Infos zu Elba (Archivversion)

Elba ist geprägt vom sommerlichen Tourismus. Im Juli und August erlebt die Insel jedes Jahr ihre eigene Eroberung. Ihren wahren Charme erfährt man im Frühling und Herbst.

Allgemeines
Elba ist nach Sardinien und Sizilien mit einer Küstenlänge von 147 Kilometern und einer Oberfläche von 224 Quadratkilometern die drittgrößte Insel Italiens. Sie liegt zwischen der toskanischen Küste und Korsika und überrascht mit einer unglaublichen landschaftlichen Vielfalt. Ihre rund 150 Buchten variieren zwischen feinsten Sandstränden mit türkisblauem Wasser samt Südsee-Flair und dramatischen Steilküsten mit Steinufern. Dazwischen ein Mix aus löchrigem Vulkangestein, Schwefel-Seen, hohen Bergen mit fast alpinem Charakter (höchster Berg Monte Capanne, 1018 Meter) und lieblichen Toskana-Landschaften. Grundlage dafür ist ein komplizierter geologischer Aufbau, dem wuchtige Granitkuppen, wild verformte Schieferschichten und vor allem die schon von den Etruskern genutzten Erzlagerstätten zu verdanken sind. Während im Westen Elbas unzählige zu bizarren Steinmonstern verwitterte Tafonifelsen zu bewundern sind, staunt man im Osten über die bunte Vielfalt des Gesteins, einen schwarz glitzernden Sandstrand mit giftgrüner Lagune, im Süden über organisch geformten Granit oder den Magnetit der Halbinsel Calamita, der Kompassnadeln verrückt spielen lässt (Informationen zur Geologie Elbas: www.1clickelba.it/geologia-de/).

Bereits um 750 v. Chr. bauten die Etrusker auf Elba Eisenerz ab, daher nannten die um 450 v. Chr. einfallenden Griechen die Insel auch „Aithalia“ (die Rau-chende, Rußige), während die Römer das Eiland „Ilva“ tauften. Aus Elbas wechselvoller, langer Geschichte leuchtet im frühen 19. Jahrhundert das Exil Napoleon Bonapartes heraus, der in nur zehnmonatiger Herrschaft über die Insel bis heute wirksame Reformen auf den Weg brachte und anschließend nach Frankreich und zur Weltgeschichte zurückkehrte. Im Wiener Kongress wurde Elba, das wechselweise zu Griechenland, Rom, Pisa, Genua, zu Großbritannien und Frankreich gehört hatte, dem Herzogtum Toskana zugeschlagen, mit dem es 1860 an das vereinte Königreich Italien gelangte. 1982 wurde auf Elba die letzte Eisenmine geschlossen, nachdem sich als schnell wachsende Einnahmequelle bereits seit 1960 der Tourismus etabliert hatte.

Reisezeit
Die durchschnittliche Jahrestemperatur auf Elba beträgt knapp 16 Grad, die Monate Juni, Juli und August können extrem heiß sein. Weil die Insel in den großen Ferien auch für Italiener begehrtes Reiseziel ist, empfehlen sich April, Mai oder September, Oktober für eine entspannte Motorrad-Tour. Ab November muss mit Stürmen und Regen gerechnet werden. Grundsätzlich gilt, dass das Wetter auf der Insel besser ist als auf dem nahen Festland.

Anreise
Die meisten Elba-Besucher werden wohl per Achse anreisen. Wer etwas Zeit mitbringt, kann gehobenen Fahrspaß schon auf diversen Alpenpässen erfahren. Wer direkt fahren möchte, nutzt je nach Heimatort und Route durch Deutschland am besten den Gotthard, den Sankt Bernardino oder den Brenner. Anschließend bietet sich der Apennin als landschaftlich reizvolle und kurvenintensive Vorbereitung auf das Kehrengeschlängel von Elba an. Außer-dem locken Attraktionen an der Küste wie die Dörfer des Cinque-Terre, die Marmorsteinbrüche von Carrara, der Schiefe Turm von Pisa oder, wenn man schon mal da ist, die reizvollen Weinorte in der Toskana, die Städte Florenz und Siena sowie die raue Schönheit der Maremma. Für Elba-Reisen bietet sich auch der Autoreisezug an, den man am günstigsten bis Alessandria nutzt (www.dbautozug.de). Im April kostet die Hinfahrt pro Person und Motorrad im Liege-wagen 236,50 Euro, die Rückfahrt eine Woche später ist mit 149 Euro gelistet. Reisende, die auf der Insel einen Roller oder ein Motorrad mieten möchten und Zeitnot haben können von Bern, Friedrichshafen, München, Mailand oder Pisa mit kleineren Propellermaschinen fliegen. Informationen bei Air Alps (Telefon 0043/29272999) oder Inter Sky (Telefon 0043/557443526). Kosten ab Friedrichshafen im April hin und zurück 150 bis 300 Euro, im Sommer bis 500 Euro.

Fähren
Die für die Elba-Passage relevanten Fährgesellschaften heißen Moby Lines und Toremar. Beide legen in Piombino ab, einer von Schwerindustrie geprägten Hafenstadt, etwa eine Motorradstunde südlich von Livorno. Die Überfahrt vom Festland nach Elba dauert rund eine Stunde. Moby Lines läuft ausschließlich die Inselhauptstadt Portoferraio an, während einige Toremar-Fähren auch andere Häfen wie Porto Azzurro oder Rio Marina bedienen. Im April/Mai 2009 kostet der Personentransfer mit Moby Lines 14,20 Euro, der Motorrad-Transport liegt bei 7,50 Euro. Toremar-Passagiere zahlen für das Motorrad 14,90 Euro, für die Personenbeförderung 9,30 Euro. Die Preise sind tagesabhängig und können erfahrungsgemäß leicht schwanken. Selbst in der Hauptsaison ist auf den dann überfüllten Schiffen für Motorräder meistens noch ein Plätzchen frei. Wer trotzdem reservieren möchte: www.mobilines.de oder www.toremar.it sowie www.navitirreno.it

Unterkunft
Die Insel verfügt über mehr als 8000 Betten in Hotels jeglicher Kategorie, über 10000 Übernachtungsmöglichkeiten auf Campingplätzen und in Feriendörfern und 2500 Betten in Appartementanlagen, da sollte für jeden etwas dabei sein. Reservierungen empfehlen sich auch außerhalb der Hauptsaison. Folgende Adressen sind bei der Hotelsuche hilfreich: www.AlberghiElba.net, www.hotelio.com, www.hoteleselba.com, www.siglinde.fischer.de, www.expedia.de/hotel_elba. Für Preis-Leistungs-Bewusste empfiehlt sich das Hotel Anna in Fetovaia (www.hotelannaisolaelba.it). Eine Übersicht über die schön gelegenen, oft sehr gut ausgestatteten, aber nicht ganz preiswerten Camping-plätze findet man unter www.eurocamp.de/Elba, www.camping.info oder www.elbalink.it. Für vergleichsweise günstige 28 Euro pro Person und Zelt kann man auf dem Platz Valle San Maria bei Lacona übernachten (www.vsmaria.it).

Mietmotorräder
TWN Rent, Viale Elba, 32, 57037 Portoferraio, Telefon 0039/0565/914666, www.twn-rent.it; Rent Mondo, Via R. Fucini 6, 57037 Portoferraio, Telefon 0039/0565/917276; Rent Chiappi, Calata Italia, 57037 Portoferraio, Telefon 0039/0565/914366, www.rentchiappi.it. Mit KTM-Adventuretours kann man auch ein Enduro-Training auf Elba absolvieren oder für 130 Euro pro Tag eine neue KTM mieten (www.ktmadventuretours.com).

Karten/Literatur
Als brauchbare Karten haben sich die Allianz Freizeitkarte „Elba“ im Maßstab 1:30000 aus dem Mairdumont Verlag für 6,95 Euro erwiesen sowie die im gleichen Maßstab gehaltene und gleich teure Kompass-Touristenkarte „Isola d’Elba“. Der handliche Merian Live!-Reiseführer von Eleonore Tomek für 9,50 Euro bietet schnelle, brauchbare Basisinformationen zu allen relevanten Elba-Themen, einen Tourenplaner, Karten sowie eine Top-Ten-Liste. Der im Michael Müller Verlag erschienene Reiseführer „Elba und der toskanische Archipel“ für 15,90 Euro beinhaltet deutlich detailliertere Tipps und behandelt ferner die wie Elba zum toskanischen Archipel gehörenden Inseln Capraia, Gorgona, Pianosa, Giglio, Giannutri und Montecristo. Für Wanderer, Mountainbiker und Enduristen besonders geeignet sind der Rother Wanderführer „Elba“ von Wolfgang Heitzmann mit 40 Touren inklusive der Granda Traversata Elbana (11,90 Euro) und der DuMont Aktiv-Führer mit 30 Touren, exakten Karten und Höhenprofilen von Horst Dieter Landeck für 12 Euro. Einen breiteren Ansatz bieten der Baedecker Allianz Reiseführer „Elba“ für 15,95 Euro und hinsichtlich kultu-reller Information besonders das gleichnamige DuMont Reise-Taschenbuch von Eva Gründel und Heinz Tomek für 12 Euro. Alle Informationen zu Elba auch unter www.infoelba.net.

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