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Mit 2091 Metern weder rekordverdächtig hoch noch fahrtechnisch mega-anspruchsvoll, lohnt der St. Gotthard den-
noch unbedingt einen Besuch. Denn fast nirgends rückt
man der alpinen Geschichte näher als auf den Kopfsteinen der alten Tremola.

D Wege und
Reisezeit
Neben Eisenbahn und Saumpfad bietet der Gotthard drei verschiedene Wege, den Alpenhauptkamm zu bewältigen. Einfachste und ganzjährige Möglichkeit ist der 17 Kilometer lange Autobahntunnel zwischen Göschenen und Airolo (Autobahnvignette erforderlich). Spannender ist die Nationalstraße N 2, die sich von der Axenstraße am Vierwaldstädter See an den Berg heranarbeitet und schließlich in toll ausgebauten, breiten Kehren und Brücken den Pass überquert. Klassik pur präsentiert die gepflasterte alte Tremola-Straße, die zusätzlich zur N 2 zeitweise befahren werden darf. Im Norden erst kurz vor der Passhöhe abzweigend, bietet sie gen Süden einen verwegenen Steilabstieg mittels 24 übereinandergetürmten Kehren bis Airolo. Nahe der Tremola überquert auch der historische, teilweise noch mit römischem Pflaster belegte Saumpfad den Pass. Heute als Wanderweg markiert und vermutlich eine der ältesten
Alpentraversen überhaupt (Detailkarten in Andermatt und dem Hospiz erhältlich). Pass und Hospiz sind von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Mit dem ersten Schnee wird der
Betrieb eingestellt und die N 2 nur noch bis
Hospental beziehungsweise Airolo geräumt.

D Übernachten
Fast ausnahmslos alle Orte am Pass bieten Übernachtungsmöglichkeiten. Andermatt gleich mehrfach. Zum Beispiel das Hotel
»Zum Sternen«, Übernachtung im DZ mit Frühstück ab 60 Franken pro Person, Telefon 0041/
(0)41/8871130. Zwar mit Etagen-Dusche und Basis-Ausstattung, aber dafür alpinem Jahrhundertgefühl nächtigt man im alten Gotthardhospiz auf der Passhöhe. Übernachtung im
DZ mit Frühstück ab 55 Franken (Gruppenquartiere möglich). Telefon 0041/(0)91/8691235.

D Sehenswert
Unbedingt eine Pause auf der Passhöhe einplanen, wo die alten Hospizanlagen neben
Hotel und Restaurants auch zwei Museen
beherbergen. So dokumentiert das Gotthard National Museum anschaulich die Geschichte der Schweiz, des Passes und die Dramen der Tunnelprojekte, während das Festungsmuseum tief in den Bunkern des ausgehöhlten Gott-
hardmassivs einen Blick in das Verteidigungs-
szenario der letzten Jahrhunderte enthüllt. Nicht auf den ersten Blick entdeckt man die legendäre Teufelsbrücke, die kurz vor Andermatt die Schöllenen Schlucht unmittelbar
unter der N 2 überquert. Wenige Meter oberhalb wiederum durchquert diese mit einem
unscheinbaren 60-Meter-Felsendurchstich
den ersten Tunnel der Alpengeschichte: das Urner Loch. Bewusst verborgen hält sich
dagegen »La Claustra«, ein in den Gotthardhöhlen und ehemaligen Festungsanlagen integriertes Edel-Seminarhotel unter Tage. Entworfen von dem Künstler und Philosophen Jean Odermatt – als geistiges Zentrum des Bergs. Mehr unter www.claustra.ch.

D Literatur
Top-Literatur gibt’s im Gotthardmuseum:
Die Museumsschrift »Am Höhenweg der
Geschichte« arbeitet detailliert die Vergangenheit auf, während sich der ausgezeichnete, 2003 im Werdverlag erschienene Bildband »Gotthard – Das Hindernis verbindet« der
aktuellen Situation und jüngeren Geschichte widmet. ISBN 3-85932-451-9.

D Informationen
Verkehrsbüro Andermatt, Gotthardstraße 2, Telefon 0041/(0)41/8871454, www.andermatt.ch.

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