Reise-Infos (Archivversion)

Das Trentino bietet als Motorradreiseziel eine tolle Bandbreite. Sie reicht von mediterranen Seen bis in die Dolomiten und kombiniert italienische Lebensart mit guter touristischer Infrastruktur.

Anreise
Ins Trentino, dem südlichen Nachbarn der autonomen Doppelprovinz Südtirol, gelangt man denkbar einfach, denn der Tourstart liegt unmittelbar an der italienischen Autobahn A 22 Brenner–Modena, rund 170 Kilometer südlich der Grenze. Ausfahrt Trento oder Rovereto Sud. Bis dorthin gibt es drei Anreisevarianten, die alle von der A 8 Stuttgart–München–Salzburg abzweigen. Entweder die Route Ulm, Kempten, Fernpass bis nach Innsbruck (höchster Landstraßenanteil). Oder via München, Garmisch und Mittenwald (etwas weniger Landstraße). Ansonsten komplett per Autobahn über die A 8 bis zum Dreieck Rosenheim und dort über die österreichische A 12 ins Inntal nach Innsbruck. Die Vignette braucht man nur bis Innsbruck (ab 4,40 Euro für zehn Tage), da die Weitfahrt zum Brenner mit den acht Euro Mautgebühr für die Autobahn-Europabrücke abgegolten ist. Eine etwas mühsame Alternative ist die alte Brenner-Staatsstraße, die meist überfüllt und extrem streng reglementiert ist. Auf der italienischen Seite addieren sich bis Rovereto 10,80 Euro Maut.

Straßen
Die Straßen in dieser Ecke Italiens bieten durchgängig fahrerischen Hochgenuss und alle Schwierigkeitsgrade – vom lockeren Seeufer-Cruising bis hin zu kleinsten, hochalpinen Serpentinenpaketen, die volle Motorradbeherrschung erfordern. Alle Asphaltstraßen werden im Trentino im Frühjahr gründlich gecheckt und die Winterspuren beseitigt. Dennoch muss man vor allem zu Saisonbeginn oft mit Rollsplitt-resten in den Kehren rechnen und entsprechende Reserven beim Fahren einbauen. Eine weitere Gefahr: tauende Schneereste und abends eventuell in Schattenlagen wieder anfrierende Schmelzwasserbäche.

Freisezeit
In den tieferen Lagen und vor allem rund um den Gardasee geht schon früh im Jahr etwas. Wer allerdings nach oben will, findet zwar einige frei Pässe – Sella- und Grödnerjoch beispielsweise haben keine Wintersperre –, aber auf den Höhen um und über 2000 Metern herrscht noch eisige Kälte. Also unbedingt dicke, wetterfeste Klamotten mitnehmen.

Tanken Wer ganz normal tanken und zahlen will, findet in Italien oft nur vormittags und dann erst wieder am späten Nachmittag (nicht an Feiertagen) offene Tank-stellen mit Personal. Zwischen 12 und 15 Uhr (mitunter gar bis 16 Uhr) sowie nachts sind häufig lediglich Tankautomaten in Betrieb, die Treibstoff nur gegen Banknoten ausspucken. Da diese Geräte weder stets fehlerfrei arbeiten noch wechseln, ist es ratsam, immer ein Bündel kleiner Scheine für Notfälle parat zu halten. Und möglichst erst mal testen, ob auch wirklich Sprit rauskommt...

Enduro
Für Offroad-Freunde ist die Region nicht sehr ergiebig. Die ursprünglich äußerst attraktiven ehemaligen Militärpisten aus dem Ersten Weltkrieg, die die Region durchziehen, wurden schon vor Jahren durchgängig gesperrt und sind nun Mountainbikern und Wan-derern vorbehalten. Hinsichtlich der Dichte an Besuchern mit unterschiedlichsten Freizeit-interessen eine nachvollziehbare Entscheidung.

Tipp:
Zu Hause schon ein bisschen Kondition anstrampeln, mit dem Motorrad runterfahren und dann in Torbole oder Riva ein taugliches Mountainbike ausleihen und selbst mal probieren. Alle Infos, Karten und Ausrüstung gibts vor Ort.

Literatur
Für diese Region bieten diverse Verlage Literatur und sogar
gleich mehrere Motorradführer. Ein besonderer Tipp ist der Band „Italienische Alpen“ der Edition MOTORRAD unterwegs für 16 Euro aus dem Motorbuch Verlag, der aber mangels Neuauflage nur noch in geringen Stückzahlen vorhanden ist. Eine Alternative ist der Band „Trentino, Gardasee“ von Alfred Müller, der in Zusammenarbeit mit der

Region
Trentino enstanden ist (siehe Kasten). Preis 14,90 inklusive Karte. Erhältlich vor Ort bei den Partnerhotels oder unter www.bike-book.com sowie www.trentinoinmoto.com. Eine sehr gute Orientierung bietet die Generalkarte Italien, Blatt Nr. 3 „Trentino“ für 7,50 Euro, die im Maßstab 1:200000, die gesamte Region abdeckt.

Trentino in Moto
Im Trentino werden Motorradfahrer nicht nur freundlich ertragen, sondern sie sind ausdrücklich erwünscht. 75 Hoteliers haben sich vor einigen Jahren in der Provinz zwischen Brenta, Gardasee und den Dolomiten unter dem Motto „Trentino in Moto“ zusammengeschlosssen und ein umfangreiches Angebot für Biker zusammengestellt. Auf der Homepage www.trentinoinmoto.com lassen sich kostenlose Karten und Hotelverzeichnisse bestellen, der erwähnte Reiseführer ordern sowie aktuelle Infos herunterladen.

Reisedauer: vier Tage
Gefahrene Strecke: 1500 Kilometer

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