Skandinavien: Reiseberatung (Archivversion) Kurz Nord

Sehr viel Landschaft ohne Nebenwirkungen, allerdings schon
beim Erstkontakt stark suchtgefährdend. Norwegen und der Weg ans Kap: Europas Antwort auf den Dempster Highway.

Tiefblaue Fjorde, mächtige Gletscher,
reißende Wasserfälle, raues Fjell: Norwegen ist neben Island das extremste Terrain Skandinaviens und bietet Highend-Landschaften wie in Europa allenfalls noch die
Alpen. Seine Berge sind zwar nur halb so hoch, steigen aber oft direkt ab Meereshöhe senkrecht an den Fjorden auf. Diese Meeresarme sind das topographische Markenzeichen des Königreichs, sie strecken sich von der zerklüfteten, etwa 20000 Kilometer langen Atlantikküste tief ins Landesinnere bis an die Hoch-
gebirgs- und Gletscherregionen. Norwegen
bedeutet permanenten Übergang von Bergen und Meer. Und das Beste daran: Die Highlights dieses Naturschauspiels liegen im leicht erreichbaren Süden des Landes. Seine Majestät Hardanger- ebenso wie der Geiranger-Fjord und Europas größter Festlandgletscher Jostedalsbreen. Mit Bergen, das etwa auf Augenhöhe des markanten skandinavischen Löwenkopfs liegt, beheimatet Südnorwegen auch die interessanteste Stadt des Landes.
In unzähligen Kurven führen teils hochalpine Straßen durch wunderbare Welten aus Granit, Seen und Eis, die es locker mit Alaska oder Yukon aufnehmen können. Kurz vor Trondheim allerdings erlischt das Hochgebirgsfeuerwerk. Und spätestens hinter dem Polarkreis heißt es, Strecke machen. Sich auf dem Dempster Highway Europas, der endlosen, schnurgeraden E 6, mit 80 km/h hinter den Wohnmobilen einreihen, die alle nur eines wollen: ans Nordkap. Unumwunden – es gibt attraktivere Punkte, aber keinen nördlicheren in der alten Welt. Wer dorthin will, und das sind immerhin 200000 Leute pro Jahr, sollte unbedingt drei bis vier Wochen Zeit einplanen, denn der Weg zieht sich. 1580 Kilometer sind es ab Trondheim, knapp 2100 auf direktem Weg ab Oslo. Und wer zu viel Gas gibt, ist
unter Umständen dran: Bei Tempoüberschreitungen verstehen die sonst so freundlichen Norweger überhaupt keinen Spaß. Sechs bis zehn km/h zu viel kosten 200 Euro, 36 km/h den Führerschein.
Weitere Informationen: Norwegisches Fremdenverkehrsamt, Neuer Wall 41, 20354 Hamburg, Telefon 040/229415-18; www.visitnorway.com. Literatur: »Südnorwegen« (15,90 Euro) und »Norwegen« (22,90 Euro) aus dem Michael Müller Verlag. Artikel in MOTORRAD 10/2001, 17/2003 und 13/2004. Landkarten: Freytag & Berndt – fünf Blätter in 1:250000. Organisierte Motorradtouren: Feelgood-Reisen, Telefon 04542/826500, www.feelgoodreisen.de, und Edelweiss Bike Travel, Telefon 02681/5904, www.edelweissbike.com.

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