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Ein Trip durch Zentralasien ist ein Abenteuer der
Extraklasse: Die historischen Städte und einzigartige
Landschaften faszinieren ungemein – dafür muss
man allerdings eine beschwerliche Reise in Kauf nehmen.

D Anreise
Das Motorrad gelangte mit Hilfe der Ulmer Spedition »TLO GmbH« (Herr Leukert, Telefon 0731/159960) nach Almaty in Kasachstan. Der Hin- und Rücktransport durch das auf die zentralasiatischen, russischen und kaukasischen Staaten spezialisierte Unternehmen
erfolgte per Lastwagen; pro Strecke werden drei Wochen für den Transfer veranschlagt. Preis je Transport: ab etwa 900 Euro. Almaty wird von fünf Fluggesellschaften angeflogen, und Tickets sind ab etwa 750 Euro zu haben (British Airways).
D Dokumente
Die Einreisebestimmungen sind komplex, und die Visa-Beschaffung gestaltet sich als langwierig und ist zudem sehr teuer. Ohne eine
Visum-Beschaffungsagentur wie zum Beispiel die Berliner »Visum Centrale« (Telefon 030/
230959110; www.visum-centrale.de) geht kaum etwas. In Tadschikistan ist praktisch
für jeden Ort und jede Route eine Sondererlaubnis von Regierungsseite sowie eine Einladung erforderlich. Deutlich vereinfacht wird das Ganze, wenn man – wie in diesem Fall – zufällig an eine örtliche Reiseagentur (»Sayoh«) gelangt, deren Direktor zugleich ein
hohes Regierungsamt bekleidet. Insgesamt haben sämtliche Gebühren für Visa und »Einladungen« pro Person etwa 750 Euro verschlungen – mehr als die reinen Reisekosten. Für das Motorrad reicht ein internationaler Fahrzeugschein. Ein internationaler Führerschein und reichlich Fotokopien sämtlicher Dokumente sind zu empfehlen.
D Reisezeit
Für das gebirgige Zentralasien kommt nur
der Zeitraum von Mai bis Ende September in Frage. Zwar herrschen im Sommer im Westen Usbekistans Temperaturen von bis zu 45 Grad, in den höheren Regionen und besonders im Pamir-Gebirge bewegen sich die Maximaltemperaturen dagegen tagsüber nur zwischen zehn bis 20 Grad. Nachts ist es jedoch selten wärmer als minus zehn Grad. Mit Regen
muss man sehr selten rechnen.
D Übernachten
Die Hauptstädte bieten Hotels in allen Preisklassen, die alle ausnahmslos überteuert,
heruntergekommen und schmutzig sind. Vereinzelt findet man in den kleineren Orten
privat geführte Hotels und Pensionen in akzeptablem Zustand. In den abgelegenen Regionen und im Pamir-Gebirge sind ein gutes Zelt und warme Schlafsäcke unerlässlich.
D Sicherheit
Die größte Gefahr geht besonders in den Städten von dem chaotischen Verkehr aus – kaum jemand hat einen Führerschein. Problematisch ist auch der starke Alkoholkonsum, sogar unter Muslimen. Uniformierte sind oft derart betrunken, dass sie mit ihren Waffen, ihrer Selbstüberschätzung und Geldgier eine erhebliche Gefahr für Fremde darstellen. Kontrollstationen, Grenzen und Posten sollte man ab dem Nachmittag möglichst meiden. Das Pamir-Plateau ist auf den befahrenen Nebenrouten öfters so einsam, dass man nicht mit Hilfe rechnen kann. Teile der beschriebenen Strecke sind zudem vermint, so dass es lebensgefährlich ist, die Spuren zu verlassen!
Die Infrastruktur ist generell gut (Ausnahme: der Pamir), und Tankstellen verschiedenster Kategorie finden sich nahezu überall entlang den Hauptrouten. Ohne großen Tank sollte dennoch niemand unterwegs sein.
D Literatur
Reiseführer über Zentralasien sind
Mangelware. Von Lonely Planet kommt das englischsprachige »Central Asia«, das
2004 aktualisiert wurde und als Standard-werk gilt. Der Trescher-Verlag hat sich ganz auf Osteuropa, Russland, Sibirien und Zentralasien spezialisiert und eine Reihe hervorragender Reiseführer herausgebracht. In diesem Fall »Usbekistan« (17,95 Euro), »Kirgisistan” (14,95 Euro) und »Kasachstan« (18,95 Euro). Weitere Infos unter www.trescherverlag.de (mit sehr guten Länderinformationen).
Eine sehr gute Übersichtskarte kommt von
Nelles Maps: »Central Asia« im Maßstab
von 1:1750000. Preis 9,90 Euro. Detaillierter
sind die TPC-Karten (amerikanische Fliegerkarten) im Maßstab von 1:500000, die
beispielsweise beim Münchner Därr-Expe-
ditionsservice pro Blatt 18,80 Euro kosten
(Telefon 089/282032; www.daerr.de).

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