Mazedonien (Archivversion)

Die Republik Mazedonien ist - entgegen der verbreiteten Meinung - keineswegs vom Krieg im ehemaligen Jugoslawien betroffen. Wer die relativ langwierige Anreise auf sich nimmt, entdeckt ein attraktives wie abwechslungsreiches Motorrad-Reiseland, das vom Tourismus praktisch unberührt ist.

Anreise: Von Berlin und weiteren deutschen Städten geht´s einmal pro Woche mit dem Autoreisezug der DB nach Villach. Das Ticket für eine Person mit Motorrad hin und zurück im Liegewagen inklusive Frühstück kostet ab Berlin in der günstigsten Preiststufe 389 Mark. Infos unter DB Autozug 0180/5241224. Von Villach muß man bis nach Skopje die zirka 1100 Kilometer weite Anfahrt über den Autoput durch Slowenien, Kroatien und Serbien in Kauf nehmen. Die Autobahn und Mautgebühren liegen bei zirka 200 Mark hin und zurück.Dokumente: Neben einem mindestens sechs Monate gültigen Reisepaß und der grünen Versicherungskarte benötigt man für den Transit durch die Republik Jugoslawien ein zweifaches Transitvisum. Dieses bekommt man ausschließlich persönlich bei der jugoslawischen Botschaft in Berlin oder Frankfurt. 75 Mark sind dafür zu berappen. Infos bei der Botschaft der Bundesrepublik Jugoslawien, Taubertstraße 18, 14193 Berlin, Telefon 030/8262091. Bei Einreise in die Republik Jugoslawien muß man an der Grenze zusätzlich eine vier Wochen gültige Haftpflichtversicherung abschließen. Die Kosten dafür betragen 80 Mark.Reisezeit: Die beste Reisezeit für Mazedonien liegt zwischen Mai und Oktober. In der Regel herrschen dann moderate Tagestemperaturen um 25 Grad. Nachts kühlt es etwas ab, und ein zusätzliches Sweatshirt im Gepäck kann vor allem in höheren Lagen nicht schaden.Übernachten: Hotels gibt es in allen Kategorien und Preisklassen vor allem in den Städten. Auf dem Land kann es schon einmal vorkommen, daß ein Hotel geschlossen ist. Die Preise für Übernachtung sind sehr moderat. Selbst in den mazedonischen Feriengebieten wie Ohrid oder am Prespansko-See bekommt man saubere und moderne Pensionszimmer für rund zehn Mark pro Nacht und Person. Campingplätze sind eher rar und in der Regel nicht gut gepflegt. Die Kosten für eine Nacht liegen jedoch meist über denen eines Pensionszimmers.Das Motorrad: Wer sich nicht abseits der befestigten Straßen bewegen möchte, ist mit jedem reisefähigen Motorrad gut beraten. Bleifreies Benzin ist überall erhältlich und erheblich günstiger als in Deutschland. Für Off Road-Fans empfiehlt sich eine gelände taugliche Reiseenduro. Fast überall kann man von den befestigten Straßen abweichen und sich auf Geröll- und Schotterwegen ins Enduro-Abenteuer stürzen.Literatur: Leider gibt es derzeit keine aktuellen Reiseführer über Mazedonien. Am besten beraten ist, wer eine alte Ausgabe des »Jugoslawien Reisehandbuches« aus der Reihe Reise-Know-How ergattern kann. Die vom Autoren benutzte Ausgabe aus dem Jahr 1989 erwies sich als erstaunlich aktuell. Eine recht gute Karte über Mazedonien kommt vom Bartholomew-Verlag im Maßstab von 1: 260000 für 17,80 Mark. Die Shell EuroKarte Slovenien, Kroatien, Bosnien-Herzegovina, Jugoslawien und Makedonien im Maßstab 1:750 000 für 14 Mark eignet sich ebenso für eine Tour. In Skopje ist im Büro der Touristinfo eine Touristenkarte Mazedonien im Maßstab von 1:400000 erhältlich. Nicht sehr präzise aber als Zusatzkarte ganz informativ. Hilfreich ist vor allem ein Lexikon mit kyrillischen Schriftzeichen zur Übersetzung der Verkehrsschilder.Zeitaufwand: Zwei WochenGefahrene Strecke: in Macedonien ca. 1500 Kilometer

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote