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Eine Motorrad-Reise quer durch die Sahara ist ein schwieriges und stellenweise auch nicht ungefährliches Unternehmen - und besonders in den abgelegenen Regionen wie in der Ténéré-Wüste sollte man weder auf einen Führer noch auf ein Begleitfahrzeug verzichten. Aber die Vielfalt der phantastischen Landschaftsformen entschädigen für jede Strapaze.

Anreise: Da es derzeit keine Fährverbindung nach Ägypten oder Libyen gibt, führt der schnellste Weg in die Sahara-Staaten über Tunesien. Fähren der Reederei Tirrenia gehen jeweils samstags von Genua nach Tunis. Pro Person sind für die einfache Fahrt ab zirka 200 Mark, pro Motorrad ab 150 Mark zu zahlen.Die Strecke: Von Ägypten kommend, besteht nur an der Mittelmeer-Küstenstraße bei Amsaad die Möglichkeit, nach Libyen einzureisen. Schwierig ist die Ausreise von Libyen in den Tschad: Die Suche nach einem für den Tschad notwendigen Führer und die Aus- und Einreiseformalitäten lassen sich zwar in Al Katrun erledigen - aber nur »unter der Hand« und mit viel »Schmiergeld«. Eine Ausreise aus dem Tschad zurück nach Libyen ist derzeit nicht (!) möglich. Die Fahrt durch die abgelegene Wüstenregion der Ténéré im Niger sollte ebenfalls nur mit einem Führer, der mit Glück in Bilma zu engagieren ist, und wegen der langen versorgungslosen Etappen nur mit einem Begleitfahrzeug unternommen werden. Die eventulle Rückfahrt von Mauretanien nach Marokko ist offiziell verboten, wird aber geduldet beziehungsweise nicht kontrolliert. Motorradfahrer sollten sich unbedingt einem Autokonvoi anschließen, der aufgrund der immer noch akuten Minengefahr in der Regel mit einem Führer unterwegs ist.Dokumente: Neben einem Reisepaß, der für mindestens sechs Monate nach dem beabsichtigten Ausreisetermin gültig sein muß, besteht für folgende Länder eine Visumspflicht: Libyen, Tschad, Niger, Mali und Mauretanien. Die Visa sind bei den entsprechenden Botschaften erhältlich, die Adressen stehen in den Reiseführern oder im Geo Special »Sahara« (siehe auch Literatur). Ferner benötigt man einen internationalen Führer- und Fahrzeugschein, einen Impfpaß und für das Motorrad ein Carnet de Passage, das gegen eine Kaution und eine Bearbeitungsgebühr beim ADAC erhältlich ist. Da in den beschriebenen Ländern keine deutsche Versicherung Haftung übernimmt, sollte man eine internationale Haftpflichtversicherung abschließen (zum Beispiel von Lloyds). Das Motorrad: Wer durch Wüstenregionen fährt, sollte sein Motorrad entsprechend ausrüsten. Der 42 Liter fassende Tank (1899 Mark) für die BMW R 1100 GS und das stabile Zega-Koffersystem (komplett 999 Mark) kommen von der Firma Touratech, die sich auf Ausrüstung für Rallye und Reise spezialisiert haben und auch notwendiges Zubehör wie GPS-Satellitennavigations-Geräte anbieten. Infos unter Telefon 07728/97920, Fax 97921. Der grobstollige Continental TKC 80 ist derzeit der einzige Reifen für die R 1100 GS, der für eine solche Tour in Frage kommt. Ersatzteile gibt es in Afrika nicht, aber die Schrauber in den vielen Werkstätten sind wahre Improvisationskünstler.Literatur: Ausführliche Infos über die Sahara, Schwarz- und Südafrika inklusive Tips zur Vorbereitung, Ausrüstung sowie ausführlichen Streckenbeschreibungen stehen im fast 1000 Seiten starken Buch »Durch Afrika« von Klaus Därr für 56,80 Mark. Das bereits vor sechs Jahren erschienene Geo Special »Sahara« für 14,80 Mark ist mit seinen hervorragenden Reportagen und einzigartigen Aufnahmen ein tolles Werk, um sich auf die Wüstenregion einzustimmen. Von Thomas Troßmann kommt das Reise Know How-Sachbuch »Motorrad Reisen zwischen Urlaub und Expedition« für 34,80 Mark, das ausführlich auf die Vorbereitung, Ausrüstung und Durchführung von Reisen in Afrika eingeht. Aus dem Hause Frederking & Thaler kommt Michael Martins aktueller Bildband »Die Wüsten Afrikas«. Bilder, Text und Gestaltung sind erstklassig und präsentieren Afrikas Wüstenlandschaften, aber auch deren Bewohner auf eindrucksvollste Art und Weise - einer der besten Bildbände überhaupt, der inklusive einer CD des Weltmusikers Stephan Micus 98 Mark kostet. Michael Martins neuer Kalender »Abenteuer Motorrad 1999« für 29,80 Mark zeigt noch einmal die besten Motorrad-Bilder des renomierten Fotografen. Bildband und Kalender können per Postkarte oder Internet zuzüglich sechs Mark Versandkosten bestellt werden bei Michael Martin, Weingartnerstraße 55, 81243 München, http://www.michael-martin.de.Zur Übersicht reichen die beiden Michelin-Karten 953 (Nord- und Westafrika) sowie 954 (Nord- und Ostafrika) im Maßstab von 1:4 Mio für je 14,80 Mark. Wer abseits der Hauptrouten fährt, sollte sich für die entsprechenden Regionen mit den genauen IGN-Karten eindecken, die im Maßstab von 1:1 000 000 pro Blatt 19,80 Mark kosten, oder TPC-Karten verwenden, die in den Maßstäben ab 1:500 000 ebenfalls für je 19,80 Mark zu haben sind. Eine Übersicht über die entsprechenden Blätter findet sich in den Katalogen der Expeditionsausrüster Woick in Stuttgart (0711/7096700, Fax 7096770) sowie Därr in München (089/282032, Fax 282525).

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