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Chiles Norden ist ein Traumland für Enduro-Fahrer. Vom Pazifik winden sich eine Handvoll Schotterpässe auf die unbewohnten Höhen des Altiplano, erreichen fast die magische 5000 Meter-Marke. Lohn der Mühen sind einzigartige Vulkan-Landschaften in glasklarer, aber dünner Luft.

Anreise: Flugtickets von Frankfurt nach Santiago de Chile gibt es ab etwa 1300 Mark. Beim Transport des eigenen Bikes bieten sich zwei Möglichkeiten: per Flieger oder Schiff. Der Lufttransport ist schnell und zuverlässig, und wer alles selber organisiert, spart Geld. Eine Honda Dominator (mit Transportpalette etwa 220 Kilogramm) fliegt ab 1400 Mark nach Chile. Auf Luftfracht spezialisierte Speditionen sind in der Regel günstiger als die Frachtabteilungen der Fluggesellschaften. Am besten Infos von mehreren Luftfracht-Speditionen einholen und vergleichen. Wir machten gute Erfahrungen mit MBS-Air-Cargo in Köln, Info unter Telefon 02203/9338 4143, Herr Schuster. Ebenfalls empfehlenswert: GGG-Logistik in Frankfurt, Info-Telefon 069/69590128 oder Hellmann Air-Cargo in Düsseldorf, Telefon 0211/417090. Der Rücktransport ist billiger, wenn er vor Ort organisiert wird (für zwei Maschinen etwa 2000 Mark). In Santiago bietet das Lufthansa Aircargo-Büro den mit Abstand besten Service. Ansprechpartnerin ist Birgit Wollsgat, Telefon 0056-2-6301671.Wer den Transport nicht selbst organisieren will, dem hilft GS-Sportreisen in München weiter. Für den Hin- und Rücktransport eines Bikes bis 220 Kilogramm sind 4406 Mark fällig. Bei zwei Motorrädern kostet es nur noch 3104 Mark pro Motorrad. Infos unter 089/27818484.Infos zum Seetransport gibt´s bei Speditionen, die auf Seefracht spezialisiert sind: MBS-Sea-Cargo, Telefon 02203/933842; Woick Travel Center 0711/7096710, Reiseagentur Hamburg Süd 040/37052593. Oder direkt bei den Reedereien. Kostenbeispiel für eine Honda Dominator von Hamburg nach Valparaiso oder Buenos Aires etwa 900 Mark. Zusätzlich fallen am Zielhafen Gebühren bis zu 300 US-Dollar an.Dokumente: Der Reisepaß reicht, ein Visum ist nicht nötig. Für das Motorrad wird weder ein Carnet de Passages noch ein internationaler Fahrzeugschein verlangt. Ein internationaler Führerschein ist dagegen Pflicht. Impfungen sind nicht zwingend erforderlich.Reisezeit: Die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel sind konträr zu unseren. Im Südsommer (Dezember bis März) ist es trocken und heiß. Tagesmaxima über 30 Grad an der Küste. In den Bergen oberhalb von 4000 Meter tagsüber um 15 Grad, nachts bis minus 15 Grad. Die hohen Pässe sind nur von Dezember bis Mai offen, längere Schneesperren sind jederzeit möglich.Übernachten: Hotels und Pensionen gibt´s in allen Orten teilweise schon ab 15 Mark pro Person. Campingplätze sind - außer an der Küste - eher selten, Preise ab sieben Mark. Freies Zelten ist kein Problem und bei Fahrten über das unbewohnte Altiplano unumgänglich. Die harschen klimatischen Gegebenheiten erfordern einen entsprechend warmen Schlafsack und ein sturmstabiles Zelt.Motorräder: Wer die bis zu 5000 Meter hohen Anden-Pässe unter die Räder nimmt, sollte sich wegen der sauerstoffarmen Höhenluft einen Satz kleinerer Vergaser-Hauptdüsen einstecken und, wenn nötig, einbauen - obwohl dieses bei unseren Motorrädern ( BMW R80G/S, Honda Dominator, Yamaha XT 600 Ténéré) nicht erforderlich war. Grobstollige Reifen wie Continental TKC 80, Michelin T63, Barum ED9T und Pirelli MT 21 erleichtern das Vorwärtskommen im tiefen Schotter oder Sand. Reifen kauft man am günstigsten in der Freihandelszone von Iquique. Der Benzinvorrat sollte bei Fahrten in den abgelegeneren Regionen für etwa 500 Kilometer reichen. Aufgrund der großen Höhe und der oft schlechten Pisten ist mit einem Mehrverbrauch von bis zu 30 Prozent zu rechnen.Organisierte Touren: Derzeit bietet nur Prima Klima-Reisen eine geführte Enduro-Tour durch den Norden von Chile an. Für die zweiwöchige Reise (26. März bis 8. April 1999) im Sattel einer Honda XR 650 sind inklusive Flug 6990 Mark zu zahlen. Organisierte Reisen sind ebenfalls möglich nach Feuerland. Infos unter Telefon 030/7879270. Edelweiss Bike Travel hat eine 3800 Kilometer lange Enduro- Rundreise von Santiago ins chilenisch-argentinischee Seengebiet im Programm. Termine von Dezember bis März. Preise ab 9105 Mark, Infos unter Telefon 02681/5904.Literatur: Die Bibel für Südamerikafahrer ist nach wie vor das englischsprachige, aber leicht verständliche »South American Handbook« vom Footprint Verlag, das jedes Jahr aktualisiert wird und 98 Mark kostet. Ebenfalls eine gute Wahl ist der Band »Chile« von Reise Know-How für 44,80 Mark.An den chilenischen Copec-Tankstellen wird ein brauchbarer Straßenatlas für etwa sechs Mark verkauft. Der gleichwertige Straßenatlas von Lonely Planet kostet hierzulande 35,80 Mark. Der argentinische Automobilclub ACA gibt Detailkarten fürs ganze Land heraus, die im Land an jeder Tanstelle zu erstehen sind. Als Übersichtskarte eignet sich die R+V-Karte Südamerika im Maßstab von 1:4000000 für 19,90 Mark. Genauere TPC-Fliegerkarten gibt es bei den Ausrüstern Därr in München (089/282032) oder Woick in Stuttgart (0711/7096700).Zeitaufwand zwei MonateGefahrene Strecke 7500 Kilometer

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