Infos Norwegen (Archivversion)

Norwegen gilt vielen als schönstes Land Europas. Kein anderes bietet derart dramatische Gebirgs- und Küstenlandschaften zugleich. Einziger Nachteil: Es ist auch das teuerste. Doch wer mit Zelt, Kocher und mitunter härterer Witterung umgehen kann, findet ein traumhaftes Reiseziel.

Allgemeines
Norwegen verfügt ungefähr über die Fläche Deutschlands, aber nur über knapp ein Fünftel der Bevölkerung. Die Folge: bezaubernde Landschaften, die insbesondere im Norden nahezu menschenleer und auch im belebteren Süden selten überlaufen sind. Charakteristisch ist die zerklüftete Westküste mit ihren unzähligen Fjorden, die sich teils Hunderte von Kilometern weit ins Landesinnere erstrecken. Der Sognefjord (rund 300 Kilometer nordwestlich von Oslo) ist mit 204 Kilometern der längste, der Geirangerfjord mit seinen imposanten Wasserfällen und steilen Felswänden wohl der dramatischste. Rundum gibt es außerdem jede Menge alpiner Gebirgsstraßen zu genießen, besonders im Bergmassiv Jotunheimen. Dort klotzen rund um den 2469 Meter hohen Galdhoppigen die höchsten Berge Skandinaviens.

Anreise
Etliche Fährrouten bringen Reisende über die Nordsee nach Norwegen. Besonders schön ist die Nachtfahrt Kiel–Oslo mit Colorline (www.colorline.de), Kreuzfahrtatmoshäre inklusive. Zwei Personen zahlen in der günstigen Kabinenklasse (Buchung nur mit Kabine möglich) plus zwei Motorrädern in der Hauptsaison rund 310 Euro. Gespanne kosten 36 Euro mehr und damit so viel wie Autos (80 statt 46 Euro). In Dänemark existieren weitere Abfahrtsmöglichkeiten zu unterschiedlichen Häfen. Näheres in der Fährenübersicht in MOTORRAD 15/2007. Oder unter www.ocean24.de.

Übernachten
Am empfehlenswertesten sind in Norwegen Zelt oder Hütte, da Hotels und Restaurants nahezu unerschwinglich sind. Campern erlaubt zusätzlich das Jedermannsrecht, auf nicht privatem Grund eine Nacht zu verbringen. Andererseits sind die Zeltplätze oft schön gelegen und nicht teuer. Für zwei Personen plus Motorräder fallen oft kaum mehr als zwölf Euro an. Der Preis schließt sogar Waschmaschine und Trockner ein. Bei widrigem Wetter unverzichtbar sind Camping-hütten ("Hytter"), die man auf Zeltplätzen oder in extra aus-geschilderten Anlagen findet.

Aktivitäten
Besonders beeindruckend sind die uralten Stabkirchen mit Ursprüngen in der Wikingerzeit. Die älteste liegt in Urnes an einem Seitenarm des Sognefjords. Auch Wanderungen bieten sich in Norwegen an. Besonders schön: der Bessegen-Grat in Jotunheimen, eine zünftige Tagestour auf einem schmalen Grat zwischen zwei Gebirgsseen. Oder der Prekestolen über dem Lysefjord mit seiner imposanten Perspektive von einer 600 Meter hohen, senkrechten Felswand hinab. Ebenfalls sensationell ist der Jostedalsbreen – mit 490 Quadratkilometern größter Gletscher des europäischen Festlands. Seine Ausläufer sind bei Gaupne von Parkplätzen entlang der Reichsstraße 604 gut per pedes zu erkunden. Wer mehr auf Städte steht, sollte Bergen und seine alten Holzhäuser im Hafen nicht verpassen. In Oslo bietet sich für Besuche ein Campingplatz hoch über der Stadt an. Tipp: Dort zwei Nächte verbringen und unter anderem die Skulpturen im Vigelandpark anschauen.

Literatur
Baedeker "Norwegen" (mit Karte im Maßstab 1:800000, die für die gefahrene Strecke völlig ausreicht), 22,95 Euro. Außerdem gut, aber für diese Tour eigentlich unnötig: Superatlas Skandinavien, Freytag Berndt, 1:250000 bis 1:400000, 29,95 Euro. Blätter heraustrennbar, beschnitten und einzeln laminiert.


Reisedauer: 3 Wochen; Strecke: 1500 Kilometer

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote