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Der Iran bietet Reisenden weit mehr als nur eine Verbindungsetappe zwischen Türkei und Pakistan. Da inzwischen die Möglichkeit besteht, ein Visum für einen längeren Aufenthalt als nur eine Wocher zu erhalten, können auch Abstecher abseits der Transitwege eingeplant werden - ein lohnendes Ziel.

Anreise: Die Anreise über Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Türkei beträgt etwa 7000 Kilometer und kann in 14 Tagen bewältigt werden. Da die Kurdenkonflikte im Osten der Türkei andauern, ist von Abstechern jenseits der Hauptstrecke (Sivas - Erzurum) abzuraten. Ständige Militärkontrollen sind in der Osttürkei an der Tagesordnung. Für die Transitstrecke durch den Iran empfiehlt sich die Route Tabriz, Teheran, Qom, Yazd, Kerman und Zahedan. Sehr reizvoll sind ausgiebige Abstecher entlang dieser Strecke. Die Straßen der Transitstrecke sind hervorragend und entsprechen deutschen Bundesstraßen. Für das Motorrad genügt eine Reichweite von 300 Kilometer. Der Liter Benzin kostet zirka drei Pfennig.Dokumente: Offiziell erhält man bei der Iranischen Botschaft (Botschaft der Islamischen Republik Iran, Godesberger Allee 133-137, 53175 Bonn) ein sieben- tägiges Transitvisum. Einmal ausgestellt, läßt sich das Transitvisum im Land selbst in jeder größeren Stadt bei der Ausländerbehörde verlängern. Ein Tip: bereits in Tabriz eine Verlängerung des Visums beantragen, und zwar die doppelte Zeit, um die man verlängern will. Die Hälfte davon wird normalerweise genehmigt. Der Reisepaß sollte mindestens sechs Monate gültig sein und keine Visaeinträge der USA, Südafrikas, Iraks oder Israels aufweisen. Der Internationale Führerschein ist Pflicht. Für das Motorrad wird ein Carnet de passage verlangt, welches bei deutschen Automobilclubs gegen eine Kaution von 6000 Mark erhältlich ist.Reisezeit: Das Klima ist extremen Schwankungen unterworfen. Die Winter können sehr kalt sein, und Sommermonate mit Temperaturen über 40 Grad sind nichts Außergewöhnliches. Im Frühjahr empfehlen sich März und April, im Herbst Oktober und November als ideale Reisezeit. Übernachten: Die Hotelauswahl im Iran ist begrenzt. In der Provinz findet man nur wenige Hotels; deren Zimmer sind sehr einfach ausgestattet. Bessere Hotels gibt es nur in Großstädten. Aufgrund der inflationären einheimischen Währung müssen westliche Reisende Kost und Logis meist in US-Dollar bezahlen. Übernachten im Freien ist erfahrungsgemäß unbedenklich. Ein ungestörtes Plätzchen ist in der Regel leicht zu finden.Gesundheit: Empfehlenswert sind Impfungen gegen Hepatitis A, Polio, Tetanus, Diphterie und Typhus. Desweiteren müssen Ausländer, die länger als drei Monate im Land bleiben wollen, einen negativen HIV-Test vorlegen. Da es nur am Kaspischen Meer ganzjährig feucht ist - ansonsten herrscht im Iran Wüsten- und Steppenklima -, ist die Gefahr einer Malaria-Ansteckung gering. Alle größeren Städte sind malariafrei. Lediglich im Südosten herrscht ein mittleres Malaria-Risiko.Währung:. Aufgrund der Inflation sind Angaben über den Wechselkurs kaum möglich. Euroschecks werden nicht, Travellerschecks nur teilweise akzeptiert. Da der Umtauschkurs für Schecks immer schlecht ist, empfiehlt sich Bargeld. US-Dollar sind gern gesehene Devisen.Literatur: Von Reise Know-How kommt von Kirsten Winkler das Buch »Kulturschock Iran«, 24,80 Mark. Hier stehen Geschichte, Sitten und Gebräuche im Mittelpunkt. Ein sehr detaillierter, englischsprachiger Reiseführer ist unter dem Titel »Iran, a travel survival kit« von David St. Vincent 1992 im Lonely Planet Verlag erschienen, 22,50 Mark. Daneben gibt es von Hajo Bergmann einen kurzen, aber sehr informativen Bericht mit dem Titel »Morgenlandfahrt: Expedition durchs alte Persien«, der näher auf den geschichtlichen und kulturellen Hintergrund eingeht. Erzählt werden die Erlebnisse einer Iranreise im Jahr 1994, sowie die Geschichte einer schleswig-holsteinischen Expedition aus dem Jahr 1635. Erschienen in »Terra-X. Expedition ins Unbekannte« im Heyne-Verlag, 39,80 Mark. Im Vergleich zu anderen östlichen Ländern ist Kartenmaterial über den Iran Mangelware. Hält man sich an die meist zweisprachig beschilderte Transitstrecke, sind detaillierte Karten nicht erforderlich. Die »Roadmap of Iran« (Geo-Verlag) ist in Buchhandlungen erhältlich.Gefahrene Strecke XXXZeitaufwand zwei Wochen

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