Tipps und Tricks (Archivversion)

Oft sind es nur läppische Kleinigkeiten, die einem die Tour vermasseln.

Passt, wackelt und hat Luft:
Bekleidung und Ausrüstung
Sonnebrille eingepackt? Ganz wichtig für
den Strand und die Bergwanderung, aber fehl am Platz zum Motorradfahren. Wechseln
plötzlich die Lichtverhältnisse, steht respektive fährt man im Dunkeln und ahnt nur noch
den Streckenverlauf. Wer jedoch bis in die Dämmerung unterwegs ist, hat die letzten Kilometer oft mit grellem Gegenlicht zu kämpfen. Für Vielfahrer sind Helme mit integriertem und hochklappbarem Blendschutz empfehlenswert. Zumal sich das abgedunkelte Visier bei großer Hitze und geöffnetem Hauptvisier als Augenschutz erstklassig bewährt hat (Bild 1).
Fast alle, auch nicht getönte Helmvisiere dienen als wirksamer Schutz vor Sonnenbrand. Ein zusätzlicher Schutz der Gesichtshaut durch Sonnencreme ist bei empfindlicher Haut und starker Sonneneinstrahlung trotzdem besser.
Bei Lederkombis oder Textiljacken liegt der Halsbereich oft frei. Wer den lieben langen
Tag mit der Sonne im Nacken durch die Land-
schaft gondelt, verbrennt sich ohne Sonnen-
creme oder Halstuch dabei mächtig den
Pelz. Also eincremen, und zwar bevor es zu spät ist (Bild 2).
Schutzkleidung sollte stramm anliegen,
aber niemals so eng, dass die Blutzirkulation eingeschnürt wird. Auch Handschuhe dürfen
an den Bündchen keinen Blutstau verursachen, bei dem als Folge die Hände pelzig werden
und »einschlafen«. Doch auch ohne solche
Engpässe leiden viele Motorradfahrer bei langen Touren an pelzigen, gefühllosen Händen
oder Fingern. Mit Dehnübungen zwischendurch
und morgens wie abends einem zehnminütigen Wechselbad mit kaltem und heißem Wasser
lassen sich solche Durchblutungsstörungen
oft lindern.
Egal, ob Sommer oder Winter, Lederkombi oder Textilanzug, darunter gehört auf jeden Fall
eine schweißtransportierende Unterwäsche
mit langen Ärmeln und Beinen. Abends mit
Seife gewaschen, ist der oft mufflige Geruch kein Thema.
Keine Reise ohne Gehörschutz. Obwohl
es ein paar Kilometer dauert, bis man sich an das anfangs taube Gefühl gewöhnt hat, sind Ohrstöpsel dringend zu empfehlen. Rennarzt und Motorrad-Freak Dr. Christoph Scholl
spricht von einer 25- bis 30-prozentig besseren Konzentrationsfähigkeit und einem auf Dauer geschützten Gehör. Zudem können mit Gehörschutz auch Nebengeräusche wie Hupsignale oder ungewöhnliche Motorgeräusche wahr-genommen werden, während ohne Ohrstöpsel keine Differenzierung möglich ist.
Rucksackträger aufgepasst. Der kleine Brustgurt (Bild 3) sollte ebenso wie der Bauchgurt immer geschlossen sein. Greift der Reisende während der Fahrt nach hinten, um beispielsweise das Gepäck zu kontrollieren, kann der Trageriemen durch den Fahrtwind nach hinten rutschen und sich hinter den voluminösen Schulterprotektoren so verspannen, dass der Fahrer den Arm nicht mehr zum Lenker führen kann. Eine peinliche, mitunter sogar brand-gefährliche Situation.
Wer mir Rucksack unterwegs ist, kann sich
Verspannungen im Nacken und Schulterbereich
einhandeln, die zu Kopfschmerzen führen können. Wer dies rechtzeitig bemerkt, kann die Tragriemen länger oder kürzer einstellen, wodurch sich die Belastung etwas verändert. Sind die Trageriemen lang genug, kann man den Rucksack so justieren, dass er leicht auf der Sitzbank aufliegt und da-
durch Schulter- wie Nackenmuskulatur entlastet.
In jedem Fall muss der Rucksack mittig sowie
symmetrisch sitzen und sollte beim Beladen gut ausbalanciert sein. Nichts Schlimmeres als ein schief sitzender Rucksack, der ständig zurecht-
gerückt werden muss.
Nicht nur lästig, sondern gefährlich sind Tank-
rucksäcke, die den Blick auf die Kontrollleuchten
der Blinker versperren (Bild 4). Wer mit un-
bewusst gesetztem Blinker auf eine Kreuzung
zusteuert, dann aber geradeaus fährt, kann eine
verheerende Reaktion anderer Verkehrsteil-
nehmer auslösen. Leider sind, wie auch an der Suzuki Bandit 1200, die Blinkkontrollleuchten
in den Armaturen so weit unten angeordnet, dass der Tankrucksack nur bis zu einer bestimmten
Höhe befüllt werden kann.
Beim Verzurren des Tankrucksacks unbedingt darauf achten, dass man im Lenkkopfbereich keine Bremsschläuche oder elektrische Leitungen einklemmt (Bild 5).
Vor der großen Reise stellt sich die Frage: Welche Reifen taugen am besten? MOTOR-RAD wählte für die große Bandit den Testsieger
des Reifentests in Heft 11/2006 – und war
begeistert. Die Suzuki fährt sich mit dem
Metzeler Roadtec Z6 (Bild 6) wie verwandelt: handlich, superpräzise, lenkneutral, mit brillanter Haftung und tadelloser Kurvenstabilität bei
voller Zuladung. Einfach Spitzenklasse. Vorteile, die auf langen Strecken nicht nur dem Fahr-
spaß zugute kommen, sondern auch der aktiven Sicherheit und Konzentrationsfähigkeit des Fahrers. Stößt der auf langen, anstrengenden Strecken an die Grenzen seines Fahrvermögens, hilft ein neutraler und lenkpräziser Pneu,
kritische Situationen besser zu meistern
als ein Reifen, der störrisch oder mit großem
Eigenlenkverhalten nach einer permanenten Korrektur verlangt. In Verbindung mit einem ordentlich eingestellten Fahrwerk erhöht sich der Spaßfaktor in genialer Art und Weise.

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