Unterwegs Tip (Archivversion)

Die Idee zu dieser Mopedreise entstand während einer ganz normalen Motorradtour durch Südfrankreich. Auf den schnellen Maschinen schien kein wirklich intensiver Eindruck mehr möglich zu sein. Mit einem Gefährt, das die Langsamkeit bauartbedingt vorschreibt, sollte die Landschaft geruhsamer durchfahren und somit intensiver erlebt werden.

Das Motorrad: Die Simson Schwalbe ist sicher nicht der Technik letzter Stand. Jedoch ist der gebläsegekühlte Zweitakter äußerst robust und bringt es mit seinen 50 cm³ immerhin auf 3,6 PS. Mit dem fußgeschalteten Dreiganggetriebe reicht das für 60 bis 65 km/h, wenn es sein muß auch auf Dauer. Das reicht aber auch für das sogenannte Fahrwerk: Ab Tempo 40 sollte man tunlichst beide Hände fest am Lenker halten, damit einem das Lenkerschlagen nicht in den nächsten Straßengraben schüttelt. Außerdem spotten beide Trommelbremsen jeder Beschreibung. Erstaunt waren beide Piloten allerdings über den Komfort. Allen Erwartungen zum Trotz hielten sich die Vibrationen und Geräusche in Grenzen, und selbst zehn Stunden reine Fahrtzeit ließen sich sogar gesäßmäßig bestens verkraften. Da hat man auf sogenannten Tourenmotorrädern schon schlechter gesessen.Die Strecke: Die gewählte Route orientierte sich tatsächlich an dem Weg der Zugvögeln gen Süden. Da sich diese auf der Suche nach Nahrung, sprich Insekten, gerne in Fluß- oder anderen feuchten Niederungen aufhalten, lag es nahe, zunächst dem Rhein und dann der Rhone zu folgen. Es wurde außerdem auch auf geringe, schwalbengemässe Steigungen geachtet. Als Zwischenetappe bot sich der wunderschöne französische Jura an. Bis in die Camargue wurden in fünf Tagen auf kleinsten Straßen insgesamt 1200 Kilometer abgespult.Unterkunft: Herausragend ist das Logis de France-Hotel »Les Hirondelles« in Illhäusern im Elsaß (zwischen Colmar und Selestat), ein ehemaliger Bauernhof mit einem wunderschönen Innenhof, netten Zimmern (ab 80 Mark für ein Doppelzimmer) und guter Küche. Telefon 0033-89 71 83 76. Sehr gute Erfahrung haben wir mit französischen Pensionen gemacht, die sich mittlerweile landesweit zusammengeschlossen haben. Sie sind erkennbar an dem grünen Zeichen auf weißem Grund mit der Aufschrift »Chambres d’Hôtes«. In der Camargue haben wir stilecht im »Lou Mas Dou Juge« übernachtet. Dieses ist ein noch funktionierendes Bauerngut, von dem aus man auch Ausflüge zu Pferd machen kann. Aber Vorsicht: Die Besitzer brennen besten Birnenschnaps. Es gibt nur Vollpension, was pro Person rund 150 Mark kostet. Telefon 00 33/66 73 51 45.Campingplätze gibt es in Südfrankreich fast in jedem Ort. Man findet sie in den entsprechenden Camping-Führern, insbesondere in dem Südeuropa-Band vom ADAC.Reisezeit: Im Oktober nach Südfrankreich zu reisen ist eigentlich zu spät. Das Wetter spielt auch dort schon verrückt. Besser sind die Monate Mai, Juni und September als Reisetermine.Einfache Strecke: 1200 Kilometer Zeitaufwand: etwa fünf Tage

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