Tips und Tricks (Archivversion)

Gute Bilder sind keine Hexerei - zumindest nicht, wenn man sich zum Beispiel vor einer Urlaubsreise ein paar Gedanken über die Ausrüstung macht. Eines gleich vorweg: Die kompakten Sucherkameras, die in unzähligen Varianten ab zirka 200 Mark angeboten werden, eignen sich zwar hervorragend für Schnappschüsse und Erinnerungsbilder, in Sachen Bildqualität und Bildgestaltung jedoch nur sehr bedingt für anspruchsvollere Fotografie. Wer gerne fotografiert, sollte sich deshalb überlegen, ob er sich nicht gleich eine einfache, aber gute Spiegelreflexkamera anschafft. Die Auswahl an Objektiven läßt keine Wünsche offen, und man kann auch manuell in die Belichtungsautomatik eingreifen, um zum Beispiel für eine interessantere Bildgestaltung bewußt den Schärfentiefenbereich zu steuern: große Blendenzahl (kleine Blendenöffnung) = viel Schärfentiefe; kleine Blendenzahl (große Blendenöffnung,) = sehr geringe Schärfentiefe. Beim Blick durch den Sucher läßt sich diese Arbeitsweise durch Drücken der Abblendtaste vor dem Auslösen kontrollieren.Die drei besten Modelle in der Basisklasse heißen laut der Zeitschrift Color Foto (Heft 12/1998) derzeit Nikon F 60 (575 Mark), Minolta 505si Super (650 Mark) und Canon EOS 500N (600 Mark). Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Ausrüstung sind die begrenzten Unterbringungsmöglichkeiten auf dem Motorrad: Sie soll möglichst umfangreich sein - aber dennoch so klein wie möglich, um problemlos im Tankrucksack zu verschwinden. Denn das ist der beste Platz für eine stoßempfindliche Fotoausrüstung: Entweder in einer gepolsterten Fototasche, in einer selbstangefertigten und maßgeschneiderten Vorrichtung aus Schaumstoff (siehe Bild Seite 89) oder in einem Fotofach von Hein Gericke oder Detlev Louis, das für verschiedene Tankrucksäcke angeboten wird.In den meisten Fällen reichen ein Standard-Zoom zwischen 24 bis 80 Millimeter Brennweite sowie ein Telezoom von 80 bis 200 Millimeter. Wer zusätzlich ein extremes Weitwinkelobjektiv um 20 Millimeter einpackt, verfügt bereits über eine vielseitig nutzbare Ausrüstung. Fremdobjektive (Tokina, Sigma, Tamron) sind in der Regel günstiger als Originalobjektive - und garantieren trotzdem eine sehr hohe Bildqualität. Filme kauft man am besten vor der Reise, da sie in fast jedem Urlaubsland deutlich teurer sind. Dias oder Papierbilder? Geschmackssache: Dias liefern eine bessere Bildqualität - Papierbilder sind später leichter anzuschauen. Wichtig: Die Filme möglichst kühl tief untem im Koffer oder in der Gepäckrolle lagern, vor Feuchtigkeit, Staub oder direkter Sonneneinstrahlung schützen und wegen höherer Qualitätsmaßstäbe erst zu Hause entwickeln lassen. Besonders für die Landschaftsfotografie lohnt sich die Anschaffung eines Polarisationsfilters, das eine stärkere Farbsättigung garantiert und unerwünschte Reflexe eliminiert. Da dieses sehr dunkle Filterelement die Lichtstärke des Objektivs reduziert, sollte ein kleines Stativ zur Hand sein, um auch bei längeren Belichtungszeiten verwacklungsfreie Aufnahmen zu erhalten. Bei schwierigen Lichtsituationen (Gegenlicht, helle oder reflektierende Flächen) empfiehlt es sich, Belichtungsreihen (bewußtes Über- und Unterbelichten durch manuelle Blenden- und Zeitvorwahl) durchzuführen. Wer jetzt noch das gewünschte Motiv aus einer neuen oder ungewöhnlichen Perspektive fotografiert (sich einfach mal in die Hocke setzen oder ganz nah ans Objekt »rangehen« und bewußt auf Vorder- oder Hintergründe achten), erhält mit Sicherheit Aufnahmen, die den Erinnerungswert an einen Urlaub deutlich steigern.

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