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Wer den hohen Norden sucht, muss nicht bis an Kap. In den mittelschwedischen Provinzen Värmland, Dalarna und Jämtland findet sich alles, was den Norden auszeichnet: einsame Wälder, durch die sich unzählige Pisten winden, eindrucksvolle Gebirge, unendliche Weite und – mit etwas Glück – Elche.

D Anreise
Für die Passage nach Schweden gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel täglich per Nachtfähre der Color-Line von Kiel nach Oslo, einem guten Ausgangspunkt für diese Tour. Tickets für eine Person mit Motorrad kosten ab 190 Euro. Näheres bei Color-Line
in Kiel, Telefon 0431/7300300 oder unter www.colorline.com. Ebenfalls von Kiel startet die Stena-Line ins schwedische Göteborg,
was aber die Anreise nach Värmland und Dalarna verlängert. Ganz neu bietet außerdem
2007 die TT-Line in Kooperation mit Skandinavien-Spezialist Feelgoodreisen Motorrad-Rundtouren durch Schweden an. Mehr unter www.TTLine.com. Alle weiteren Möglichkeiten, die Nordmeere zu überqueren, zeigt unsere Fährenübersicht ab Seite 108.
D REISEZEIT
Beste Bedingungen sind zwischen Ende Mai und Ende August zu erwarten. Im Juni und Juli wird es so hoch im Norden nur noch
kurz dunkel. Das Wetter ist meist deutlich besser als im norwegischen Fjordland, da
die von Westen anströmenden Wolken schon in den Bergen Norwegens abregnen und Schweden so deutlich mehr Sonnenstunden bescheren. Die Tagestemperaturen erreichen im Juli 15 bis 25 Grad, mit Nachtfrost ist
allenfalls oberhalb von 1000 Höhenmetern
zu rechnen.
D ÜBERNACHTUNG
Schweden bietet Reisenden ein dichtes Netz von Campingplätzen. Pro Zelt und Person kostet eine Übernachtung zwischen fünf und zehn Euro. Typisch sind »Stugas«, kleine, rustikale Holzhütten mit Kochgelegenheit und Stockbetten für zwei bis sechs Personen, die sowohl auf Campingplätzen als auch privat vermietet werden. Bei regnerischem Wetter finden gerade Motorradreisende hier idealen Unterschlupf, um bessere Tage abzuwarten. Variierend nach Größe und Ausstattung, kosten
sie zwischen 30 und 60 Euro. Je weiter nach Norden und je tiefer man sich in den Wäldern abseits der Orte bewegt, desto seltener
werden aber die offiziellen Campingplätze.
Im Gegensatz zum belebteren Südschweden finden sich in der Mitte des Landes jedoch genügend Plätze zum freien Zelten, oft in wunderschöner Lage an einem Fluss oder See. Legitimiert durch das in ganz Skandinavien geltende Jedermannsrecht, das Durchreisenden gestattet, in freier Natur zu übernachten – außer auf erkennbarem Privatgrund und in Schutzgebieten. Lagerfeuer muss man sich im Sommer aufgrund der hohen Waldbrandgefahr allerdings strikt verkneifen. Pensionen und Hotels sind eher dünn gesät und fast ausschließlich in Ortschaften angesiedelt.
Ihr Preisniveau liegt etwas höher als in Deutschland.
D Finanzen
Schweden gehört zwar zur EU, hält aber nach wie vor an der Schwedischen Krone als
Währung fest. Für einen Euro gibt es derzeit 9,4 SEK. Am einfachsten funktioniert der Geldnachschub mittels EC- oder Kreditkarte an Geldautomaten, die überall im Land zu finden sind. Auch wenn Schweden und vor allem Norwegen zu den teuersten Ländern Europas zählen, muss ein Urlaub dort nicht zwangsläufig ein Vermögen verschlingen. Klar, wer
in Hotels übernachtet und in Restaurants essen geht, könnte schnell pleite sein. Wer dagegen auf die unkomplizierten und reizvollen Camping- und Selbstversorgungsmöglichkeiten setzt, ist in Schweden nicht teurer als in Italien oder Frankreich unterwegs.
D Informationen
Sehr umfassende Informationen gibt
es bei der Schweden-Werbung, Lilien-
straße 19, 20095 Hamburg, Telefon
040/3255-1355, Fax -1333, gute Netzinfos
unter www.schweden-urlaub.de.
D LITERATUR
Unterwegs hat sich das Schweden-Reisehandbuch aus dem Velbinger-Verlag bewährt,
544 Seiten stark und 24,80 Euro teuer. Als Landkarten empfehlen sich die vor Ort erhältlichen schwedischen Esselte-Blätter Nummer 3 und 5 im Maßstab 1:300000. Noch etwas detaillierter sind die Karten von Kümmerly
& Frey in 1:250000 für 11,90 Euro. Für diese Reise die Nummern 2, 4 und 5 mitnehmen. Trotzdem ist die Orientierung nicht immer leicht, da viele der kleinen Wege auch in
diesen Karten nicht verzeichnet sind.

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