Mongolei (Archivversion)

Weitläufige Steppen und baumlose Hügellandschaften – eine Motorradreise durch die nahezu unerschlossene
Mongolei hat Expeditionscharakter.

D Anreise
Bis vor kurzem gab es für Reisende, die auf dem Landweg in die Mongolei gelangen
wollten, nur einen Grenzübergang bei Suchbatar südlich der sibirischen Stadt Ulan-Ude.
Inzwischen dürfen Touristen auch den im
äußersten Westen des Landes gelegenen Übergang im Altai-Gebirge bei Tašanta passieren, was die An- oder Rückreise über Land immens verkürzt. Motorradtransporte in die Mongolei sind teuer und schwer zu organisieren. Die Ulmer Spedition TLO hat sich auf Transporte in Richtung Osten spezialisiert und verfügt über viel Erfahrung mit Motorrädern. Infos und Preise: Telefon 0731/159960
(Herr Leukert); www.tlo-gmbh.com. Flüge in die Mongolei gibt es ab etwa 800 Euro.
D Dokumente
Für die Mongolei besteht Visumspflicht. Entsprechende Infos und einen Antrag (Pdf-Datei) finden sich auf der Internetseite der mongolischen Botschaft: www.botschaft-mongolei.de. Die Gebühr für ein Visum, das einen bis zu vierwöchigen Aufenthalt gestattet, beträgt
35 Euro. Ein internationaler Führer- sowie Fahrzeugschein sind zu empfehlen, ein Carnet de Passage ist dagegen nicht erforderlich.
D Reisezeit
Die günstigste Zeit für eine Reise durch die Mongolei liegt zwischen Juni und September. Im Juli sowie im August muss jedoch mit
heftigen Regenfällen gerechnet werden. Die Folge sind teilweise vollkommen aufgeweichte Pisten und unpassierbare Flussläufe, was tagelange Zwangspausen zur Folge haben kann.

D Unterkunft/
Verpflegung
In der Hauptstadt Ulan Bator hat man sich
inzwischen recht gut auf die Bedürfnisse von Touristen eingestellt. Unterkünfte finden
sich in nahezu allen Preisklassen. Außerhalb der Stadt geht ohne gute Campingausrüstung
dagegen nichts. Die Einsamkeit täuscht allerdings. Wann immer ein Zelt steht, muss man mit (nächtlichem) Besuch von Nomaden rechnen. So etwas kann unterhaltsam, aber auch anstrengend sein, weil nicht selten Alkohol im Spiel ist. Trotz aller Gastfreundschaft warnt jeder Reiseführer davor, irgendwelche Gegenstände unbeaufsichtigt herumliegen zu lassen.
Gut gefüllte Supermärkte gibt es nur in
der Hauptstadt, Grundnahrungsmittel erhält
man indessen in jedem Dorf. Die einseitige mongolische Nomaden-Küche besteht haupt-
sächlich aus extrem fettigen Fleischgerichten (zumeist Schaf und Murmeltier) sowie aus säuerlichen Milchprodukten (Pferde- und Yakmilch) und trifft kaum den mitteleuropäischen Geschmack. Um in den Weiten des Landes
auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, sollte man immer Proviant und Trinkwasser für mehrere Tage mit sich führen.
D Organisierte Touren
Der Reiseveranstalter »Extratour« bietet
mehrere geführte Motorradtouren mit Begleitfahrzeug durch die Mongolei an. Gefahren wird auf Yamaha XT 600, und je nach Route ist man zwei oder drei Wochen unterwegs.
Die Preise beginnen bei 2780 US-Dollar
(zirka 2330 Euro), dazu muss noch der Be-
trag für den Flug gerechnet werden. Infos:
Telefon 06185/818212; www.mongolei.com.
D Das Motorrad
In kaum einem anderen Land der Welt ist man so auf sich allein gestellt wie in der riesigen Mongolei, die über wenig bis gar keine Infrastruktur verfügt. Mongolen mögen noch so gastfreundlich und talentiert im Improvisieren sein, Defekte an modernen Motorrädern
können sie nicht beheben. Eine einfache und
robuste Enduro, die über eine Reichweite von mindestens 350 Kilometern verfügt, eignet sich am besten, ebenso ein gut gefülltes
Ersatzteil- und Werkzeugpaket. Viele überaus brauchbare Tipps für die richtige Vorbereitung einer solchen Reise liefern »Das Handbuch für Motorradreisen« von Klaus Demel (Motorbuch Verlag, 19,90 Euro) sowie »Motorradreisen zwischen Urlaub und Expedition« von Thomas Troßmann (Reise Know-How, 22,50 Euro).
D Orientierung/
Literatur
Satellitennavigation mag für viele eine Spielerei sein – in der Mongolei ist sie unerlässlich, um auf Kurs zu bleiben. Die Reiseprofis der Firma Touratech gelten als Spezialisten für Geräte, Software und entsprechende
Lenkerhalterungen, Telefon 07728/92790; www.touratech.de. Die besten Karten kommen aus den Beständen des russischen Militärs. Die Blätter in den Maßstäben von 1:200000 und 1::500000 kosten 15,95 Euro pro Stück.
Infos: Därr Expeditionsservice GmbH, Telefon 089/282525; www.daerr.de.
Wer auf eigene Faust durch das Land reisen will, sollte dies nicht ohne den hervorragenden Reiseführer »Mongolei« von Reise Know-How unternehmen. Das 408-seitige Buch
des Autorenteams Fred Forkert und Barbara Stelling ist randvoll mit vielen aktuellen
Tipps und Infos. Preis: 22,50 Euro.

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