Unterwegs tip (Archivversion)

Das Berliner Reisebüro Prima Klima Reisen hat sich in den letzten Jahren mit der Organisation alternativer Motorradreisen und außergewöhnlicher Extremtouren in Asien einen Namen geschaffen. Diesmal widmete sich das Team im indischen Nordwesthimalaya auf Royal Enfield Bullet den höchsten Pässen der Welt.

Organisierte Touren: Ab 31. August 1996 findet wieder eine 22tägige Tour auf Enfields von Naggar im Kullutal bis Leh in Ladakh mit Abstechern in das dahinterliegende Nubra-Valley und in Teile des Industales statt. Auf derselben Strecke geht es wieder zurück nach Naggar. Die Tour, die über die höchsten befahrbaren Pässe der Welt führt, kostet für Motorradfahrer 5660 Mark, für Jeepmitfahrer 4860 Mark. Darin sind Flug, Übernachtung, Tourguide, Verpflegung sowie Motorradmiete und Sprit enthalten. Eine etwas abgespeckte 17-Tagestour (4990/4490 Mark) ist ebenfalls geplant. Infos bei Prima Klima Reisen, Hauptstraße 5, 10827 Berlin, Telefon: 030/78 79 27-0, Fax 78 79 27-20.Die Motorräder: Bei dieser Tour waren indische Enfield Bullet 350 und 500 im Einsatz. Weil die 350er mitunter leistungsmässig an ihre Grenzen stieß, wird zukünftig nur noch auf 500ern gefahren. Die Enfield ist Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da sich die Fußbremse links und die Schaltung rechts befindet (erster Gang nach oben). Aber nach zwei, drei Tagen geht auch das in Fleisch und Blut über. Obwohl der Langhuber zur Sparte Oldtimer zählt, an dem seit Jahrzehnten kaum etwas modifiziert wurde, hat er sich auf den gefahrenen Strecken bewährt. Selbst in 5600 Metern Höhe sprang der Motor problemlos an und zeigte kaum Leistungsabfall. Auch Schlamm- und Schotterstrecken waren auf dem antiken Fahrwerk bestens zu bewältigen. Die Strecke: Die rund 500 Kilometer lange Strecke von Naggar bis Leh ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Teer, Sand und Schotter. Sie ist oft abenteuerlich in den Felsen gehauen und klettert über mehrere extrem hohe Pässe: Rohtang-Paß - 3978 Meter, Baralacha-Paß - 4650 Meter, Lachulung-Paß - 5065 Meter, Taglang-Paß - 5317 Meter und schließlich über den höchsten befahrbaren Paß der Welt, den Khardung-Paß mit 5603 Metern. Gesundheit: Es sind zwar keine Impfungen vorgeschrieben, aber Prophylaxe gegen Hepatitis, Typhus und Cholera wird empfohlen. Ins Gepäck gehören Medikamente gegen Durchfall (häufigste Erkrankung), Aspirin, Erkältungsmittel und fibersenkende Mittel, sowie extrem guter Sonnenschutz für Haut und Lippen (Ladakh liegt auf etwa 3500 Meter Höhe). Die Anfahrt nach Leh per Motorrad ist zwar ideal, um den Körper langsam an die Höhe zu gewöhnen, gewisse Auswirkungen durch den niedrigen Sauerstoffdruck (Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und leichtes Schwindelgefühl) lassen sich bei Aufenthalten über 3500 Höhenmetern aber trotzdem nicht vermeiden. Klima/Reisezeit: Der Monsun dauert auf der Südseite des Himalaya im allgemeinen bis Ende August. Bis Mitte/Ende Oktober herrscht dann sehr gutes Wetter. Hält die Bergkette um den Rohtang-Paß während der Monsunzeit die Regenwolken normalerweise vom dahinterliegenden Bergland ab, so kommt es auch mal vor, daß sich die Wolken bis zum Taglang-Paß kurz vor dem Indus-Tal schieben. Im Indus-Tal gibt es keine durch den Monsun bedingten Regenfälle. Bei gutem Wetter herrscht in Ladakh mit Temperaturen um 25 bis 30 Grad Celsius ideales Motorradwetter. Auf den Pässen können die Temperaturen aber weit unter zehn Grad fallen. Übernachten: Nur am Ausgangsort Naggar und am Ziel in Leh gibt es Hotelübernachtungen. Während der An- und Rückfahrt wird bei der Tour in Zweierzelten übernachtet. Da die Nachttemperaturen bei ungünstigen Wetterverhältnissen bis nahe null Grad fallen können, sind ein warmer Schlafsack und eine gute Isomatte wichtig. Literatur: Sehr umfangreich und detailliert ist der Reiseführer Ladakh & Zanskar von Jutta Mattausch, Reise Know-How Verlag, 36,80 Mark. Gefahrene Strecke: etwa 1350 Kilometer

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