Tschechien: Nordböhmen (Archivversion)

Gut zwei Stunden dauert es, um von Dresden nach Liberec zu kommen. Aber ein Kurztrip nach Nordböhmen verspricht nicht nur sächsischen Motorradfahrern ebenso lehrreiche wie anregende Kilometer.

((Anreise))Ostdeutschen fahren einfach auf der Autobahn bis Dresden, dann der Elbe entlang bis Decin und kommen über Novy Bor nach Liberec. Diesen Weg sollten auch die Norddeutschen wählen, denn die Piste über Pilsen und Prag kostet einige Zeit, ist zudem oft vollgestopft mit Lastwagen. Prag zu durchqueren ist übrigens kein Drama, gut augeschilderte Schnellstraßen führen hindurch.((Sehenswert))Kulturhistorisch Interessierte müssen für jeden Teil Böhmens viel Zeit mitbringen. Das fruchtbare und von vielen alten Handelswegen durchzogene Nordböhmen ist natürlich besonders reich an schönen Stadtkernen. Einen Besuch lohnen auf jeden Fall die Innenstädte von Jicin, Pardubice und Kolin. Sie werden geprägt von großen Marktplätzen, nicht selten gesäumt von herrlichen Renaissance-Häusern. Besonders schön: Immer mehr Leben kehrt in diese Museumsstücke ein, Straßencafés oder Restaurants laden zur Rast.Natürlich hat die bewegte Geschichte Böhmens, das lange Zeit Teil des österreich-ungarischen Kaiserreichs war, auch zahllose Burgen und Schlösser hinterlassen. Abgesehen von Frydlant, nördlich von Liberec gelegen, finden sich einige der schönsten im Tschechischen Paradies nahe Jicin. Burg Kost lohnt eine Besichtigung, bei der Ruine Trosky tut es auch die Ansicht aus der Ferne, und die romantisch aufgepeppte Ruine Valdstejn nahe Turnov ist eher was für Träumer.Wer auch nur ein bißchen für Pferde übrig hat, sollte das Gestüt Kladrub, westlich von Pardubice, besuchen. Täglich gegen Mittag starten geführte Besichtigungen durch die Stallungen der wahrhaft kaiserlichen Anlage.Wen’s in die Berge zieht, dem sei ein Ausflug ins Quellgebiet der Elbe, nach Spindleruv Mlyn, empfohlen. Die dichten Wälder und steilen Hänge des Riesengebirges bringen eine überraschende Abwechslung in das eher betuliche Auf und Ab zu seinen Füßen.((Unterkunft))Hotels gibt es in jeder größeren Stadt, und wer nicht gerade die erste Adresse wählt, der zahlt viel weniger als hierzulande. In Liberec sei das Grandhotel Zlaty lev empfohlen, weil es auch über ein gutes Restaurant verfügt. Tschechische Campingplätze erreichen zwar nicht die EU-Standards, aber dafür geht es auf ihnen auch deutlich gemütlicher zu. Im Reisegebiet finden sie sich in nennenswerter Zahl allerdings nur rund um das Tschechische Paradies.((Information))Wird zwar fast nie kontrolliert, aber die grüne Versicherungskarte ist Pflicht. Informationen erteilt: Tschechische Zentrale für Tourismus in Berlin, Telefon und Fax 030/2044770. ((Literatur))In der Reihe Reise Know-how ist 1997 der ganz hervorragende Band Tschechien für 36,80 Mark erschienen, der nicht nur mit kurzen Infos zu allen wichtigen Zielen versorgt, sondern auch Hotels - inklusive Telefonnummern - und Restaurants sowie die Fremdenverkehrsämter größerer Städte nennt. Die noch schöneren Bilder enthält der APA Guide für 44 Mark, bietet dafür aber weniger handfeste Informationen.

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