unter dem Aktionscode »Saisonabschluss 07« für 99 Euro (einfache Fahrt) von mehreren Bahnhöfen in Deutschland gen Süden, unter anderem nach Livorno. Im nächsten Frühjahr eröffnet in Alessandria ein neuer Terminal, der sich für Sardinienreisende ebenfalls anbietet. Preise: ab 350 Euro hin und zurück von Düssel-dorf. Näheres unter www.autozug.de.

KLIMA/REISEZEIT
Meiden sollte man nur den Hochsommer. In den Ferienmonaten Juli und August landen an manchen Tagen bis zu 60000 Reisende auf der Insel. Davon sind 80 Prozent Italiener und 20 Prozent Ausländer. In den Monaten davor und danach ist es überall leerer und die touristische Infrastruktur wird auf ein Minimum heruntergefahren. Beste Zeit zum Motorradfahren: April bis Juni sowie September/Oktober. Im Winter ist es zwischen 12 und 23 Grad warm, es kann aber sehr windig und regnerisch sein.

STRASSEN/PISTEN
Sardinien bietet nicht nur eine Vielzahl außergewöhnlich toller Straßen für Motorradfahrer, sondern auch jede Menge Pisten. Denn im Hinterland und an manchen entlegenen Küsten gehört die Schotter-verbindung zum ganz normalen Verkehrsweg. Nur in den Nationalparks ist das Fahren jenseits der Straßen reglementiert. Besonders schöne Strecken finden sich an der Costa Verde, in der Gegend um Orgosolo am Sopramonte oder in der Barbagia, dem großen Steingarten der Insel. Auf der Sinis-Halbinsel kann man auf Staubpisten hinter dem Meeressaum entlang fahren. Die Kümmerly + Frey-Karte (siehe Literatur) zeigt viele der erwähnten Pisten recht gut, während sie in der Generalkarte schwerer erkenn-bar sind. Wer es genauer will, kann sich im Spezialbuchhandel um italienische Militärkarten bemühen: Instituto Geografico Militare, Carta Topo-grafica d’Italia in verschieden Maßstäben (1:25000, 50000 oder 100000), allerdings mindestens zehn Jahre alt (militärische Karenzzeit). Top-Strecken:Dorgali–Arbatax, Alghero–Bosa, Arbus–Portixeddu,Iglesias–Fluminimaggiore, Buggerru–Fontanamare,Buggerru-Genna Bogai (offroad).

ORGANISIERTE Trips
Wer nicht allein reisen will, kann im kommenden Jahr mit dem MOTORRAD action team Ende September eine neuntägige Sardinien-Straßentour unternehmen. Preis: 1990 Euro. Infos und kosten-loser Katalog unter Telefon 0711/182-1977 oder www.actionteam.de.

ÜBERNACHTEN
Die meisten Unterkünfte liegen in den Badeorten an der Ost- und Nordküste. Der Westen und der Süden sind dagegen nur punktuell erschlossen. Im Inselinneren ist das Angebot noch dürftiger. Eine Ausnahme bilden die oft ganzjährig geöffneten Agriturismo-Betriebe, die aber wenig mit dem rustikalen Charme von Ferien auf dem Bauernhof gemein haben, obwohl sie meist in unmittelbarer Nähe zu Bauernhöfen liegen. Preise: 25 bis 35 Euro für die Übernachtung, Halbpension ist oft möglich, und absolute Luxusversionen gibt’s ebenfalls. Näheres: www.agriturismo.it. Ebenfalls interessant ist die Seite www.bikershotel.it/, die 40 Einträge für Sardinien bietet.
Camping ist auf Sardinien im Sommer sehr verbreitet, und bei Hochbetrieb wird’s an der Ostküste schwierig, ein ruhiges Plätzchen zu finden. Im Westen ist das Angebot zwar dünner, dafür geht’s hier meist ruhiger zu. Im Inselinnern finden sich kaum Campingplätze, doch wildes Zelten wird oft toleriert.
Ein paar Tipps: Camping Nurapolis (Sinis-Halb-insel) in Narbolia, E-Mail: camping@nurapolis.it. Sciopadroxiu (Costa Verde), Marina di Arbus, an der Straße Igortosu–Piscinas. Camping Le Palme (Costa Verde), Marina di Scivu, an der Straße zum Scivu-Strand, www.campinglepalme.com.

ESSEN UND TRINKEN
Die ehemalige Hirtenküche Sardiniens im Inselinneren ist eine Küche, bei der Wildbret, junge Schweine (porceddi), Wurstwaren wie die überall präsente Salsiccia, Schaf und einhei-misches Gemüse auf den Tisch kommen. Besonders empfehlenswert: das »sardische Notenpapier« (Pane Carasau), ein dünnes getrocknetes Hirtenbrot, und der Peccorino sardo, der sardische Schafs-käse, oder die maultaschenähnlichen Culurgionis. Die jüngere Meeresküche stammt dagegen von Spaniern und Genuesen, die Sardinien zeitweise beherrschten: beispielsweise Fischsuppe oder in Essig marinierte Meeräschen. Restaurant-Tipp: »Il Refugio« in Baunei (Ogliastra) an der Kirche von San Pietro. Es gibt traditionelle Gerichte vom Holzfeuer. Gut isst man meist auch in den einfachen Strandbars.

LITERATUR UND SURFTIPPS
Sowohl der »Sardinien«-Band aus dem Michael Müller Verlag (Eberhard Fohrer, 660 Seiten, 10. Auflage 2006, 22,90 Euro) als auch der ent-sprechende Band von Reise Know-How (Peter Höh/Kristine Jaath, 696 Seiten, 4. Auflage 2006, 21,50 Euro) bieten maximale Infos für Indivi-dualreisende und sind daher auch für Motorrad-urlauber optimal geeignet. Sehr detailfreudige und empfehlenswerte Karten kommen von Kümmerly + Frey oder Marco Polo (Generalkarte Italien), beide im guten Maßstab 1:200000. Siehe auch Straßen/Pisten. Gute Web-Pages sind: www.sardinien.com, www.sardinien.de und www.wikipedia.org/wiki/Portal:Sardinien

DIE STRECKE
Olbia, la Caletta, Berchida, Dorgali, Codula di Luna, San Pietro, Punta Pedra Longa, Bari Sardo, Marina di Gairo, Orgosolo, Oliena, Funtana Bona (Monte Novo San Giovanni), Nuoro, Macomer, Villanova Monteleone, Alghero, Bosa, Sinis-Halbinsel, P. is Arutas, Guspini, Marina di Arbus, Piscinas, Igurtosu, (Montevecchio), Is Arenas, Scivu, Portixeddu (Capo Pecora), Buggerru, Cala Domestica, Masua (Pan di Zucchero), Portovesme, Isola di San Pietro (Carloforte), Buggerru, (offroad: Buggerru–Valico di Genna Bogai), Fluminimaggiore, Igortosu, Nuoro, Capo Coda Cavallo, Olbia.

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