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Eine Reise entlang der chinesischen Seidenstraße wird für die meisten ein Traum bleiben: Das Land ist für Selbstfahrer praktisch tabu - bisher ist es nur wenigen gelungen, mit einem Fahrzeug auf eigene Faust durch China zu fahren.

Anreise: Wer trotz der nahezu unüberwindbaren bürokratischen Hürden den Versuch unternehmen möchte, mit seinem Motorrad durch China zu reisen, wählt entweder den zirka 7000 Kilometer langen Landweg via Türkei und Iran bis nach Pakistan. Dort kann man über den Karakorum-Highway und den Khunjerab-Paß in das Land der Mitte einreisen - falls die Behörden mitspielen. Oder man verfrachtet das Motorrad per Luft oder Bahn in eines der Nachbarländer Chinas (Pakistan, Kasachstan, Kirgistan, Mongolei) und versucht sein Glück an den jeweiligen Landesgrenzen. Die Stuttgarter Spedition Militzer und Münch hat sich auf Transporte in diese Länder spezialisiert, Telefon 0711/13688-0, Fax 0711/13688-33. Für einen einfachen Transport müssen pro Motorrad mit mindestens 1500 Mark gerechnet werden.Dokumente: Für die Einreise nach China benötigt man ein Visum, das es bei der Chinesischen Botschaft, Kurfürsten Allee 12, 53177 Bonn, gibt. Dieses Visum muß entweder persönlich (!) vor Ort beantragt und abgeholt werden, oder man beauftragt eine Visa-Beschaffungsagentur, die einem diese Arbeit gegen eine Gebühr abnimmt (zum Beispiel Visumzentrale Bonn, Koblenzer Straße 64, 53173 Bonn). Auch bei organisierten Touren sind chinesischer Führerschein und Landes-Kennzeichen Pflicht. Beides wird in der Regel vom Veranstalter in Zusammenarbeit mit von der chinesischen Regierung autorisierten Unternehmen organisiert. Für Pakistan ist neben einem Visum und einem internationalen Führerschein ein Carnet für das Fahrzeug erforderlich, das gegen eine Kaution oder Bankbürgschaft über 6000 Mark beim ADAC erhältlich ist.Organisierte Touren: Wer auf Nummer Sicher gehen und zumindest durch einen Teil Chinas reisen will, kann sich an folgende Unternehmen wenden: Active Tours bietet für 5980 Mark eine 23tägige geführte Tour ab Kasachstan durch Kirgistan, den Westen Chinas und über den Khunjerab-Paß bis nach Islamabad in Pakistan an. Gefahren wird auf eigenen Motorrädern, für die zusätzlich noch die Transferkosten (von 935 bis 1695 Mark) anfallen. Infos unter Telefon 09131/89180. Mit Explo-Tours kann man auf eigenen Motorrädern entweder ab München bis zum Karakorum-Highway und den Khunjerab-Paß oder von dort bis zur tibetischen Hauptstadt Lhasa fahren. Die Touren kosten 6500 Mark, der Motorrad-Transfer schlägt je nach Tour mit 1000 bis 2000 Mark zu Buche. Infos unter Telefon 08065/9150.Literatur: Von Lonley Planet kommt das englischsprachige Standart-Werk »Central Asia« für 47,80 Mark, das auch über den schwer zugänglichen Westen Chinas sowie ausführlich über die Möglichkeiten einer Einreise informiert. Ebenfalls sehr gut: das »China-Manuel« von Reise KnowHow für 49,80 Mark. Sehr hilfreich ist auch die soeben erschienene Merian-Ausgabe »Chinas Norden«für 14,80 Mark, in der detailliert eine Reise über die Seidenstraße im Westen des Landes beschrieben wird. Eine gute Auswahl an China-Karten in den verschiedensten Maßstäben hält der Reise- und Expeditionsausrüster Därr in München bereit. Infos und Katalog unter Telefon 089/282032.Zeitaufwand: zwei MonateGefahrene Strecke: zirka 6500 Kilometer

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