Russland: Ostpreußen/Kaliningrad (Archivversion)

Die russische Enklave
Kaliningrad war nach dem Krieg lange für westliche
Besucher weitgehend abgeschirmt. Die Perestroika
vereinfachte die Visumserteilung, seither ist die Grenze relativ leicht passierbar.

D Anreise
Am einfachsten geht’s ab Berlin auf der A 11 nach Szczecin (Stettin) und dann quer durch Polen Richtung Elblag zum westlichsten Grenzübergang nahe der Küste. Achtung: Auf der Fahrt durch Polen ist eine gültige grüne Versicherungskarte unerlässlich. Schon eine abgelaufene kann zur Beschlagnahmung des Fahrzeugs führen.
D Einreise
Relativ einfach ist die Einreise von Polen über den Grenzübergang bei Gronowo (Grünau). Tipp: Im nahe gelegenen Küstenort Frombork abends anreisen und früh am nächsten Morgen mit den wenigen Frühaufstehern zügig die Grenze passieren. Später muss mit Wartezeiten von bis zu vier Stunden gerechnet werden. Umgekehrt bietet sich eine letzte Übernachtung in Mamonovo (Heiligenbeil) an. Nach der Einreise kann man sich im Land selbst, außer in Sperrgebieten, vollkommen frei bewegen.
D Formalitäten
Zur Einreise nach Kaliningrad ist ein Visum erforderlich, das von der russischen Bot-schaft oder den Konsulaten ausgestellt wird. Aber nur, wenn eine persönliche Einladung eines Kaliningrader Einwohners vorliegt
oder die Unterkünfte von einem anerkannten Reiseveranstalter vorgebucht sind. Nähere Informationen über Visum und Kosten erteilt die russische Botschaft unter www.russische-botschaft.de oder Telefon 030/226511-84.
Wir haben gute Erfahrungen mit der Firma Schnieder Reisen aus 22767 Hamburg gemacht, die alle Formalitäten abgewickelt hat. Telefon 040/3802060 oder E-Mail info@baltikum24.de.
D Sehenswürdigkeiten
Natürlich gibt es auch in Kaliningrad
(Königsberg) einiges zu entdecken. Leider sind die Zeugnisse des alten Ostpreußens
zum großen Teil vernichtet worden. Ausnahme:
Der berühmte Dom zu Königsberg ist nach
der gelungenen Renovierung wieder schön
anzuschauen und zu besichtigen. Und die
Restaurierung der Königsberger Stadttore ist auch schon im Gange. In jedem Fall beein-
druckend ist zudem die fast unberührte Natur, zum Beispiel rund um das Kurische Haff, sowie
die Bernsteinküste, Hauptausflugsziel auch
für die Kaliningrader.
D Das Motorrad
Das Sachs-Roadster-Gespann stammt aus der Gespannschmiede Theo Däschlein. Als Basis dient die Sachs Roadster 800 mit dem aus der Suzuki VX 800 bekannten V-Twin. Die 58 PS reißen keine Bäume aus, überzeugen aber mit guter Laufkultur, einem schönen Drehmomentverlauf und einem wunderbar dumpfen, satten Sound. Bei einem Tempo von knapp unter
100 km/h fährt es sich am schönsten – und schont nebenbei die Unterarme. Der Preis
des Komplettfahrzeugs liegt inklusive Aufbau und Lackierung bei 15550 Euro. Nähere Infos
bei Theo Däschlein, Ansbacher Strasse 57, 91572 Bechhofen. Telefon 09822/7556 oder www.daeschlein.de.
D literatur
In der Kürze sehr umfassend und informativ ist der Marco-Polo-Reiseführer »Königsberg und Ostpreußen Nord« mit nützlichem
Kartenteil für 7,95 Euro. Das kleine Format passt zudem in jeden Tankrucksack. Eine
sehr gute Karte kommt vom Höfer-Verlag und heißt »Nördliches Ostpreußen«. Darin sind Ortsbezeichnungen meistens in Deutsch,
Ostpreußisch und Russisch angegeben und auch die nicht mehr vorhandenen Vorkriegs-Siedlungen werden aufgeführt. Bei Ver-
ständigungsproblemen hilft der Marco-Polo-Sprachführer »Russisch« gut, da er über
viele »Bilder zum Zeigen« verfügt. Einen guten Einstieg in die geschichtlichen Hintergründe »der Flucht der Deutschen« bietet das gleichnamige Spiegel special. Wer sich vorab
literarisch ein wenig auf die Region ein-
stimmen möchte, wird, wie auch in Sachen
Reiseführer und Karten, beispielsweise
bei www.amazon.de unter dem Stichwort
»Reiseführer Ostpreußen« fündig.

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