Über die Alpen: Züge und Transporteure Wege über die Alpen

Wer im Frühjahr frostfrei über die Alpen oder weit in den Süden will, hat mehrere Möglichkeiten. Wir haben die attraktivsten für Sie zusammengestellt und durchgerechnet.

Foto: Gargolov
Es gibt Impulse, die kennt nur der Mensch nördlich des Alpenkamms. Der von November bis März in mehr oder weniger ausgeprägter Dunkelhaft gehalten wird und mit Sonnenstunden knapp über der Schmerzgrenze auskommen muss. Okay, man hat damit zu leben gelernt. Doch sobald die Tage länger werden und mit dem 1. März der meteorologische Frühling beginnt, sehnt sich der »Homosapiens arctica« nach besser verträglichen Temperaturen. Und nicht bloß ein bisschen überm Gefrierpunkt, sondern richtig. Wie in Italien, Südfrankreich, Spanien oder der Ägäis, wo bereits mollige 20 Grad locken. Doch dazu muss erst einmal der oft noch kalte Norden und vor allem der Alpenkamm überwunden werden. Wer nach Südfrankreich oder Spanien will, hat letzteres Problem zwar nicht, aber dafür lange, ungemütliche Anreisewege (gute 1000 Kilometer bis zur spanischen Grenze).
Der Weg über die Alpen ist zwar kürzer, dafür höher und kälter, und viele Übergänge sind noch bis weit ins Frühjahr hinein verschneit. Für diesen Fall haben wir rechts die wichtigen Alpentraversen samt Tunnels und Mautkosten aufgelistet. Sollten manche Pässe doch schon geräumt sein, ist zusätzlich noch die nächstliegende attraktive Gebirgsroute genannt.

Wer aus dem Norden oder der Mitte Deutschlands kommt und allein zwei Tage braucht, um überhaupt in die Nähe südlicher Witterung zu gelangen, kann überlegen, einen Teil der Strecke per Autozug zurückzulegen. Das Rechenbeispiel unten verdeutlicht den finanziellen und zeitlichen Aspekt dieser Reiseart im Vergleich zur Fahrt per Achse. Zugrunde gelegt wurde ein Startpunkt in Frankfurt/Main und von dort der schnellste Weg auf Autobahnen und Schnellstraßen zu vier unterschiedlichen Reisezielen. Außerdem ein Verbrauch von sechs Liter Superbenzin für 1,25 Euro pro Liter. Motorradverschleiß und Übernachtungskosten müssen noch hinzugerechnet werden. Und umgekehrt der Spaß- und Abenteuerfaktor bei einer Anreise per Achse. Bei der Bahn wurde die mittlere Preis- und einfachste Kabinenklasse gewählt.

Dritte und letzte Möglichkeit ist die Anreise per Shuttle-Service. Insbesondere für Gruppen und Veranstaltungen interessant, aber in manchen Fällen auch für Einzelreisende attraktiv. Sie beruht auf der Geschäftsidee einer Reihe von Spediteuren und Reiseveranstaltern, die Motorräder per Lkw zum Urlaubsziel transportieren. Der Fahrer fährt entweder per Bus mit oder fliegt zum Ankunftsort. Vorteilhaft sind vor allem deutlich individuellere Gestaltungsmöglichkeiten als bei der Bahn.

Jetzt brauchen Sie nur noch ein gutes Zielgebiet, oder? Dann lesen Sie direkt unten weiter über unser neues Reisemagazin mit den besten Touren im Süden.
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Tunnel, Pässe und Preise

1. Mont-Blanc-Tunnel
Verbindung Chamonix–Courmayeur (Frankreich–Italien), 17,60 Euro.
Alternative: über N 212 nach Albertville, dort D 902 via Bourg–St. Maurice und N 90 über Kleinen St. Bernhard-Pass nach Morgex.

2. Großer St. Bernhard-Tunnel
Verbindung Martigny-Aosta (Schweiz-Italien), 15,00 sFr.
Alternative: entweder Gr. St. Bernard-Pass oder wie 1.

3. Lötschberg
Verbindung Kandersteg–Goppenstein (Berner Alpen–Wallis/Schweiz): Auto-Verladung auf Bahnwaggons, für Motorräder ungeeignet.
Alternative: A 12/N 9 Bern–Montreux–Sion oder östlich N 6/Grimselpass.

4. St. Gotthard- und San Bernardino-Tunnel
Verbindungen Nord- und Südschweiz. In Schweizer Autobahnvignette (27,50 Euro) inbegriffen.
Alternative: in beiden Fällen gut ausgebaute Passstraßen, N 2 beziehungsweise N 13.

5. Arlbergtunnel
Verbindung West- und Ost-Vorarlberg, 8,50 Euro.
Alternative: Landstraße über Arlbergpass oder noch besser Hochtannbergpass.

6.Reschenpass
Verbindung Landeck–Mals (Österreich–Italien).
Autobahnähnliche Strecke, mautfrei.
Keine echte Alternative, außer weiträumiger Umfahrung via Ötztal und Timmelsjoch (8,00 Euro) nach Meran.

7. Brenner-Autobahn
Verbindung Innsbruck–Sterzing (Österreich–Italien). 8,00 Euro für die Gesamtstrecke, jedoch auch Teilstrecken (2,50 Euro pro Ausfahrt) möglich, so dass teilweise die alte Brenner-Straße genutzt werden kann.
Zusätzlich Österreich-Vignette nötig: (14 Monate: 29 Euro, 2 Monate: 10,90 Euro, 10 Tage: 4,30 Euro).
Alternative: Alte Brenner-Straße zwischen Innsbruck und Grenze. Nachteil: sehr stark befahren und viele Radarkontrollen.

8. Felbertauern-Tunnel
Verbindung Mittersill–Lienz, 8,00 Euro. Alternative siehe 9 und 11.

9. Großglockner Hochalpenstraße
Verbindung Zell am See–Lienz über B 107, 17 Euro, Achtung: Wintersperre.

10. Tauernschleuse
Verbindung Bad Gastein–Spittal, Autoverladung, für Motorräder ungeeignet.
Alternative: siehe 8,9 und 11

11. Tauern-Tunnel
Verbindung Radstadt–Spittal, 9,50 Euro.
Alternative: Radstädter Tauernpass/B 99 oder siehe 9.

12. Karawanken-Tunnel
Verbindung Österreich–Slowenien, 6,50 Euro.
Alternative: B 95 über die Turracher Höhe nach Feldkirchen, danach via Klagenfurt und Loiblpass (Loibltunnel) nach Brezje.

13. Bosruck-Tunnel
Verbindung Linz–Graz, 4,50 Euro.
Alternative: ab Frauenstein (oder schon ab Wels) die B 138 nehmen und parallel zur Autobahn mautfrei Motorrad fahren.

14. Gleinalm-Tunnel
Verbindung A 9 Leoben–Graz, 7,50 Euro.
Alternative: S 6 und S 35, oder Alternative wie zu 12.

Reisen mit der Bahn

Übernacht im Schlaf ans Reiseziel – die Bahn macht Urlaubern mit engem Zeitkorsett ein einigermaßen »unmoralisches Angebot«.

Von 16 Stationen können Menschen und Maschinen gemeinsam auf der Schiene durch halb Europa cruisen. Nicht ganz billig (zwischen 100 und 300 Euro), doch im Zuge steigender Benzin- und Übernachtungspreise durchaus eine Überlegung wert. Der Preis gilt für eine Person mit Motorrad und einfacher Fahrt in der mittleren Saison bei einfachster Unterbringung, also Sitz- oder Liegewagen. In Letzterem werden die Abteile mit maximal fünf Fahrgästen belegt und die Sitze nachts in Liegeflächen verwandelt. Schlafwagen müssen zu zweit oder dritt gebucht werden und kosten mit Dusche etwa das 2,5fache. Preise, Auskünfte und Kataloge gibt es an größeren Bahnhöfen oder unter Telefon 01805/241224 sowie auf der Internetseite www.dbautozug.de.

Transporte

Wem die Fahrpläne und Reservierungszeiten der Bahn zu unflexibel sind, der findet eventuell beim Shuttleservice eine individuellere Lösung. Die rechts genannten Unternehmen bieten unterschiedliche Möglichkeiten, ein Bike per Lkw europaweit zum Einsatzort zu bringen. Je nach Anbieter fährt der Pilot direkt mit oder jettet ins Ziel. Vor allem für Gruppen eine spannende Alternative.


Adressen

Bikeworld Travel
Marienstraße 10, 32756 Detmold
Telefon 05231/580262
Fax 580265
www.bikeworld-travel.de
E-Mail: info@bikeworld-travel.de

bike in a box
Lederhof 2, 85254 Sulzemoos
Telefon 08135/939951
Fax 939952
www.bike-in-a-box.de
E-Mail: info@bike-in-a-box.de

Bike Shuttle Team BST
Auf der Schemscheid 19, 57072 Siegen
Telefon 0271/3175704
Fax 3175904
www.bike-shuttle-team.de
E-Mail: Uli@UB-Tours.de
BST ist seit 1.1.2006 die Fusion der drei bislang einzeln operierenden Unternehmen Uli’s Biker Tours, Moto-Shuttle, Motorrad-Express.

CCT-Motorradtransporte
Rudolf-Diesel-Straße 9, 28816 Stuhr-Brinkum
Telefon 0421/8718713
Fax 8718714, www.c-c-t.de
E-Mail: cct.bike@gmx.de

Hollys Motorradtransporte
Mas Cullell, E-17750 Campmany/Gerona, Spanien
Telefon 0034/972535696
Fax 972535676
www.casa-holly.de
E-Mail: info@hollys-motorradtransporte.de

Motorrad-Express (BST)
Ernst-Thälmann-Straße 3b, 06246 Klobikau
Telefon 034635/29961
Fax 529962
www.motorrad-express.de.
E-Mail: info@motorrad-express.de

Moto-Shuttle (BST)
Wasserburger Str. 8, 85567 Grafing
Telefon 0171/8730770
Fax 08092/7546
www.moto-shuttle.de
E-Mail: info@moto-shuttle.de

SKS Bike Shuttle
Grubenstrße 1, 56424 Mogendorf
Telefon 02623/96460
Fax 964646
www.sks-bikeshuttle.de
E-Mail: sks-spedition@t-online.de

Uli’s Biker Tours (BST)
57072 Siegen, Telefon 02736/298876
www.bike-shuttle-team.de
E-Mail: Uli@UB-Tours.de

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