Tour 2 (Archivversion) Tour 2: Staubiger Osten

Die längste der drei Touren startet ebenfalls am Neckar, folgt diesem in östlicher Richtung auf der ebenso schön wie perfekt zu fahrenden Bundesstraße 37/27, an deren umliegenden Hängen Burg an Burg prangt – bis zur Jagst-Mündung nahe bei Bad Wimpfen. Hier wird das Tempo langsamer und die Kurvenradien im selben Maß enger wie das Tal. Jagst-Begeisterte fahren bis zum Kloster Schöntal, alle anderen in Widdern links und über einen extrem steilen Über-gang ins benachbarte Kessachtal. Von dort geht es ähnlich zerklüftet weiter nach Adelsheim und Osterburken. Wo sich übrigens immer wieder ungesperrte Feldwege für kleine (rücksichtsvolle!) Schotter-Abstecher anbieten. Dann beginnt historisches Terrain, die Route folgt ein kurzes Stück dem Limes und streift dabei in schnellen, weiten Kurven die westlichen Ausläufer der Hohenloher Ebene. Bevor sie bei Hettingen links nach Buchen abzweigt und dort – in der Stadt-mitte Richtung Hettigenbeuern halten – ins hübsche Morretal biegt. Aufgrund einer Sperrung in Zittenfelden heißt es in Hettigenbeuern mittels mehrerer enger Serpentinen eine satte 22-Prozent-Stei-gung nach Hornbach hinaufzuklettern und auf einer winzigen Holperstrecke nach Schneeberg und Armorbach weiterzu-kurven. Dort ist der knifflige Teil gepackt, und das Genussrevier der Siegfriedstraße beginnt. Eine prächtige Motorradstrecke und trotz streckenweise rigider Tempo-limits unbedingt lohnenswert. 20 hoch-attraktive Kilometer weiter liegt in Kailbach am Scheitelpunkt der Strecke ein lebhafter Motorradtreffpunkt, der in unterschiedlicher Regie seit Jahrzehnten die Biker sammelt. Dahinter wird die Straße enger, fädelt sich hinauf zum Reußenkreuz – gastronomische Alternative für alle, die keine großen Treffpunkte mögen (wie auch der »Prinz Ernst« im Ernsttal, eine alte Sandsteinmühle rund zehn Kilometer vor Kailbach). Wer der Siegfriedstraße weiter folgen möchte, hält sich auf der wenig später kreuzenden B 45 zwei Kilo-meter rechts bis Marbach und fährt dort links in Richtung Fürth und Heppenheim. Die Strecke bleibt genussvoll, wird aber offener, schneller und weniger tempo-limitiert. Ab Heppenheim (siehe auch Tour 1) kann man je nach Laune entlang der Bergstraße – viel befahrene B 3 – nach Heidelberg cruisen oder sich in Weinheim noch mal in die Berge schlagen und über das Gorxheimertal zurückkurven.

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