Motorradvermietung in Australien und Neuseeland (Archivversion) Biken Down under

Wo könnte man dem europäischen Winter besser entfliehen als auf der südlichen Erdhalbkugel? Motorradvermieter in Australien und Neuseeland sind hervorragende Fluchthelfer.

Wenn in der nördlichen Hälfte der Hemisphäre der Winter eingekehrt ist, herrscht auf der Südhalbkugel Sommer - die beste Reisezeit für einen Motorrad-Trip durch Australien oder Neuseeland. Und wer hat nicht schon einmal davon geträumt, das weite Outback des fünften Kontinents oder die vielfältigen Landschaften Neuseelands zu erfahren? Allerdings lohnt es sich wegen der horrenden Kosten kaum, für einen vier bis sechs Wochen langen Trip, das eigene Motorrad zu verschiffen oder im Bauch eines Jumbos mitzunehmen. Eine ganze Reihe von Firmen hat sich deswegen auf die Vermietung von Motorrädern in Down under spezialisiert. Außerdem besteht in Australien oder Neuseeland die Möglichkeit eines sogenannten »buy-back« (Mietkauf): Man kauft ein Motorrad mit der Garantie, daß der Händler es nach dem Trip für einen vorher ausgehandelten Preis wieder zurückkauft. Doch davon später, zunächst zurück zu Leihmaschinen.Fast alle Vermieter in Australien und Neuseeland arbeiten mit deutschen Agenturen zusammen. Die hiesigen Reisebüros zu umgehen und direkt zu buchen ist zwar grundsätzlich möglich, bringt aber in der Regel kaum eine nenneswerte Ersparnis. Denn die Vermieter räumen den Agenturen hohe Rabatte für die Vermittlung ein, die ein Privatkunde nicht bekommt. Der Kunde zahlt also bei Direktbuchung fast denselben Preis, verzichtet jedoch auf die deutschsprachige Beratung und muß sich zudem selber um den ganzen Papierkram kümmern.Der Preis für die Motorräder richtet sich nach der Typklasse und der Dauer der Miete. Wochenweise Preisstaffelungen sind bei allen Vermietern üblich. Außerdem gewähren manche Vermieter während der Wintersaison in Australien und in Neuseeland (1. Mai bis 30. September) bis zu 20 Prozent Rabatt. Bei den angegebenen Preisen in der Tabelle ist zu berücksichtigen, daß diese sich als Anhaltswerte verstehen, da sie vom jeweiligen Wechselkurs abhängen. Wer länger als zwei Monate in Australien oder in Neuseeland verbringen möchte, sollte die Buy-back-Angebote unter die Lupe nehmen oder sich überlegen, ob es dann nicht sogar rentabler ist, das eigene Motorrad zu verfrachten.In den jeweiligen Mietverträgen ist im Regelfall eine der deutschen Teil- und Vollkasko vergleichbare Versicherung eingeschlossen. Viele Vermieter bieten aus diesem Grund erst gar keine Zusatzversicherungen an, wie es zum Beispiel in den USA üblich ist. Trotzdem sollte man sich vorher vergewissern, welcher Assekuranzschutz tatsächlich vorgesehen ist. Für den Vollkaskoschutz wird ausnahmslos ein Selbstbehalt zwischen 500 und 2000 Mark verlangt. Sinnvollerweise hinterlegt man diesen Betrag per Kreditkarte.Neben der Mietgebühr fallen vor Ort einige Zusatzkosten an. In den Tarifen einiger Vermietern ist nur eine begrenzte Anzahl an Frei-Kilometern pro Tag enthalten. Jeder weitere Kilometer kostet extra. Normalerweise liegen die Frei-Kilometer jedoch im Rahmen der üblichen Fahrleistungen (250 Frei-Kilometer pro Tag erlauben in vier Wochen immerhin stolze 7500 Kilometer). Außerdem werden bei einigen Vermietern Bereitstellungs- und Reinigungsgebühren fällig. Die Firma AMA in Brisbane verlangt dafür zum Beispiel 60 Australische Dollar (rund 80 Mark). Weitere Zusatzleistungen des Vermieters wie Hotel- und Flughafentransfers oder Pannenhilfen belasten das Budget zwar nur geringfügig, aber unterm Strich kann doch eine ordentliche Summe Nebenkosten zusammenkommen. Wer plant, das Motorrad am Ende der Reise an einem anderen Ort als der Anmietstation zurückzugeben, muß bei seiner Nebenkostenrechnung berücksichtigen, daß bei einer Einwegmiete (one-way rental) meist hohe Gebühren für den Rücktransport anfallen. In Neuseeland ist für die Rückführung zwischen der Nord- und Südinsel mit zirka 350 Mark zu rechnen; in Australien je nach Entfernung zum Übernahmeort mit bis zu 500 Mark. Vereinzelt ist es auch möglich, die Motorräder in anderen als in den in der Tabelle genannten Orten zurückzugeben. Genaue Auskunft erteilen die Vermieter.Voraussetzung für die Anmietung der Motorräder ist der (Internationale) Führerschein Klasse 1 und bei fast allen Firmen ein bestimmtes Mindestalter. In Neuseeland beträgt dies für den Fahrer bei nahezu allen Vermietgesellschaften 25 Jahre, in Australien vertraut man die Maschinen gelegentlich auch Jüngeren an. Über die entsprechenden Formalitäten informieren die Agenturen in Deutschland.Fast alle Motorräder sind mit stabilen Gepäckträgern und Koffern oder Satteltaschen ausgerüstet. Wer zu zweit auf Tour geht, sollte sich jedoch vorher nach den vorhandenen Staumöglichkeiten erkundigen. Darüber hinaus vermieten manche Firmen auch Campingausrüstungen.Eine Alternative zur Motorrad-Miete ist das »buy-back«. Das Prinzip ist einfach: Man arrangiert den Kauf eines Motorrads von zu Hause aus. Das hat den immensen Vorteil, daß man sich am Reiseziel um keine Formalitäten kümmern muß. Ankommen, Aufsteigen, Losdüsen. Am Ende der Reise kauft der Vermittler das Fahrzeug zu einem vorher vereinbarten Festpreis zurück. Allerdings nur, wenn das Fahrzeug unbeschädigt ist. Die Firma MHS in München geht sogar noch ein Schritt weiter und zahlt bei sehr gutem Rückkaufzustand mehr als ursprünglich vereinbart.Zu berüksichtigen sind noch die Kosten für die Haftpflichtversicherung. Manchmal ist sie bereits im Kaufpreis enthalten. Umschreibegebühren und ähnliches gehen zu Lasten des Käufers. Und meist wird vom Agenten in Deutschland noch eine Vermittlungspauschale von rund 100 Mark verlangt.In die Gesamtrechnung sind bei einer Buy-back-Maschine außer den oben angesprochenen Beträgen die vom Hersteller vorgeschriebenen Inspektionsintervalle einzukalkulieren. Ob man den Service allerdings selbst durchführen läßt oder mit einer Pauschale abrechnet, ist im Einzelfall zu klären. Für verschleißunabhängige Schäden muß der Käufer freilich selbst aufkommen. Wie oben angedeutet, lohnt sich die Mietkaufmethode ab zirka zwei Monaten Reisedauer. Die darauf spezialisierten Unternehmen sind in der Tabelle aufgeführt.Doch egal, ob Mieten oder buy-back, den Fluchtweg auf die südliche Halbkugel kann einem mit diesen Informationen hoffentlich niemand mehr anschneiden.

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