Infos Montenegro (Archivversion)

Wer in Montenegro nur die Badestrände der Adria besucht, verpasst etwas: das Hinterland mit bis zu 2500 Meter hohen Bergen, ideal für entdeckungslustige Motorradfahrer. Auf (noch) nicht immer durchgängig asphaltierten Nebenstrecken empfiehlt es sich, mit einer Reise-Enduro unterwegs zu sein – zumindest aber ohne Schotterallergie.

ANREISE 1200 Kilometer, fast ausschließlich auf Autobahnen, sind es von München über Salzburg, Zagreb, Split und Dubrovnik bis zur kroatisch-montenegrinischen Grenze und der Bucht von Kotor. 300 Kilometer kürzer – aber nicht unbedingt schneller – ist die Route, die zunächst via Felbertauerntunnel und Triest nach Rijeka und von dort entlang der Adria bis auf die Höhe von Zadar führt; ab da geht’s auf der Autobahn Richtung Split und Montenegro weiter. Besonders für Norddeutsche eine reifensparende Überlegung wert: der Autozug nach Villach/A, Bozen oder Verona in Italien (www.autozug.de). Eine Alternative zum Landweg bietet die Fährpassage vom italienischen Ancona nach Bar in Montenegro (www.montenegrolines.net).

PRAKTISCHES Für die Einreise werden Reisepass und grüne Versicherungskarte benötigt. Zahlungsmittel in Montenegro ist der Euro. Geldautomaten und Tankstellen sind genügend vorhanden. Da sich Ausflüge ins unerschlossene Hinterland gerne in die Länge ziehen, kann frühzeitiges Auffüllen der Vorräte – für Mensch und Maschine – beruhigend wirken. Als beste Reisezeit empfehlen sich die Monate vor und nach der hochsommerlichen Hitze. Bis in den Oktober hinein ermöglichen angenehme Wassertemperaturen das Baden im Mittelmeer und in der windgeschützten Bucht von Kotor. Prima klappt oft die Verständigung mit den Einheimischen, von denen überraschend viele Deutsch oder Englisch sprechen. Keine Angst vor gelegentlich auftauchenden kyrillischen Wegweisern: Meist finden sich die gewohnten lateinischen Schriftzeichen – und immer Wege zurück.

UNTERKUNFT Schon zu Titos Zeiten galt die montenegrinische Küste mit ihrem mediterranen Klima – 200 Sonnentage pro Jahr – als preisgünstige Alternative zu Italien. Ein entsprechend vielfältiges Angebot von Hotels und Privatzimmern erwartet Reisende zwischen der Bucht von Kotor und Ulcinj an der albanischen Grenze. Im Landesinneren dagegen ist der Tourismus zwar Hoffnungsträger für die wirtschaftliche Entwicklung, doch die Bettenkapazität momentan noch nicht sonderlich hoch. Die Suche nach einem Quartier kann so zum integralen wie spannenden Teil der Tour werden. Und auch wenn der sanitäre Standard nicht immer westeuropäischen Normen entspricht: Reisen soll ja mehr bilden als nur den Schaum unter einer warmen Dusche. Empfehlenswerte Unterkünfte auf der beschriebenen Route sind: Hotel Pelikan, 81305 Virpazar, Telefon 00381/(0)81711107 oder 160, Fax 00381/(0)81711011; Hotel Javor, Bozidara Zugica 8, 84220 Žabljak, Telefon 00381/(0)89361337, Fax 00381/(0)89361307, www.durmitor.org.yu.

LITERATUR Gleich drei Autoren berichten, wenn auch recht unterschiedlich aufbereitet, in ihren Reiseführern engagiert und kompetent über das kleine Land zwischen Adria und Durmitor-Massiv: Achim Wiegand in „Montenegro“ aus dem Michael-Müller-Verlag für 15,90 Euro, Werner Lips in „Montenegro, Crna Gora“ aus dem Reise-Know-How-Verlag für 14,90 Euro und Marko Plešnik in „Montenegro entdecken“aus der Trescher-Reihe „Reisen“ für 14,95 Euro. Kompakte Alternative: „Montenegro“ von Marco Polo für 8,95 Euro. Als Straßenkarte für die Anreise wie auch (bedingt) das Zielgebiet eignet sich die Shell-Länderkarte „Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro, Mazedonien, Albanien“ im Maßstab 1:750000 für 7,50 Euro. Detaillierter ist naturgemäß „Serbien-Montenegro“ von Reise-Know-How im Maßstab 1:400000 für 8,90 Euro. Noch größere Genauigkeit versprechen die an montenegrinischen Tankstellen erhältlichen Karten; sie sind allerdings trotz Maßstäben von 1:200000 oder 1:235000 nicht ganz fehlerfrei.

ADRESSEN Informationen auf Deutsch bietet www.visit-montenegro.org und www.europa-auf-einen-blick.de; auf Englisch www.montenegro.com, www.montenegro-info.com, www.discover-montenegro.com und www.visit-montenegro.com.

Zeitaufwand: Vier Tage
Gefahrene Strecke: 970 Kilometer

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