Seit 75 Jahren erfahrbar: der Gardasee Traumstraßen-Jubiläum

Foto: Gargolov
Der Gardasee ist alljährlich ein Traumziel von Millionen Touristen, auch von Motorradfahrern. Als letzter mediterraner Hauch streicheln seine Wellen die Füße der Alpen. Weiße Segelboote auf azurblauem Teppich, überragt von schroffen, kieferngedeckten Felsen. Doch mit dem eigenen Fahrzeug erschließt sich diese Schönheit erst seit genau 75 bzw. 80 Jahren.

Als Goethe 1786 an den Gardasee kam, war für ihn in Riva del Garda noch zunächst Endstation. Vom Nordufer des Sees führten nur Schiffe oder mühsame Saumpfade weiter. Erst 1926 wurde die Straßenverbindung am Ostufer eröffnet, die Gardesana Orientale. Am 18. Oktober 1931 feierte man dann am Westufer die Vollendung der Gardesana Occidentale. Weil das Westufer weithin steil in den See abfällt, wurde die Straße sehr kühn angelegt. Sie braucht 56 Brücken und 74 Tunnel, die teils eng und kurvenreich sind. Ein Wechselspiel von Licht und Schatten.
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Die Aussicht ist prächtig, die Gardesana Occidentale vermutlich eine der eindrucksvollsten europäischen Straßen. Doch vom Fahrer verlangt sie volle Konzentration. Die östliche Uferstraße ist weit weniger kühn als ihre Kollegin am Westufer. Dafür sieht man mehr: den See, offene und freundliche Landschaft oder die markanten Berge auf der gegenüberliegenden Seite.

Die runden Jubiläen sind Anlass, an die beeindruckende Baugeschichte zu erinnern. Vor allem die westliche Uferstraße (Gardesana Occidentale) war für damalige Zeit ein wahres Wunderwerk der Straßenbautechnik. Sie erforderte enorme menschliche und finanzielle Anstrengungen: 2000 Männer schufteten 30 Monate lang und schlugen auf der 40 Kilometer langen Strecke zwischen Riva und Salò die gut 70 Tunnel durch den oftmals senkrechten Fels.

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