Lipperland (Archivversion) Donnerlippchen

Zwischen Weser und Werre läßt es sich auch in der trüben Jahreszeit noch prima Motorradfahren.

Die sanften Hügel und Berge, die gewundenen Täler und dichten Wälder des Lipperlandes erstrecken sich zwischen der Weser im Norden und Osten, dem Flüßchen Werre im Westen und dem Eggegebirge im Süden. In rund einer Stunde ist das grüne Hügelland von Hannover, Kassel oder dem Ruhrgebiet aus zu erreichen. Aber nicht nur für entspannte Motorrad-Kurztrips bietet sich das Quellgebiet der Lippe an, sondern es lohnt, Natur und Kultur in der Vielzahl von idyllischen Fachwerkorten eingehender zu erkunden. Die Lippe selbst entspringt am westlichen Rand des Lipperlandes, nahe der Bad-Lippspringer Burgruine, und ergießt sich rund 250 Kilometer weiter westlich bei Duisburg in den Rhein. Exter und Kalle dagegen durchqueren das Lippische Bergland und münden im Norden in die Weser. In beiden fast parallel verlaufenden Flußtälern reizen geschwungene Straßen und alte Dörfer. Bei Asmissen nahe der Exterquelle bietet sich ein Abstecher zur Burg Sternberg an.Von dort ist es nicht weit ins 800 Jahre alte Lemgo mit seinem mittelalterlichen Stadtkern. Unter den prächtigen Stein- und Fachwerkhäusern aus der Gotik und Renaissance kann man das berühmte »Hexenbürgermeisterhaus« bewundern, dereinst bewohnt vom mittelalterlichen »Hexenjäger« und Bürgermeister Hermann Cothmann. In Lemgo liegt außerdem das sehenswerte Schloß Brake, das neben einem Mühlen- auch das Weser-Renaissance-Museum beherbergt. Mitten durch das Lipperland führt denn auch die Straße der Weser-Renaissance, die zahlreiche Orte mit interessanten Bauten aus dieser Epoche verbindet.Am meisten Spaß macht das Motorradfahren natürlich auf untergeordneten Nebenstraßen, die sich durch die Hügellandschaft schlängeln. Verläßt man hinter Barntrup die B1 Richtung Klus, kommt man auf gut ausgebauten, lohnenswerten Kurvenstrecken über das malerische Fachwerkdorf Lügde zum Köterberg. Nach ein paar Serpentinen gewährt der nur 500 Meter hohe, aber einsam aus der Landschaft aufragende »Gipfel« einen freien Blick hinüber nach Niedersachsen, Hessen und zurück über das nordrhein-westfälische Lipperland. Der Köterberg ist vor allem am Wochenende ein beliebter Motorradtreff, und sind immer einige Biker vor der Gaststätte und Hotel Köterberghaus versammelt.An einem See bei Horn-Bad Meinberg ragen die berühmten und über Treppen begehbaren, schlanken Felsnadeln der Externsteine 35 Meter empor. Die einstige germanische Kultstätte zählt - zu Recht - zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region, so daß Besuche besser für die stillen Abendstunden zu planen sind. Gleiches gilt für das auf der Grotenburg über Detmold an der Werre errichtete 55 Meter hohe, vielbesuchte Hermannsdenkmal. Der mit hochgerecktem Schwert seit 1875 auf einem Sockelturm postierte Germanenfürst erinnert an eine siegreiche Schlacht gegen die Römer, die einer Legende zufolge hier im Jahre neun nach Christus getobt haben soll. Gen Westen schließt sich nun die Runde durch das Lipperland wieder, die alte B1 läd zum traditionreichen Ausstieg in Richtung Ruhrpott ein.

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